Tag Archiv für "Internet"

Wir hoffen, Sie hatten ein schönes Wochenende und haben den Muttertag gebührend gefeiert? Unseren Kollegen Emanuele Fino aus dem strategischen Einkauf hat der Muttertag jedenfalls lyrisch inspiriert und daran möchten wir Sie heute teilhaben lassen – viel Freude!

 

Zum Muttertag
(frei nach Eva Rechlin)

Wir würden nie geladen
und meistens nicht gesehen,
die Animation hätte Hänger
und bliebe öfters stehen.

Wir ständen völlig Kopf
oder gar am falschen Platz,
wenn du nicht täglich sorgtest,
dass alles stimmt und klappt.

Wir wären niemals groß (geworden)
und auch noch völlig statisch,
womöglich gar nicht clickbar
oder nur quadratisch.

Wir könnten noch nicht mal loopen,
wenn du nicht nochmal kämst,
und uns, bevor wir verzagen,
in deinen Arme nähmst.

Wer lehrte uns das Streamen?
Wer pflegte uns gesund?
Wir wären völlig stumm
und womöglich gar noch rund.

Wir hätten beim Versenden
keine Pixel im Gepäck,
wir könnten gar nicht werben
stünden bei Google ständig auf reject.

Du liebst uns bedingungslos,
ob html5 oder Flash,
nach Rebranding
und gar nach Servercrash.
Und trotzdem sind wir alle

auch manchmal eine Last,
doch was wärst Du ohne Banner,
sei froh, dass du uns hast.

 

Unnützes Wissen kann man in meinen Augen einfach nicht genug haben. Im Mai durften wir schon einiges über „dieses Internet“ erfahren – heute gibt es einen Nachschlag:

  • Europaweit wurden die höchsten Investitionen in Online-Werbung im Jahr 2015 mit 11,83 Milliarden Euro in Großbritannien getätigt. Auf Platz zwei folgt Deutschland mit 5,79 Milliarden Euro.
  • Der Nettoumsatz mit digitaler Display-Werbung in Deutschland betrug im Jahr 2015 1,68 Milliarden Euro.
  • Google-Websites machten im Jahr 2015 weltweit einen Werbeumsatz von 52,36 Milliarden US-Dollar, was etwa rund 49 Milliarden Euro entspricht.
  • Im Jahre 1992 etablierte die US-amerikanische Bibliothekarin Jean Armour Polly den Begriff „im Internet surfen“. Auf die Idee brachte sie wohl das Abbild eines Surfers auf ihrem Mauspad.
  • Den ersten Tweet überhaupt schrieb – Überraschung – Jack Dorsey, der Erfinder von Twitter, am 21. März 2006.
  • Wer kennt noch den Film „Space Jam“ aus dem Jahr 1996? Noch heute wird die Seite im klassischen 90er-Jahre-Design geführt:

  • Laut einer Umfrage zur Nutzung des Internets, gaben als Motiv 90 Prozent an, „um sich zu informieren“, 36 Prozent gaben an, weil sie sich dabei entspannen können.
  • Die erste E-Mail der Welt verschickte Ray Tomlinson im Jahr 1971 an sich selbst, leider kann er sich aber nicht mehr an den Inhalt erinnern.
  • Die erste Spam-Mail folgte nur ein paar Jahre später, ein Computer-Verkäufer namens Gary Thuerk verschickte sie im Jahr 1978.
  • Der gelbe Pfeil im Amazon-Logo weist darauf hin, dass Sie dort alles von A bis Z bekommen.
  • Match.com ist eine der ältesten Dating-Seiten überhaupt, angeblich wurden bereits über 1 Million Babys geboren, deren Eltern sich dort kennengelernt haben. Wie viele gibt’s wohl wegen Tinder?
  • Am 26. Februar 2008 eröffnete das Universitätsklinikum Mainz die erste Ambulanz für Computerspiel- und Internetsucht.
  • Queen Elisabeth schlug Tim Berners-Lee, den Erfinder der Auszeichnungssprache HTML und des WWW, 2004 zum Ritter.
  • Mark Zuckerbergs Facebook-Profil hat die ID „4“ – man kann davon ausgehen, dass er auch die IDs 1-3 innehatte, diese existieren allerdings nicht mehr.
  • Alles Gute! Das Internet ist heute so alt.

