Tag Archiv für "Apple Watch"

Die Apple Watch ist da! Aber hält die Smartwatch auch, was sie verspricht? mediascale Geschäftsführer Wolfgang Bscheid zeigt sich optimistisch, vor allem weil sie Entwicklern den Weg in die Welt der Wearables ebnet. Autotüren und Hotelzimmer lassen sich mit der Uhr öffnen. Verschiedenste Apps wurden bereits angekündigt. Doch welche Chance birgt das neue Gadget ganz konkret für Marken und welches Potenzial für Markenkommunikation trägt es in sich?

 

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es im YouTube-Kanal von mediascale.

Nun ist sie also da, die Apple Watch, und die Stimmung reicht von überschwänglichem Gralsfund bis zur bodenlosen Ernüchterung. Da wird von neuen Chancen und Businessmodellen geredet und über die Bedeutungslosigkeit dieser Innovation geschimpft. Dabei ist beides richtig. Wirkliche Innovation sehe ich bis dato auch nicht, andererseits sehe ich durchaus die Eintrittskarte für eine weitere Vernetzung von Alltagsgegenständen, die bei den Uhren beginnt und sich bei Haushaltsgeräten, Kleidungsstücken etc. fortsetzen wird. Ob es wirklich eines Smart-Rings bedarf, wage ich dann doch zu bezweifeln – zumindest außerhalb der Vollerotik-Industrie.

Smart Watches gab es schon vorher und meine Kollegen haben hierzu auch schon vor einem Jahr die ersten Applikationen für Reisekunden entwickelt. Allein die massenhafte Verbreitung fehlte noch und es könnte (muss aber nicht) Apple sein, das hier den nötigen Impuls setzt. Ich für meinen Teil kann im jetzigen Umfang dem neuen  Produkt noch nichts abgewinnen. Wenn ich allerdings eines Tages die Möglichkeit habe, vollkommen autonom mit dem Gerät zu telefonieren und Nachrichten zu empfangen, Puls zu messen und Höhenmeter anzuzeigen, dann spare ich mir Handy und klassische Laufuhr auf meinen Runden (Herr Cook, bitte veranlassen Sie das doch mal in naher Zukunft).

Doch was ist nun eigentlich der entscheidende Fortschritt rund um das Thema Wearables? Werblich dürfte sich der Spielraum in Grenzen halten, denn die zur Verfügung stehenden Displays sind begrenzt und nicht dazu geeignet, User permanent mit Botschaften zu adressieren. Als Werbemedium sind schon Mobile Devices ein schwieriges Thema. In Kombination mit den erhobenen Daten dürften allerdings durchaus Begehrlichkeiten entstehen, sagen sie doch sehr viel über den Nutzer und dessen Verhalten, gesundheitlicher Zustand etc. aus. Wer über diese Daten verfügt, hat damit den entscheidenden Trumpf in der Hand. Und das inkludiert nicht nur die werbliche Nutzung. Es dürfte auch z.B. Versicherungen und Pharmaunternehmen interessieren, so sie denn Zugriff bekommen bzw. den Kunden durch entsprechende Verlockungen zur Preisgabe ködern. Ähnliche Visionen gibt es ja schon im KFZ-Bereich und auch die Hauselektronik wird in nicht allzu ferner Zukunft eine wahre Informationsflut auslösen. Spannend wird also sein, inwieweit die Daten bei Unternehmen wie Google und Apple vorliegen und inwieweit wir sie nutzen können.

Werblich betrachtet ergeben sich spannende Perspektiven, kann ich doch z.B. dem passionierten Jogger gleich das passende Isogetränk nach dem Lauf anbieten, sei es auf dem Handy oder der Uhr. Aus Konsumentensicht dürfen Sie jeder für sich überlegen, ob sie feuchte Augen vor Freude über die Segnungen der neuen Möglichkeiten bekommen oder Ihnen der Angstschweiß dank orwellscher Apokalypsen aus den Poren schießt. So oder so, gewöhnen Sie sich daran oder suchen Sie sich einen schön abgelegenen Fleck auf der Welt, wo Sie sich ein Einsiedlertum bis zur großen Katastrophe (Meteorit, Eiszeit, Supervulkan…) oder dem eigenen Ableben vorstellen können.