Klartext!

Die Basics der Fernsehwerbung kennen wir schon von meinem letzten Blog-Beitrag. Heute dreht sich alles um Werbeformate und Targeting-Möglichkeiten und die Frage, wieso Adressable TV und speziell HbbTV für viele Kunden so interessant sind. Schließlich können erstmals großflächige hundert Prozent viewable Werbemittel ganz individualisiert in den TV-Reichweiten eingeblendet werden.

Targeting-Möglichkeiten

Welcher Kunde würde nicht gerne seine Nettoreichweite erweitern oder die Kontaktdosis bestimmen? Für diese Fälle gibt es verschiedene Targeting-Möglichkeiten. Von technischem Targeting (Zeit, Ort, Frequenz, Sender, Empfangsweg) über Zielgruppen-Targeting (AGF-Zielguppen der Sendungen als Standard, Fusion von Nutzungsgewohnheiten mit externen Daten) bis hin zu Retargeting (auf Spots oder Sendungen) ist alles machbar. Große Kunden können durch Regio-Targeting beispielsweise ihre Botschaft individualisieren und auf der Microsite Zusatzinformationen anbieten. Kunden mit begrenztem Budget haben ebenfalls die Möglichkeit, auf dem TV Werbung zu schalten.

Programmatic

Jetzt wirds programmatisch: Über das Zusammenspiel zwischen DSP und SSP können die oben genannten Informationen, die seitens der Sender vorliegen, übergeben werden und zum Monitoring sowie zur Motivaussteuerung genutzt werden. Das geht von verschiedenen Motiven für unterschiedliche Wetterlagen und Unterzielgruppen bis zu komplett dynamisierten Switch-ins. Diese können beispielsweise Bilder, Texte und Preise per Feed der Zeit, Region und dem Wetter des Users anpassen.

Das muss noch besser werden

Allerdings gibt es aktuell noch einige Herausforderungen beim Adressable TV. Zwar hat die recht junge Werbeform schon rasante Fortschritte gemacht, nichtsdestotrotz gibt es noch einige Punkte, die verbessert werden können. Dies sind die wichtigsten:

  • Die Datenqualität zur Ausspielung muss weiter steigen, gerade vor dem Hintergrund des Mehrpersonenhaushalts.
  • Ein Kanalvergleich ist derzeit noch schwierig, gerade der Vergleich von TV-Metriken versus Ad-Impressions und Unique Clients online. Planungen gestalten sich mangels passender Tools entsprechend schwierig.
  • Eine übergreifende Steuerung über alle Anbieter ist aktuell nicht möglich – dies ändert sich erst, wenn auf die Inventare komplett durch eine Auktion zugegriffen werden kann. Erst dann kann bei Ausspielung über mehrere Anbieter die Gefahr von unerwünschten Mehrfachkontakten vermieden werden.
  • Die User-Daten stehen derzeit lediglich den jeweiligen Anbietern zur Verfügung und sind somit nicht in Zusammenhang mit Daten auf Kunden-/Agenturseite zur Aussteuerung nutzbar. Ideal wäre eine übergreifen Met-DMP, in die alle Seiten Daten einbringen. Anforderungen an Werbemittel, Microsites und Mechanik (yellow-button versus red-button) sind je nach Anbieter unterschiedlich. Hier könnte ein gemeinsamer Standard den Aufwand deutlich reduzieren.
  • Im Idealfall würden die Anbieter ihre Daten zusammen mit den Kundendaten in eine Meta-SSP fließen lassen. Mit dieser könnte der richtige User das richtige Werbemittel zur richtigen Zeit vollprogrammatisch ausgespielt bekommt.

Und was sagt ein Blick in die Glaskugel für das folgende Jahr? Kampagnen werden bereits programmatisch mit fixen Preisen je Kunde gehandelt und die Themen Spot-Overlay und Cross-Device Targeting haben Einzug in den Kampagnenalltag genommen. Wir bleiben gespannt!

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