Klartext!

Der oder das Blog ist aus der Welt des World Wide Webs gar nicht mehr wegzudenken. Der Begriff stammt aus dem englischen und hieß ursprünglich auch nicht Blog, sondern Web-log – eine Kombination aus den Worten web und logbook. Die Kreuzung dieser beiden Wörter macht durchaus Sinn, da Blogbeiträge erstens im Web erscheinen und zweitens der neueste Artikel ganz oben steht und sich damals meist wie ein Tagebucheintrag las. Mit der Zeit wurden die Begriffe Web-logger und Web-log den Nutzern in einer sich immer schneller drehenden Welt aber zu lang. Wer braucht schon zwei Silben, wenn es auch mit einer getan ist? Der Web-log wurde zum Blog und der Web-logger zum Blogger.

Folgt man der Definition aus dem Gabler Wirtschaftslexikon, handelt es sich bei einem Blog um ein „elektronisches Tagebuch im Internet“. Ob der Begriff Tagebuch dem Gros der Blog-Beiträge heutzutage noch gerecht wird, darf bei einem Blick in die Blogosphäre jedoch bezweifelt werden. Zu den weltweit beliebtesten Blogs, die im März 2017 die meisten Unique User verzeichnen, zählen unter anderem ein Klatsch-Portal für Prominente und die Huffington Post. Um nur zwei Beispiele zu nennen, die keine Ähnlichkeit zu einem Tagebucheintrag vorweisen.

Abbildung 1: Blograngliste nach unique usern (global), Quelle: http://www.ebizmba.com/articles/blogs

 

An allen Charakteristika des ursprünglichen Blogs wurde aber nicht gerüttelt. Nach wie vor ist das zentrale Kriterium eines Blogs, dass er Sachverhalte chronologisch abhandelt. Damit stehen Blogs für inhaltlich dynamische Websites. Das bedeutet, dass ein Sachverhalt nicht beendet sein muss, sondern immer wieder aufgegriffen werden kann. Nehmen wir den mediascale Blog als Beispiel, der über Jahre hinweg die neuesten Entwicklungen von Facebook begleitet und kommentiert. Oder den Comunio-Blog, der ab und zu Kauf- oder Verkaufsempfehlungen abgibt, die ein paar Wochen später kritisch beleuchtet werden.

Ein weiteres zentrales Merkmal eines Blogs besteht darin, dass die Blogger ihn als Medium nutzen, um ihrer eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen. Diese persönliche Sicht auf die Dinge ist oft ausschlaggebend, um das Interesse und Vertrauen der Blog-Leser zu gewinnen, die häufig stärker an und der Person hinter den Artikeln interessiert sind, als bei klassischen Medien.

Der Blogbeitrag als PR Instrument

Leser besuchen ausschließlich die Blogs, deren Themen sie interessieren und in deren Qualität und Urteil sie vertrauen. Dies bietet eine Plattform für werbetreibende Unternehmen, ihre Produkte in einem passenden, weniger werblichen Umfeld zu präsentieren. Erscheint der Artikel, in dem das Produkt eines Werbetreibenden beschrieben wird, in authentischem Layout der anderen Posts und äußert sich der Blogger positiv darüber, so hat dies eine ganz andere Wirkung auf die Leser als Produktwerbung in Form von Anzeigen. Wichtig ist jedoch nur, dass Blogger die Beiträge, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen entstanden sind, sichtbar kennzeichnen, um den Vorwurf der Schleichwerbung vorzubeugen.

Weiterhin bekommt der Werbetreibende vielfältige Beiträge und kreative Ideen zu seinem Produkt. Der Vorteil für den Kunden: Die Leistung muss nicht inhouse erbracht oder extern bei Agenturen eingekauft werden, sondern liegt in den Händen der Blogger. So kann ein Kunde aus der Lebensmittelbranche beispielsweise davon profitieren, wenn aus seinen Produkten ein leckeres Rezept hervorgeht. Häufig werden diese Beiträge von Lesern des Blogs geteilt und tragen so zu einer Verstärkung der Werbewirkung bei. Die Kehrseite der Outsource-Medaille besteht allerdings darin, dass das Unternehmen die Zügel nicht mehr allein in der Hand hält, sondern auf die Urteilskraft und Qualitätskontrolle der Blogger angewiesen ist.

Schließlich kann der Einsatz von Blogs, die Produkte des Unternehmens bewerben oder dieses gar namentlich in ihrem Fließtext erwähnen, dazu führen, dass das Unternehmen bei den Google-Suchanfragen höher gelistet wird. Der Vermarkter Blogfoster gibt auf seiner Website jedoch zu bedenken, dass Blogbeiträge nicht nur dem Ziel dienen, positive Resultate in Suchmaschinen zu erzielen. In erster Linie müssten die Blogbeiträge gut leserlich bleiben.

Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass prinzipiell jeder im Internet kursierende Blog für die Bewerbung eines Produktes in Frage kommt – sowohl für Influencer Marketing als auch für klassische Display-Anzeigen. Wie bei anderen Mediakampagnen auch, muss das Umfeld, in dem das Produkt ins Schaufenster gestellt wird, passen und die Qualität der Blogs sichergestellt werden. Auf einem vor Rechtschreibfehlern triefenden Blog präsent zu sein, stellt für Unternehmen keine gute PR dar.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich an Vermarkter zu wenden, die sich auf die Vermarktung von Blogs spezialisiert haben. Hieraus entstehen für die Werbetreibenden zwei wesentliche Vorteile: Erstens können kleinere Blogs zu Clustern gebündelt werden und zusammengenommen eine größere Reichweite abdecken und zweitens stellen die Vermarkter sicher, dass gewisse Qualitätsstandards eingehalten werden.

Wann sollte ein Unternehmen auf den Einsatz von Blogs setzen?

Wie bei jeder Mediplanung orientiert sich das eingesetzte Werbeformat an den Zielsetzungen der Kampagne. Für eine rein performanceorientierte Abverkaufskampagne ist ein Blogbeitrag wenig zielführend, da er im Verhältnis zu Bild-Text-Kombinationen oder klassischen Standardformaten (AdBundles) hinsichtlich CPO oder CPL das Nachsehen hat. Auch für Kampagnen, bei denen großflächig Aufmerksamkeit und eine hohe Reichweite erzielt werden soll, sollte ein Blogbeitrag nicht als erste Wahl in Betracht gezogen werden. Hier fährt der Werbetreibende mit Großformat- oder Bewegtbild-Formaten über die altbekannten Vermarkter besser, ist doch die Reichweite von Blogs sehr eingeschränkt. Interessant wird das Medium Blog, wenn eine kleine oder sehr spezielle Zielgruppe gezielt angesprochen werden soll oder eine tiefergehende Analyse des Produkts gewünscht ist.

Ein Kommentar zu “Blogbeitrag über den Blogbeitrag

  1. Anonymous verfasst am Donnerstag, 30. März 2017 - 13:24 Uhr

    Perfekte Erklärung für alle, die es bisher noch nicht wussten. 👍

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Verfasst von:

Moritz Liske

Telefon: 089-20504776 | E-Mail: m.liske@mediascale.de