Klartext!

Im letzten Jahr haben wir in unserem Blog bereits über Live-Streams informiert. Nun gibt es aber einige neue Mitspieler auf dem Markt und auch die Relevanz für Live-Streams ist deutlich gestiegen. Immer mehr Unternehmen und Influencer nutzen die verschiedenen Plattformen, um ihre Fans live am Geschehen teilhaben zu lassen. Ein guter Grund für ein kurzes Update

Die Mechanik eines Live-Streams ist weitestgehend bekannt. Einzelpersonen oder Unternehmen können via Live-Übertragungen Content mit ihrer Community teilen und ihnen so ein intensiveres Wir-Gefühl vermitteln. Zum Teil können die Zuschauer auch aktiv auf die Geschehnisse Einfluss nehmen, beispielsweise durch Kommentare oder Likes.

Wohin haben sich die Plattformen nun im letzten Jahr bewegt?

Facebook

Facebook lässt schon seit Mitte letzten Jahres alle User ihre Inhalte live übertragen. Zu Beginn war dies nur möglich, wenn man als offizielle Person des öffentlichen Lebens bei Facebook geführt wurde und genügend Fans vorzuweisen hatte.

Grade für Unternehmen gewinnt die Live-Streaming-Funktion von Facebook immer weiter an Bedeutung, wobei es weniger um den spontanen Moment geht, als um professionell produzierte Live-Shows. Diese Live-Streams werden geplant und Abonnenten können Benachrichtigungen für das kommende Facebook Live-Video abonnieren. Die Übertragungen finden also mehr stationär als mobil statt.

Instagram

Seit Beginn dieses Jahres ist es auch möglich, via Instagram Live-Streams zu produzieren. Instagram zeichnet sich durch einen eher spontanen Charakter aus. So nutzen insbesondere Influencer die Plattform, um mit ihren Followern live in Kontakt zu treten. Die Live-Funktion lässt den Fan nun noch näher an dem Leben ihres Vorbilds teilhaben. Über die Instagram-App erhalten die Follower eine Benachrichtigung, können sich zuschalten oder Live-Videos kommentieren und mit Herzchen liken.

Als direktes Konkurrenzprodukt zu Snapchat zeichnete sich der Stream anfangs noch dadurch aus, dass der Inhalt nach Beendigung sofort gelöscht wurde. Dies wurde im März optimiert und die Videos sind nun 24 Stunden im Bereich der Stories abrufbar.

YouTube

Auch YouTube will seine Möglichkeiten in Bezug auf Live-Streams weiter ausbauen. Konnten zuvor nur YouTuber die Funktionen nutzen, die mindestens 10.000 Abonnenten ihr Eigen nannten, wurde die Hürde nun auf 1.000 Abonnenten gesenkt. Noch in den nächsten Monaten soll auch diese letzte Barriere fallen.

Wie auch Instagram und Facebook können Zuschauer mithilfe eines Live-Chats am Geschehen teilnehmen. Noch ist die Möglichkeit des spontanen Mobile-Live Chats via YouTube recht neu und genaue Zahlen sind noch nicht bekannt. Fakt ist, dass diese Funktion sicherlich eine große Bedeutung für Influencer bekommen und somit in direkter Konkurrenz zu Instagram stehen wird.

Twitter

Auch Twitter macht einen deutlichen Schritt hin zur professionellen Live-Streaming-Plattform. Eine API (Programmierschnittstelle) wird es künftig Unternehmen erleichtern, Videos in Echtzeit im Feed zu veröffentlichen. Ähnlich wie auch bei Facebook stehen dabei professionell produzierte Videos im Vordergrund. In der Vergangenheit bot Twitter nur über den Periscope Producer eine Schnittstelle für semi-professionelle Live-Videos an.

Auf dem US-Amerikanischen Markt findet der Dienst besonders im Bereich Sports und eSports großen Anklang. In Deutschland hat die gesamte Plattform allerdings nie richtig Fuß fassen können.

Was können wir festhalten?

In Sachen professionell produzierte Live-Streams stehen insbesondere Facebook und Twitter in Konkurrenz zueinander, wobei es auf dem deutschen Markt eher nach einem Kampf David gegen Goliath aussieht. Zurückgeführt auf die nur geringe Relevanz von Twitter hierzulande, wird sich Twitter wohl Nischen suchen müssen, um zu glänzen, während Facebook die breite Masse bedient.

Spannend wird es sein, zu beobachten, welche Plattform sich innerhalb der Influencer-Kreise durchsetzen wird. Der geschäftstüchtige Influencer ist auf mehreren Plattformen zuhause, ausschlaggebend werden also Werbespendings und Verträge mit Unternehmen sein. Momentan hat Instagram noch die Nase vorn, betrachten wir aber die Größe von YouTube, kann sich dies recht schnell ändern.

Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgangen sein, dass die Plattformen Snapchat, Meerkat und Periscope nur beiläufig erwähnt wurden. Aber sind wir mal ehrlich, es ist kaum jemandem aufgefallen, was wohl bezeichnend für alle drei Dienste ist.

Wir bleiben weiter live dabei und werden berichten!

 

Ein Kommentar zu “Live, liver, am livesten

  1. Christiane verfasst am Donnerstag, 06. Juli 2017 - 13:55 Uhr

    Gute Übersicht, danke!

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Verfasst von:

Julia May

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