Es gibt mittlerweile ganze Bücher voll mit skurrilen Fakten und unnützem Wissen zu allen möglichen Themen. Ein paar davon auswendig gelernt und man ist bestens für jede peinliche Gesprächspause gerüstet und kann beim Small-Talk mit Experten-Wissen glänzen. Nur leider kommen Tatsachen wie „Florian Silbereisen hält den Guinness-Rekord im schnell und oft geküsst werden“ beim Business-Talk eher semiprofessionell rüber.

Daher nun hier unsere Version des unnützen Wissens aus den Kategorien Internet & Media:

 

 

 

 

 

 

 

  • Das meistgesehene YouTube-Video ist „Gangnam Style“ von Psy mit über 2,5 Milliarden Klicks.

 

 

 

 

 

 

 

Der Handel ist gefangen in einer Preisspirale Richtung Discount, stellte mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid im ersten Teil unserer Serie  „Handel im Wandel“ fest. Aber gibt es denn auch einen Ausweg? „Back to the roots“ lautet hier die Devise: Was zeichnet den Händler in seiner ursprünglichen Tätigkeit aus? Wie kann er sich im stationären Handel von seinen Wettbewerbern differenzieren? In der Regel vor allem über eine individuelle und kompetente Beratung.

Doch wie lässt sich dieser Beratungsaspekt ins Digitale übertragen? Dafür gibt es vom User-Generated-Content bis zur Liveberatung verschiedene Möglichkeiten. Beratung darf dabei nur nicht mit einer aufwändigeren Form der Produktpräsentation verwechselt werden. Stattdessen brauchen wir wieder die Persönlichkeit des Beraters, der als echter Mensch hinter dem Produkt steht.

 

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

Der Handel befindet sich im Wandel, aber wo geht die Reise hin? Immer mehr Segmente bewegen sich in Richtung Discount: Die Händler drücken die Preise nach unten, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Dabei spielt das Internet keine unerhebliche Rolle, da es als eine Art Katalysator für diesen Prozess dient. Denn im Internet zählt oftmals ausschließlich der Preis. Und das bereitet vielen Handelspartnern enorme Kopfschmerzen.

Aber wer ist nun Schuld an dieser Entwicklung? Der Verbraucher, der immer nach dem günstigsten Preis sucht, oder der Händler selbst, der seine Kommunikationsmaßnahmen einzig auf den Preis reduziert.

 

 

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

Die öffentlichen Meldungen über Hacker-Angriffe auf Unternehmen, Organisationen und Staaten, die dringlichen Bitten unserer Banken, bitte keine Phishing Mails zu öffnen und schon gar nicht eigene Passwörter an Dritte weiterzugeben, die ängstlichen Anfragen von Usern, was denn heute mit ihren Daten im Internet passiert – all das macht den von der Europäischen Union initiierten jährlich stattfindenden und weltweiten Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet aktueller und relevanter denn je.

Die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit diesem Thema ist hoch – für jeden einzelnen User genauso wie für uns als digitale Agentur, deren Prozesse und Kampagnenkonzepte immer mehr auf der Nutzung von Daten bestehen, deren Sicherheit und Schutz höchste Priorität haben sollten.

Verantwortung des Users

Jeder User sollte sich häufiger die Frage stellen, welche Angebote er da gerade „umsonst“ bzw. „kostenfrei“ nutzt, und sich dabei klar machen, dass kein Unternehmen der Welt dauerhaft intrinsisch motiviert ein Angebot für den User kostenfrei bereitstellen kann, ohne dass nicht an anderer Stelle Geld eingenommen wird, um die Dienstleistung überhaupt erbringen zu können. Dieser Geldstrom fußt in aller Regel bei digitalen Angeboten auf zwei Säulen: Werbung und Handel mit Daten – gerne auch in direkter Verknüpfung!

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier bei Horizont.

