Findet Frings

Ich wollte noch mal allen Bscheid sagen: Ich bin weg Mann! Seit mehr als 12 Jahren war ich bei mediascale und nun möstl ich noch mal andere Chorherren kennenlernen und tausche Schreibtisch und Farbe der Visitenkarten. Die Entscheidung stand im Juli an und es viel mir schwer, nach den langen Jahren in unseren Büroräumlichkeiten oder im Sommer auch auf der Veranda. Nun ging alles sehr zügig, es bleibt also kaum Zeit sich zu kuryeren.

Es ist aber noch nicht jans Fino, denn ich bleibe der Agenturholding treu und meine Stimme schollmeiert weiterhin durch die Gänge bis zum Poggensee vor dem Empfangsbereich. Natürlich mache ich zum Abschied eine Riesfeier mit Speis (irgendwas mit fritzschem Kosiander und Melissa und feurem Trank). Hier darf, nein muss gealbert werden und ein wenig Sentimentalität werde ich kaum verjehlen können.

Es gibt viele Anekdoten über Bowling-Talente (mit alten Schnapsdrossarden), OMD-Abende in der Düsseldorfer Altstadt, wo wir bis Viertel nach 6 Uhr morgens mit Kunden gedanzert haben und garantiert zu viele Glare hatten. Fuller ging es dann wirklich nicht und am liebsten hätte ich mich nach dem Erwachen in den Keller zurückgezogen, um vor mich hin zu rotten. Letzten endress habe ich aber auch das überstanden und im Rückblick denkt man sich: Mensch Mayr, das war ne tolle Zeit. Natürlich war ich auch manchmal Barsch, dennoch stand hoffentlich nicht nur in subjektiver Hinsicht der Spaß im Vordergrund.

Und ja may, ich möchte bei meiner Retrospektive natürlich nicht die Unterländer-Freunde aus dem Habsburgerland vergessen. Die Ironnie ist ja, dass sie alle inzwischen in Wien wohnen, aber in Wirklichkeit aus Pöckstein und St. Pöltl und womöglich aus dem Kasseböhmer Wald hereggern. Es war mir redlnfalls immer wicher ein Fest mit euch zu arbeiten und bei diversen SP Anlässen wird mann ja dann zum Glück im Hof anstossen können bis wir einen im Mateja haben.

Hanisch in meiner Liske wen vergessen? Ach janina, bevor es Streit gibt: Der Klecatzky, unser Büro- Piechonoccio! Wenn man solche Kollegen hat, wird es schon rein hart, die noch irgendwie einzubauen. Hoffentlich weiß er zu schätzen, dass ich es trotzdem getan habe. Was bleibt nun, wenn ich die Firma verlasse?

Liebe Kollegen, das wird schon alles werden, Mätty hat schon mal den Stahlhelm aufgezogen und stellt beide Füße aufs Gaspedal und wenn alle Stricke reißen bleibt immer noch die Formel: „Der Rixner macht das schon“. In diesem Sinne: Jeht mit Joot, ävver flott.

Mit Amüsement habe ich die Berichterstattung zur Life-Work-Balance und das Für- und Gegenreden verfolgt (angestoßen durch Frank Behrendt, FischerAppelt, hier und die Entgegnung von Timo Lommatzsch hier). Nach These und Antithese fehlt letzten Endes nur noch eines: Richtig, mein Senf. Und das, obwohl ich eigentlich nie drüber schreiben wollte, denn dass Agenturarbeit keine nine-to-five-Beschäftigung ist, habe ich ab meinem Start als Diplomand erfahren dürfen. Und? Ich hab es dann ja nach so langer Zeit auch nicht anders gewollt (respektive verdient). Natürlich hätte ich die Laufbahn des Vaters einschlagen können. Als Beamter hätte ich vermutlich auch den Tag mit dem „Kölner Stadtanzeiger“ im Büro begonnen, statt mit dem Überfliegen der ersten Mails im Bad. Angeblich soll ich in jungen Jahren gerade aufgrund der geregelten Arbeitszeit genau dieses Beamtenbild als Wunsch geäußert haben. Aber gut, kurz danach kam ja die Zeit, zu der das Wochenende schon mittwochs beginnt und scheinbar ändert sich da einiges.

