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In New York haben gerade das Interactive Advertising Bureau (IAB) und die Network Advertising Initiative (NAI) die technischen Spezifikationen für eine zukünftige Darstellung von Profilinformationen in Onlinewerbemitteln veröffentlicht. Damit entsprechen sie ihren eigenen Sebstregulierungsbemühungen, die es auch zukünftig onlinewerbungtreibenden Unternehmen und Agenturen möglich machen, sowohl klassische Kampagnen als auch getargete Kampagnen auszusteuern. Die Veröffentlichung erklärt, wie dem User bereits im Werbemittel angezeigt werden kann, auf Grund welcher (Profil-)informationen er den jeweils angezeigten Banner zu sehen bekommt. Er kann auf ein standardisiertes Icon im Werbemittel klicken und kommt dann nicht auf die Seite des Werbungtreibenden, sondern entweder auf einen Layer, der diese Information bereithält oder eine spezielle Seite, die die Profilinformationen enthält. Damit hat der User einen transparenten Einblick und gleichzeitig die Möglichkeit, auf dem eingeblendeten Layer oder der angezeigten Seite zukünftige, profilbasierte Kampagnen des jeweiligen Kunden auszuschalten.

Sinnvoll? Auf jeden Fall!

Und zwar aus zwei Gründen:

1.    Transparenz für den User: Wie auch schon im FOMA-Targeting Manifest gefordert, sollen die User ganz klar wissen, wer welche Daten erhebt. Mit diesem Modell hat der User jederzeit die Möglichkeit, sich bereits im Werbemittel oder (was als zweite mögliche Variante gedacht ist), auf einer eigens dafür gebauten Microseite, über die verwendeten Profildaten zu informieren. Dies wird dazu führen, dass die Skepsis gegenüber profilbasierter Online-Werbung sinkt und gleichzeitig die Akzeptanz steigt.

Die zweite Form ähnelt unserem Vorschlag einer zentralen Seite, auf der der User sehen kann, welche Informationen über Targetings erfasst werden. Gleichzeitig bietet sie dem Kunden eine zentrale Möglichkeit des Opt-Outs. Heute schon zu finden auf www.meine-cookies.org.

2.    Machbarkeit auch für 3rd Party-Cookie Nutzer (Agenturen, Adserverdienstleister, Kunden etc.):
Ein Modell, das dem User die Möglichkeit gibt, sich auf einer Seite oder in einem Layer über die gespeicherten Daten zu informieren und ausserdem ein Opt-out durchzuführen, ist sinnvoll. Vor allem aber ermöglicht dieses Modell der werbetreibenden Zunft weiterhin die Nutzung ihrer technischen Infrastruktur, also ihren Adservern, die alle auf einer 3rd Party-Cookie-Technologie basieren. Wäre solch ein Modell in den USA nicht realisiert worden bzw. würde sich die EU gegen solch eine Möglichkeit für Europa aussprechen, wäre dies das Ende der werbetreibenden Industrie im Internet.

Warum?

Es ist heute schlicht technisch nicht praktikabel, ohne 3rd Party-Cookies sowohl eine normale, also nicht getargetete Kampagne, als auch eine profilierte Kampagne, auszusteuern. Denn dafür ist ein Adserver nötig, der immer auf Basis von 3rd Party-Cookies arbeitet. Würde man sich hiergegen verwehren und nur noch 1st Party-Cookies zulassen, könnten Kampagnen nicht mehr auf Seiten platziert, ausgesteuert und gemessen werden. Das hätte zur Folge, dass die Werbeeinnahmen der in der Regel werbefinanzierten Seiten wegbrechen und damit der zur Verfügung gestellte Content nicht mehr angeboten werden kann.

Und nun?

Bleibt abzuwarten, wie in Deutschland bzw. Europa die entsprechende Regelung aussehen wird. Wir können nur alle offensiv Aufklärung für solch eine machbare Regelung machen, die Alternativen wären verheerend!

Es gibt Tage, da werde ich sehr müde. Das sind komischerweise häufig Tage, an denen Menschen ihre Ansichten äußern, welche sie besser für sich behalten hätten, frei nach dem Motto: Hätten sie geschwiegen, wären sie Philosoph geworden.