Digitale Medien sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aber dennoch ist die Nutzungsdauer der klassischen Medien noch höher. So schaut der durchschnittliche Deutsche ca. 4 Stunden pro Tag Fernsehen, hört gute 3 Stunden Radio und beschäftigt sich knappe 2 Stunden mit dem Internet. Betrachtet man die Kurven im Zeitverlauf, so kann man unschwer erkennen, dass die Internetnutzung stetig ansteigt, die Radio Nutzung leicht abnimmt, während TV in den letzten Jahren zwar mit Schwankungen aber dennoch stabil ist.

Mediennutzung Bild1
Quellen: TV: AGF/GfK: 2000-2013, jeweils 1. Halbjahr; Radio: MA 2000, ma 2003/I, ma 2006 II, ma 2007/II, ma 2008/I, ma 2009/I, ma 2010/I, ma 2011/I, ma 2012/I, ma 2013/I; Online: ARD/ZDF-Onlinestudien 2000-2013/ plan.net Insights

In der Gesamtbevölkerung liegen TV und Radio also noch deutlich vor dem Internet. Weitere Medien wie Tageszeitungen, Zeitschriften etc. folgen mit deutlich weniger Anteil:

Basis: BRD gesamt (bis 1990 nur alte Bundesländer), Mo-So (bis 1990 Mo-Sa), 5-24 Uhr,  14+ Jahre, bis 2005 Deutsche, ab 2010 deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 1964 – 2010 / plan.net Insights
Basis: BRD gesamt (bis 1990 nur alte Bundesländer), Mo-So (bis 1990 Mo-Sa), 5-24 Uhr,
14+ Jahre, bis 2005 Deutsche, ab 2010 deutschsprachige Bevölkerung
Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 1964 – 2010 / plan.net Insights

Spannend wird es, wenn man sich das Mediennutzungsverhalten der jüngeren Zielgruppe ansieht. Hier liegt die Online Nutzung auf einem Niveau mit TV und sogar über der Radio Nutzung.

Basis: BRD gesamt (bis 1990 nur alte Bundesländer), Mo-So (bis 1990 Mo-Sa), 5-24 Uhr,  14+ Jahre, bis 2005 Deutsche, ab 2010 deutschsprachige Bevölkerung Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 1964 – 2010 / plan.net Insights
Basis: BRD gesamt (bis 1990 nur alte Bundesländer), Mo-So (bis 1990 Mo-Sa), 5-24 Uhr,
14+ Jahre, bis 2005 Deutsche, ab 2010 deutschsprachige Bevölkerung
Quelle: ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 1964 – 2010 / plan.net Insights

Für die Zukunft bedeutet diese Entwicklung also eine stark zunehmende Rolle des Mediums Online, nicht zuletzt durch die voranschreitende Digitalisierung der „alten“ Medien. Das Fernsehen wird zunehmen mehr on Demand über Mediatheken etc. Online genutzt. WebRadio bzw. Streaming Dienste laufen dem klassischen Radio den Rang ab. Das digitale Zeitalter kommt nicht – wir sind schon mittendrin.

 

Heute werfen wir mal wieder einen Blick in die Zukunft und mischen uns ein bisschen in das Thema Politik und Internet ein: Wie genau können wir uns in 2022 Demokratie noch vorstellen? Liquid Democracy war auch schon im letzten Jahr zur re:publica ein spannendes Thema und beschäftigt sich mit einer neuen, zukunftsorientierten Form der Demokratie. Im Zeitalter der Online-Welt haben wir unsere Experten gefragt, ob das Internet in Zukunft auch als Instrument politischer Willensbildung dienen wird?

85 Prozent unserer Experten sind sich bei dem Thema einig, aber da war doch auch mal was mit Piraten und Computerspielen? Viel Spaß beim Lesen.