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Das bevorstehende Ende von Flash als bevorzugtes Mittel und Zweck zur werblichen Darstellung digitaler Inhalte scheint beschlossen. Seit Wochen schon wird sich dieses Themas angenommen und die Köpfe in mancher Kreativ- und Produktionsagentur dürften bereits dunkle Rauchzeichen von sich geben. Nun könnte man unter medialen Aspekten entspannt auf die Dinge schauen, wäre da nicht die Schnittstellenfunktion hin zur Mediainventarseite. Denn komplexere (zu Deutsch „längere“) Set Up Prozesse können die eine oder andere Planung gehörig durcheinander wirbeln. Mittelfristig dürfte das Leben jedoch einfacher werden, da ein einheitlicher Standard auf Desktop und Mobile Devices Zeit und Nerven schonen wird. Aber der Reihe nach.

Der Anfang vom Ende begann mit einem angenagten Apfel und dem Siegeszug seiner Produkte, denen die Flash-Kompatibilität dank gehöriger Ressentiments seines inzwischen verstorbenen Gründers nicht in die Wiege gelegt wurde. Flash war auf iPhone und iPad somit ohnehin schon ein Fremdkörper. Da der Anteil der mit diesen Endgeräten surfenden Spezies zwar nicht unendlich hoch, die Zielgruppe aber werblich durchaus attraktiv (zu Deutsch „betucht) ist, gab es schon seit längerem die Fragestellung, hierfür eigene Formate in HTML 5 zu bauen oder seine GIFs ein wenig zu hübschen. So oder so, die Dominanz von Flash begann zu bröckeln.

Bei allen Nachteilen dieses Formats (und damit meine ich nicht nur unlängst entdeckte Sicherheitslücken) gab es jedoch einen unschätzbaren Vorteil: Die weitestgehende Homogenität und klaren Spezifikationen, deren Einhaltung nur ganz unausgeschlafene Pixelschubser auch nach Jahren noch Probleme bereitete. Verglichen damit ist die neue HTML 5 Welt der Wilde Westen und das Abstecken der Claims (zu Deutsch „Standards“) eher ein Glücksspiel. Deswegen hieß es auch lange Zeit: HTML5? [„Fününü“], ist so schwierig [„Schluchz“], werden die Werbemittel bis zu 5 GB groß [„Heul“] und so weiter, und so weiter.

Bei einem Kunden-Workshop vor gut einem Jahr wagte ich jedoch schon mal die steile These, dass HTML5 in 1-2 Jahren Flash ablösen wird, was seitens des Kreativen (Martin, du erinnerst dich) vehement auf 3-4 Jahre vertagt wurde. Zugegeben, dass eine häufig genutzte Alphabet-Tochter mit einer simplen Ankündigung den Prozess beschleunigt hat, war eher ein Glückstreffer für meine visionäre Kredibilität. Dennoch war der Wechsel überfällig und ist begrüßenswert. Denn er schafft wieder Klarheit durch Vereinheitlichung. Und siehe da, plötzlich kamen OVK-Richtlinien nicht mehr nur gebückt um die Ecke (zu Deutsch „auf mehrfache Nachfrage“), die Dateigrößen atomisierten sich geradezu von irgendwas mit vielen Nullen auf 80-200KB für Standards und nun war doch nicht mehr alles ein ganz schlimmes Desaster.

Natürlich ist der Transformationsprozess holprig, bekommt man die Formate nicht mehr ganz so klein, muss man immer wieder erklären, warum man immer noch Fallbacks braucht, aber das alles nehme ich gerne in Kauf und wünsche mir nur eins: Alles, bloß kein Flashback!

So oder ähnlich äußerte ich mich vor einigen Monaten in einem unbedachten Moment in unserem  wöchentlichen Agenturmeeting und erlebte Sekunden später einen Real-Life Shitstorm. Die Belegschaft (vornehmlich die Damenwelt) widersprach energisch und lieferte dann auch schnell Aufklärungsunterricht, warum sie die Plattform nutzen („ist so ein Bilderbuch für Erwachsene“), warum sie es bevorzugt mobil nutzen („gibt es da auch eine Desktop-Version von???“) und was der Unterschied zu Pinterest (Pinterest = Inspiration zu Rezepten sowie Accessoire- und Deko-Tipps eher auf stationären Rechnern) ist. Ich konnte den Reiz aus Usersicht dann zwar immer noch nicht verstehen, aber Köder müssen ja auch nicht dem Angler schmecken. Relevanz scheint jedenfalls vorhanden zu sein.