In dem Zusammenhang hat sich Fr. Aigner mal wieder ganz weit nach vorne gebracht, als sie letzte Woche Facebook kritisierte. Das tat sie zwar grundsätzlich nicht zu Unrecht, aber in der Vehemenz in der sie richtige Ansichten falsch kommuniziert, muss man ihr entweder einen gesunden Humor unterstellen oder ein hohes Maß an Realitätsferne. Glaubt Frau Ministerin denn ernsthaft, dass es den Identitätsregulatoren interessiert, ob sie ihren Account löscht? Hier ist die Bestürzung sicherlich gigantisch auf Seiten der Betreiber, wenn sie es denn überhaupt mitbekommen. Was ist denn ein Profil, wenn man die Weltherrschaft fest im Visier hat? Nebenbei behält Facebook übrigens trotzdem ihre Daten Frau Minister, aber das ist ja wohl auch einer Ihrer Kritikpunkte. Wie sorgsam nun die gute Regierungsdame mit ihren Infos umgeht, das deckte dann die Qualitätspublikation Titanic auf. Denn parallel zum Ruf nach mehr Bewusstsein im Umgang mit persönlichen Daten, kann man ohne weiteres den Lebenslauf unserer obersten Landwirtschafts- und Ernährungsbeauftragten online einsehen. So erklären sich dann auch ein paar Dinge von selbst. Die Güdste kommt aus Feldkirchen-Westerham, wo sie 1964 geboren wurde. Wer den Ort nicht kennt, dem sei es am besten so beschrieben: Sie verlassen München Richtung Südosten und kurz bevor sie von der Erdplatte fallen, sind sie angekommen. Da ist es nur allzu logisch, dass man eine gewisse Distanz zu Urbanität und technischem Fortschritt hat. Wer sich allerdings so sehr engagiert wie die Bundes-Ilse und  u.a. Gruppierungen beiwohnt, wie dem „Hagelforschungsverein“ oder dem „Trachtenverein Mangfalltaler“ (Wegbeschreibung Mangfall > s. Feldkirchen) sei eine gewisse digitale Distanz doch wohl verziehen und für die Bauern tut sie bestimmt auch viel Gutes.

Da dürfte es auch beruhigen, dass Facebook nun einen nach eigenen Angaben hochwertigen Sicherheitsbereich eingerichtet hat. Wer hierbei ein digitales Guantanamo, Alcatraz oder Fort Knox erwartet, dem sei gesagt, dass es sich lediglich um ein Infoportal zum Thema Datensicherheit handelt. Hut ab für so viel Pioniergeist. Das ist ungefähr so wirksam wie ein kräftiger Tritt gegen die Waschmaschine, um den Geschirrspüler wieder zum laufen zu kriegen. Es ist dann ironischer weise auch fast so konsequent wie das Löschen seiner Facebookseite und vielleicht haben die Kontrahenten doch mehr gemeinsam, als man zunächst annahm. So könnte ich mir vorstellen, dass die nächste Botschaft unseres bajuwarischen Juwels an Mr. Zuckerberg lautet: From Mangfall With Love!

Es ist heutzutage nicht einfach sich über die unterschiedlichsten Verlautbarungen der Online-Branche, die täglich über den Ticker flattern, noch zu wundern, geschweige denn zu amüsieren.

Da schlage ich z.B. die aktuelle W&V (Nr. 18) auf und auf Seite 28 erklärt mir Herr Berndt von Publicis, dass für ihn ein „Bannering – System, das in Echtzeit Banner-Strategie und Kreation optimiert“ eine echte Innovation ist und sich mit diesem Tool bei der Neugeschäftsakquisition Türen öffnen. Na dann mal Glück auf, wenn das mal keine News ist! An dieser Stelle verweise ich gerne auf unseren Gewinn des NewMediaAwards 2009, den wir bereits letztes Jahr für eine Kampagne erhalten haben, in der genau solch ein Tool Teil des Erfolges war und durch die Jury mit dem Sieg belohnt wurde. Innovation sieht daher anders aus…

Merke 1: Nur weil ich etwas nicht kannte, ist es noch lange keine Innovation!

Auch die bahnbrechende News in der letzten Veröffentlichung des Adzine– Newsletters im Rahmen einer atemberaubenden Tooldarstellung der Onlinespeerspitze McKinsey: im Rahmen derer Analysen wurde die Modemarke Esprit hervorgehoben, die lt. Nielsen eine Steigerungsrate in den Spendings von 2008 auf 2009 von 48 Millionen Euro aufweist…. 48 Millionen Euro Steigerungsrate – wer’s glaubt wird selig. Es wäre schon ein Wunder, wenn das Gesamtspending 48 Mio Euro sein würde. Und auch dann sollte man den Zahlen nicht einfach glauben, denn 48Mio Euro bedeutet bei Nielsen ein Spending mit einem Durchschnitts-TKP von 5 Euro. Sind wir mal realistisch und nehmen unser Fachwissen hinzu, so stellen wir fest, dass Esprit v.a. eine massive Affiliatestrategie fährt und auch sonst eigentlich nur Restplätze bucht. Das wiederum heisst, dass der Durchschnitts-TKP sicherlich nicht bei 5 Euro, sondern eher bei max. 0,50 Euro liegt, eher aber wohl sogar bei nur 0,25 Euro. Und das bedeutet, dass aus der angenommenen Steigerungsrate von 48 Mio Euro irgendwas zwischen 2,4 Mio Euro und 4,8 Mio Euro werden wird – und jetzt sind wir wohl realistischerweise bei den Gesamtspendings und nicht bei der Steigerungsrate.