Harald Kratel

Harald Kratel (Geschäftsführer, Madaus, Licht + Vernier Werbeagentur): „Mit dem Internet hat man ein sehr machtvolles Instrument, um ganz schnell und unaufhaltsam „Stimmung“ zu machen. Wer das am besten beherrscht, wird sehr machtvoll sein. Aber die Menschen werden lernen, was sie glauben können und wo sie beeinflusst werden sollen.“

Eric Hofmann (Marketingleiter Fashionation): „Definitiv ja. Die Meinung dazu muss ich mir erst noch bilden. Grundsätzlich finde ich die Entwicklung sympathisch. Ein bisschen Befürchtungen aber habe ich, dass wir durch zu viel Aktionismus im Netz eine oberflächliche Instant-Politik bekommen, die von der Geschwindigkeit getrieben wird und sich nicht intensiv und ernsthaft genug mit wichtigen Fragen beschäftigt.“

Alexander Erlmeier

Alexander Erlmeier (Country Manager DACH, ICQ): „Nein, die politische Willensbildung der Massen wird weiterhin von großen meinungsbildenden Publishern geprägt und fortschreitendem Desinteresse flankiert. Hier ist Technologie und die damit verbundene Möglichkeit zur politischen Partizipation leider kein Mittel gegen die zunehmende Desillusionierung der Massen aufgrund des Machtzuwachs der politischen, kulturellen und v.a. vermögenden Eliten.“

Catharina Wilhelm (Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, DeutschlandCard): „Ach so – da gab’s mal diese Piraten und all so was. Vorbei. Aus die Maus. Zumindest das Interesse daran.“

Doris Eichmeier

Doris Eichmeier (Content-Strategin): „Generell halte ich viel davon, allerdings zu strenge Regeln. Wer den Umgang mit neuen Medien gut beherrscht, kann auch manipulieren, Macht ausbauen und ausüben. Es entstehen im Web neue gesellschaftliche Mechanismen, die erst erforscht und erkannt werden müssen, um die demokratischen Strukturen zu sichern und das Web dazu optimal nutzen zu können.“

Ruth Schöllhammer (Schöllhammer Beratung): „Ja, das Internet, Netzwerke und Collaboration Tools werden die Art, wie Entscheidungen getroffen werden, verändern. Jugendliche haben das in den letzten 10, 20 Jahren über Computerspiele gelernt – Gruppen zu bilden, Strategien umzusetzen, Aufgaben zu verteilen und als Team zusammenzuhalten. Ja, ich spiele gern und bin dabei.“

Thomas Hohenacker

Thomas Hohenacker (Inhaber Malte Media): „Ja,  und das finde ich gut, Online Democracy…“

Thomas Port (Geschäftsführer, SevenOne Media): „Tendenziell ja, aber nicht so intensiv wie in undemokratischen Ländern. Grundsätzlich ok.“

Ulrich Schmidt (Managing Dircetor, ad pepper media): „Die totale Basisdemokratie. Abgeordnete werden zum Transmitter jeder Entscheidung, die in Real Time von allen Bürgern getroffen wird. Faszinierender und gleichzeitig erschreckender Gedanke.“

Rodja Tanwidjaja (Head of Energy Renewables Communication, Siemens): „Ja sicherlich. Ich denke, das ist nur eine ganz natürliche Entwicklung.“

Torsten Ahlers
(CEO, Next Audience): „Es wird dazu beitragen, und die Meinung von Freunden bekommt einen noch größeren Stellenwert.“

In der nächsten Folge lesen Sie: Würden Sie lieber in der Welt von 2022 aufwachsen?

Haben Sie auch eine Prognose, Meinung oder einen klaren Blick in die Zukunft? Oder wollen Sie bei der nächsten Frage der Woche dabei sein? Dann einfach Kommentar hinterlassen oder eine formlose Mail an presseanfragen@mediascale.de schicken.

Über das TV-Gerät ins Internet. Klingt gut, aber was steckt dahinter? Immerhin wurde laut Bitkom letztes Jahr in Deutschland mehr Umsatz mit internetfähigen, so genannten Hybrid-TV-Geräten erzielt als mit klassischen Fernsehern. mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid erklärt in einer neuen Folge von „Bscheid gsagt“, was ein Fernseher mit Internetanschluss wirklich kann, welche Rolle dabei mobile Geräte wie Laptop, Tablet oder Smartphone spielen und warum „Internet im Fernsehen“ vermutlich doch eher „Internet neben dem Fernsehen“ bleiben wird.

Alle bisherigen Folgen gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

Um es vorweg zu sagen: Ich bin grenznah aufgewachsen, meine Oma in der Eifel redet kaum anders als unsere Nachbarn, und vier Jahre Studium mögen mich auch geprägt haben.