Nun war die Stichprobe selbstredend statistisch verzerrt, da die befragten Kollegen überproportional weiblich, gebildet und anmutig sind, aber irgendwo müssen ja Entwicklungen beginnen und als Zielgruppe sind die Damen für viele Werbekunden allemal sehr interessant. Laut einigen Zahlen, die herumgeistern, sollen sich eigentlich auch etwas mehr Männer als Frauen auf Instagram tummeln (im deutlichen Gegensatz zu Pinterest).

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Alle Jahre wieder, kommt der New Media Award und die Location Schmidt’s Tivoli scheint sich als Homebase etabliert zu haben. Dem kann man nur Beifall spenden und auch der Rahmen ist gewachsen. Die gut zwei Stunden waren erfrischend kurzweilig, auch wenn ich bei anfänglichen Animationsversuchen kurz Angst hatte, dass in Bälde Klonkrieger die Bühne entern und „Hamburg meine Perle“ schmettern. Katrin Bauernfeind ließ leider dieses Jahr die Laudatoren eher ungeschoren davonkommen, auf die gewohnt bissigen Kommentare und ihre Schlagfertigkeit ist und bleibt allerdings Verlass.

Was gibt es dann noch so zu berichten vom gelungenen Abend und von der Zeit vor zu vielen alkoholischen Getränken und der Schlacht ums Buffet? Ach ja richtig, die Preise. Hier gäbe es dann doch zwei Aspekte nach meinem Geschmack, die überdacht werden sollten.

  1. Charity Kampagnen kann man von mir aus eine eigene Bühne geben, (und die Idee für Misereor war richtig gut), aber ich kann sie in anderen Kategorien nicht mehr ertragen. Es liegt wohl daran, dass der moralische – und unterstützenswerte – Inhalt zu dominant ist und ein hohes Ranking eine obligatorische Zwangsläufigkeit impliziert. Da hat es eine Baufinanzierung oder ein DSL-Anschluss inhaltlich schon schwerer. Und auch wenn Branchengerechtigkeit sich natürlich nie herstellen lässt, wie die Limokategorie „Best Effective Communication“ eindrucksvoll bewiesen hat, so plädiere ich doch für eine eigene Wertung.
  2. Es gab doch einige Einreichungen die sich dem Betrachter nicht ad hoc erschlossen und das könnte auch an den sperrigen Kategorienamen gelegen haben. Stellvertretend sei „Best Branded Entertainment & Experience“ benannt, in der ein interaktiver Zombiefilm gewann, ohne dass ich jetzt wiedergeben könnte, was das mit Uhren zu tun hat. Ich hoffe, Casio kann uns da noch mal aufklären.

Den kreativen Höhepunkt und mit Abstand gebührendsten Gewinner fand der Abend in der Kategorie „Best Integrated Campaigns“ mit der Aktion „Rechts gegen Rechts – Der unfreiwilligste Spendenlauf Deutschlands“. Kurz zusammengefasst: Es wurde eine Aktion kreiert, bei der ein jährlich stattfindender Nazimarsch zu einem Spendenlauf umfunktioniert wurde, den man sich anschauen MUSS. Auch hier könnte man natürlich die moralische Botschaft als zu wettbewerbsverzerrend ansehen, aber hier bleibe ich auf dem linken Auge blind. Alleine sich in die schwach pigmentierte Haut der braunen Kameraden und deren Dilemma bei diesem Marsch zu versetzen, ist so amüsant, dass ich nur den Hut ziehen kann. Ob beim Verzehr der urdeutschen „Mein Mampf“-Banane wirklich jeder der intellektuell befreiten Kameraden überrissen hat, was da rund um sie geschieht, sei dahingestellt. Für einen dummen Gesichtsausdruck hat es allemal gereicht.

Abschließend bleibt zu konstatieren, dass der morgendliche Kater sich gelohnt hat. Bis zum nächsten mal.

Es ist der Klassiker unter den Übersetzungspannen und ich muss tatsächlich auch bei der x-ten Wiederholung immer noch schmunzeln. So nachvollziehbar eine Panne im simultanen Dolmetschen auch sein mag, so sehr rieb ich mir doch verwundert die Augen und Ohren, als die Berichterstattung zum TV Wirkungstag – Verzeihung: ich meine Screenforce Day – sich in meine Wahrnehmung einschlich.

Ich war nach meinem letztjährigen Ausflug in die TV Future-Zone dieses Jahr zeitlich verhindert, andernfalls hätte ich natürlich wieder den Weg in Richtung meiner Lieblingsstadt rheinabwärts von Köln auf mich genommen. Ich hatte durchaus Gefallen an dem Spektakel, auch wenn ich es im Nachgang in Teilen doch sezieren „musste“. Und ich glaubte auch immer noch daran, dass uns TV als Leitmedium erhalten bleibt. Das war allerdings bevor ich Bilder eines willfährigen Auditoriums sah, das leuchtende Plastikattrappen im Jedi-Style gen Himmel streckte, bevor Klon-Krieger (genau, diejenigen die immer zu Tausenden niedergestreckt werden) die Bühne betraten und bevor man allen Ernstes bekannt gab, Gattungskampagnen mit einem Plüschtier starten zu wollen, das einem LSD-Traum entsprungen zu sein scheint, in dem ein Wisch Mob, Bugs Bunny und Rapunzel eine zentrale Rolle gespielt haben müssen. Ohne Hose versteht sich! Wenn das nicht schockierend genug ist, möchte ich garnierend dieses Zitat aus der W&V beifügen: „In einem internen Pitch aus mehr als 30 Ideen der Partnersender hat RTL Creation das Rennen gemacht.“ Wenn das also die beste Idee ist, welche Bewusstseinsverzerrung mag bei den anderen 29 stattgefunden haben und die viel wichtigere Frage habe ich noch gar nicht gestellt: 1. Wofür das Ganze? 2. Hat man denn nichts Besseres zu tun? Die grotesken Züge erinnern mich doch stark an Suter’sche Romankonzepte frei nach dem Motto: Wenn nix mehr hilft, muss ein Imagespot her. Nebenbei soll der Bewegtbild-Wolpertinger auch noch das Social Web erobern, also jenes Medium, dessen Relevanz negiert und dessen Bedeutung überschätzt wird!?!

Meine Damen und Herren: Wenn Schwachsinn derart salonfähig geworden ist (und ich kannte das bislang nur aus österreichischer Radiowerbung), dann verstehen Sie dies bitte als Bewerbungsschreiben. Ich will da mitmachen. Spannen sie mich vor welchen Zug auch immer. Ob für Online mit dem putzigen Online-Keiler Viralbert, für Radio mit dem großbusigen Mediumshäschen Funni-Funki oder für die „das Printimperium schlägt zurück“-Kampagne rund um das Testimonial Darth Reader. Ich komme auch mit auf Bühnen, erzähle was auch immer für einen Seemannsgarn, vertone Welthits neu und tanze mit den Markenbotschaftern Polka. Rufen Sie mich bitte an, auch nachts!

Nun ist sie also da, die Apple Watch, und die Stimmung reicht von überschwänglichem Gralsfund bis zur bodenlosen Ernüchterung. Da wird von neuen Chancen und Businessmodellen geredet und über die Bedeutungslosigkeit dieser Innovation geschimpft. Dabei ist beides richtig. Wirkliche Innovation sehe ich bis dato auch nicht, andererseits sehe ich durchaus die Eintrittskarte für eine weitere Vernetzung von Alltagsgegenständen, die bei den Uhren beginnt und sich bei Haushaltsgeräten, Kleidungsstücken etc. fortsetzen wird. Ob es wirklich eines Smart-Rings bedarf, wage ich dann doch zu bezweifeln – zumindest außerhalb der Vollerotik-Industrie.