Es geht um die Niederlande. Wir Deutschen reden dabei ja gerne von den Holländern, was übrigens genauso sinnschwanger ist, wie wenn wir alle Deutschen als Bayern bezeichnen würden. Es soll nun hier keine Schulstunde werden, aber ein paar Fakten zum Land möchte ich doch erwähnen: Knapp 17 Millionen Einwohner tummeln sich auf einer Fläche kleiner als Niedersachsen – und das in weiten Teilen unter dem Meeresspiegel. Dabei sind, oder besser gesagt, waren die Niederländer immer eine Art Vorreiter in Bezug auf Gesellschaftsnormen aber auch hinsichtlich technischen Fortschritts. Knapp 15 Millionen Niederländer sind online, das sind nahezu 90 Prozent der Bevölkerung. Fast das gesamte Land verfügt über Glasfaseranbindung, was bei einer kleineren Fläche ohne nennenswerte Erhebung natürlich auch einfacher zu realisieren ist. Schon 2000 zu meinen Studienzeiten verfügte unsere baufällige Studentenbude in Venlo über Kabel Internet mit zum Teil schwindelerregenden Ladezeiten.

Da stellt sich nun die Frage: Was ist denn eigentlich schief gelaufen in letzter Zeit, dass wir fast nur noch negative Schlagzeilen von unseren Nachbarn hören? Es kann sich dabei jeder herauspicken, was ihn persönlich am meisten stört. Politisch ist der Image-Knick sicherlich Herrn Geert Wilders zu verdanken, einem schöngefönten Rechtspopulist vom Stile eines Jörg Haiders, mit ebenso abenteuerlichen Ansichten in Bezug auf Toleranz. Den gemeinen Drogentouristen wird die Nachricht verschreckt haben, nun nicht mehr in einen Coffee Shop zu dürfen. Und wir in der Online-Branche reiben uns ob der abenteuerlichen Regulierung zum Thema Cookie Opt-In verwundert die Augen. Sollte nicht doch noch irgendwo im Mahlwerk des Systems Vernunft einkehren, dürfte das Surfen auf niederländischen Seiten ab dem 1. Janauer 2012 gelinde gesagt mühsam werden. Ab dann muss nämlich der Internetnutzer jedem Cookie einzeln zustimmen. Was das für Unternehmen wie für User bedeutet, kann man sehr eindrucksvoll auf folgender Seite am eigenen Mousezeiger erfahren: http://cookiedemosite.eu/index.html. Viel deutlicher lässt sich kaum darstellen, wie ungemütlich ein Surfvorgang wird, wenn den Cookies noch keine ausdrückliche Einwilligung mitgeteilt wurde. Im übertragenen Sinn wäre es so, als ob man an jeder Ampel vor dem Losfahren einen Polizisten nach der Erlaubnis fragte, oder als ob man dem Fernseher extra versichern müsste, dass man jetzt wirklich von ARTE auf RTL 2 umschalten möchte. Dabei kann der holländischen Werbeindustrie gar nicht vorgeworfen werden, sich nicht um eine Lösung bemüht zu haben, da sie bereits Info-Buttons auf den Werbemitteln einblendet und auf einer Folgeseite dann auch über Cookies aufklärt.

Geholfen hat es offenkundig  wenig, und wir dürfen gespannt sein, ob das abschreckende Beispiel unserer Nachbarn zumindest die Regulierungswut unserer deutschen Volksvertreter bremst. Wahrscheinlich verstehen diese aber genauso wenig das Internet wie Niederländisch. Das war beim Körperscanner ähnlich. Den probierten die holzschuhbesohlten Nachbarn auch schon 2010 aus und stampften die Pläne ein, was den damaligen deutschen Innenminister De Maizière nicht davon abhielt, das Gerät auch noch mal in Hamburg auf Untauglichkeit zu testen. Vielleicht, so die mutmaßliche Theorie dahinter, schwitzen die Deutschen ja auch anders als die Küstenbewohner und lösen weniger Fehlalarme aus…!?! Und wer so abstruse Gedankengänge hat, mag halt vielleicht auch keine Cookies! q.e.d.