Smart Watches gab es schon vorher und meine Kollegen haben hierzu auch schon vor einem Jahr die ersten Applikationen für Reisekunden entwickelt. Allein die massenhafte Verbreitung fehlte noch und es könnte (muss aber nicht) Apple sein, das hier den nötigen Impuls setzt. Ich für meinen Teil kann im jetzigen Umfang dem neuen  Produkt noch nichts abgewinnen. Wenn ich allerdings eines Tages die Möglichkeit habe, vollkommen autonom mit dem Gerät zu telefonieren und Nachrichten zu empfangen, Puls zu messen und Höhenmeter anzuzeigen, dann spare ich mir Handy und klassische Laufuhr auf meinen Runden (Herr Cook, bitte veranlassen Sie das doch mal in naher Zukunft).

Doch was ist nun eigentlich der entscheidende Fortschritt rund um das Thema Wearables? Werblich dürfte sich der Spielraum in Grenzen halten, denn die zur Verfügung stehenden Displays sind begrenzt und nicht dazu geeignet, User permanent mit Botschaften zu adressieren. Als Werbemedium sind schon Mobile Devices ein schwieriges Thema. In Kombination mit den erhobenen Daten dürften allerdings durchaus Begehrlichkeiten entstehen, sagen sie doch sehr viel über den Nutzer und dessen Verhalten, gesundheitlicher Zustand etc. aus. Wer über diese Daten verfügt, hat damit den entscheidenden Trumpf in der Hand. Und das inkludiert nicht nur die werbliche Nutzung. Es dürfte auch z.B. Versicherungen und Pharmaunternehmen interessieren, so sie denn Zugriff bekommen bzw. den Kunden durch entsprechende Verlockungen zur Preisgabe ködern. Ähnliche Visionen gibt es ja schon im KFZ-Bereich und auch die Hauselektronik wird in nicht allzu ferner Zukunft eine wahre Informationsflut auslösen. Spannend wird also sein, inwieweit die Daten bei Unternehmen wie Google und Apple vorliegen und inwieweit wir sie nutzen können.

Werblich betrachtet ergeben sich spannende Perspektiven, kann ich doch z.B. dem passionierten Jogger gleich das passende Isogetränk nach dem Lauf anbieten, sei es auf dem Handy oder der Uhr. Aus Konsumentensicht dürfen Sie jeder für sich überlegen, ob sie feuchte Augen vor Freude über die Segnungen der neuen Möglichkeiten bekommen oder Ihnen der Angstschweiß dank orwellscher Apokalypsen aus den Poren schießt. So oder so, gewöhnen Sie sich daran oder suchen Sie sich einen schön abgelegenen Fleck auf der Welt, wo Sie sich ein Einsiedlertum bis zur großen Katastrophe (Meteorit, Eiszeit, Supervulkan…) oder dem eigenen Ableben vorstellen können.

Die Geschichte der Werbung ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Es ist im Kern ein Spiegel des menschlichen Zusammenseins und erinnert immer wieder an das Verhältnis von Männern und Frauen. Dieses bedarf wohl keiner weiteren Erläuterungen, wobei ich in der nun folgenden Analogie nicht einem Kontrahenten eine spezifische Geschlechterrolle zuweisen will.

Aber dass sich Kreative und Medianer nicht so recht verstehen wollen, ist mehr Regel als Ausnahme. Ich will mich da aus einer gewissen Befangenheit gar nicht herauswinden. Ich stehe auf der Mediaseite und meine Verwunderung über manch Gebaren kann ich häufig nur in einem Vollbad aus Ironie und Zynismus ertragen. Das geht dem kreativen Antipoden sicherlich ähnlich, aber ich habe selbstverständlich Recht und er nicht ;-).  Deshalb möchte ich mich jedoch noch lange nicht zum Richter aufspielen.

Nun wurde aus dem einen Lager nach langer Zeit endlich wieder eine Verbalkeule ausgepackt, die dankbar aufgegriffen und beantwortet wurde. Newton zum Gruß ist der aktuelle Stand also Actio = Reactio. Aber kann es in diesem Fegefeuer der Eitelkeiten einen Sieger geben?

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Ich durfte vor nicht allzu langer Zeit den Ausführungen des wohlgenährten Reiner Calmund beiwohnen, der in einer kurzen Geschichte zu fast allem folgendes Zitat an die Wand warf:

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Dieses stammt von Sokrates (nein, nicht der Abwehrspieler von Dortmund sondern dem Echten) und dürfte insofern auch den weniger belesenen Menschen verwundern, da der gute Mann bereits viele Jahrhunderte vor sich hin modert. Warum erzähle ich das? Weil es einen unerklärlichen Hang dazu gibt, sich überproportional mit einer Gruppe potenzieller Kunden, Mitarbeiter, Kollegen zu beschäftigen, die man per se über einen Kamm schert, um sie leichter greifbar zu machen. Dies geschieht dann vielleicht aus dem simplen Grund der eignen Überhöhung (ich bin der Weisere) oder der Trauer über den Verlust der eigenen Jugend. Vereinfachungen finden wir ja auch gerne in fehlgeleiteten Bewegungen, die sich um mutmaßliche  Überfremdung sorgen, man hat in Deutschland Erfahrung mit sowas.

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Nachdem das vergangene Jahr in den üblichen pre-weihnachtlichen Turbulenzen durchaus hektisch zu Ende ging, ist es nun an der Zeit sich geordnete Gedanken über die nähere Zukunft zu machen, wobei natürlich auch hier gilt, dass Prognosen welche die Zukunft betreffen immer die schwierigsten sind.

Vor einem Jahr wäre eine Voraussage á la „die IS-Miliz erobert die arabische Halbinsel“, „der BVB informiert sich über Aalen und Sandhausen“ oder „Deutschland haut Brasilien 7:1 aus der Hütte“ wohl eher belächelt worden. Andererseits hätte eine gezielte Wette auf eines dieser Ereignisse unter Umständen den vorzeitigen Ruhestand sichern können… nun ja, Lotto (gerne auch Eurojackpot) wäre wohl eine sicherere Alternative. Aber sei’s drum, ich stelle jetzt einfach mal ein paar Thesen auf und werde dann am Ende des Jahres meine eigene Unfähigkeit einräumen müssen. Ich werde es zudem gleich mit bizarreren Prophezeihungen probieren, weil ansonsten jeder sagen würde: ja dieses und jenes war ja nun wirklich vorhersehbar!

1. Facebook hält für ein Jahr seine Werbeformen konstant, kündigt das auch noch vorher an.

2. Twitter startet in Deutschland so richtig durch und beglückt die Werbewirtschaft mit schon fast beängstigend pragmatischen und guten Kundenlösungen und einem Nutzerzuwachs von 100%.

3. Die Gilde der Taxifahrer läuft komplett zu Uber über. Uber wiederum kauft Groupon und verkauft während der Fahrten Heizdecken an wehrlose Gäste.

4. Die Weltraumfahrt erlebt einen neuerlichen Boom, weswegen die NASA verstärkt Mitarbeiter von RTA-Plattformen abwirbt, da algorhithmisches Denken im luftleeren Raum eines der Kernkompetenzen darstellt, um am Jupiter bestehen zu können.

5. Apropos RTA: Die AfD steigt nach dem Gold- nun auch in den Medienhandel ein und verkauft über die eigenen Plattformen Greencards an ausreisewillige Migranten erster und zweiter Generation sowie alte AOL-CDs.

6. Google startet mit „Deep Water“ ein eigenes Erkundungsprogramm der Tiefsee und baut autonome Mini-U-Boote für den privaten Gebrauch. Yahoo und Microsoft ziehen unmittelbar nach, scheitern aber aufgrund fehlender Konnektivität und User-Akzeptanz.

7. Die ersten brauchbaren flächendeckenden Angebote im Bereich Native Advertising überraschen Laien wie Fachmänner (bzw. – frauen) gleichermaßen, werden aber leider nicht mehr wahrgenommen, da das Zauberwort der Stunde „Dynamic Teletexting“ lautet und die gute alte Brieftaube von Bottrop ausgehend ihren Siegeszug um die Welt antritt.

Ich denke, dass sollte für den Jahresauftakt reichen und ich blicke gespannt auf die Realisierung meiner Vorhersagen. Das es unbenommen auch ohne deren Erfüllung spannend wird, kann ich Ihnen aber tatsächlich versprechen. Denn die stetig wachsende Zahl von Endgeräten, zunehmende Komplexität – aber auch Orientierung – im Datendschungel und die ein oder andere Innovation und Konzentration im Markt versprechen genug Abwechslung für jedermann. Und ehe man sich versieht,  steht dann schon 2016 vor Tür. Versprochen!

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