Merke 2 – Statistiken sind geduldig und im Detail meist falsch oder anders und glaube nur den Zahlen, die Du selbst gemessen hast….

Und so ließe sich die Liste der Hot News beliebig fortsetzen. Ich erspare es uns und fordere alle auf, sich sowohl bei der Veröffentlichung als auch der Interpretation solch nervenaufreibender Messages immer wieder selbst zu fragen,  ob das denn wirklich neu und auch nur einigermaßen fundiert ist. Denn am Ende sollte der Braten nicht nur dem Journalisten schmecken, sondern v.a. dem mündigen Leser ….

Das Wochenende naht und bei diesem schönen Frühlingswetter wollen alle möglichst pünktlich in den Feierabend. Daher liegt bei mir heute in der Kürze die Würze. Auf ProSieben.de läuft heute exklusiv der sog. „XXL-Layer“ für unseren Kunden mirapodo.de. Diese aufmerksamkeitsstarke Werbeform nimmt zu Beginn den gesamten Bildschirm ein und bleibt auch nach dem Laden der ProSieben.de Website sehr prominent auf der Seite integriert.

Der XXL Layer war auf ProSieben.de bis dato ausschließlich den Entertainment Kunden vorbehalten und konnte nur für Entertainment-Produkte wie DVD´s, Musik etc. gebucht werden. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese Werbeform erstmals auch für einen E-Commerce Kunden belegen konnten. Und so laufen die Schuhe von mirapodo.de heute noch den ganzen Tag über den ProSieben.de Bildschirm. Vielleicht brauchen sie auch noch ein Paar neue Frühlingsschuhe? Viel Spaß beim Shoppen!

Screenshot mirapodo auf ProSieben.de
Screenshot mirapodo auf ProSieben.de

Nun ist die Schlagzeile doch wieder sehr reißerisch geworden und ich möchte mich jetzt schon mal dafür entschuldigen. Die Firma AOL macht es einem aber auch häufig nicht leicht, neutral zu berichten. Nun kam gestern erst die Gute-Nacht-Mail von AOL Deutschland mit den, wie ich finde, passenden Worten: „[…]- wir haben bei AOL viel erlebt und Sie bestimmt auch mit uns […]“. Da nicke ich jetzt mal für alle Beteiligten und sage, dass insbesondere der zweite Teil durchaus den Nagel auf den Kopf trifft. In der Folge kam dann die Meldung, dass Yahoo zukünftig aol.de vermarktet oder besser gesagt langsam zu Grabe trägt. Mehr dürfte es wohl nicht sein, da die Wahrscheinlichkeit, dass frisches Blut in Form neuer Usergruppen auf die Seite kommt so gering ist, wie die Chance auf eine Genpoolausweitung in Alpentälern ohne Bahnanbindung vor 100 Jahren. Da fragt man sich auch gleich, wie der Pitch aussah. Zahlt zukünftig Yahoo Werbegelder an AOL oder muss AOL den Kollegen Geld dafür überweisen, dass sie sich den Bären aufgebunden haben? Außerdem bleibt offen, in welchem Kontext das Konstrukt nun zu sehen ist. Übernimmt jetzt ein starker Partner die bereits Totgesagten oder haben wir hier eher eine Sanierungsfusion wie sie z.B. eine Übernahme von GM durch Ford darstellen würde?

Bei AOL dreht sich das Rad dann auch gleich weiter. Die Yahoo’s versuchen wenigstens noch was zu reißen, indem sie Interesse an Foursquare signalisieren. Foursquare ist, wer es nicht kennt, die Apokalypse für jeden Datenschützer, bei dem jeder freiwillig sagt wo er gerade ist. Nebenbei kann man auch König seiner Stammkneipe werden, wenn man besonders oft da ist. Ob sinnvoll oder nicht, hier wird wenigstens Investitionsmut bewiesen, auch wenn die 100 Mio. wohl nicht reichen werden. Was macht hingegen AOL? Die haben als Agenda 2010 das Ziel, alles Tafelsilber zu verscherbeln, bevor der Rohstoffmarkt die Biege macht. Kaum ist die deutsche Dependance abgewickelt, spekuliert man über den Verkauf von Bebo und ICQ und damit kapituliert der sympathische Gratis-Stunden-CD-Dealer wohl endgültig vor Facebook und Konsorten. Das gibt am Ende des Jahres noch mal eine hübsche Dividende und dann wird es auch langsam Zeit, das Licht soweit zu dimmen, dass nur noch ein Nachtsichtgerät für klaren Durchblick sorgt. Wir haben schon viel erlebt mit den AOLern und im letzten Akt könnte das Ende wie folgt aussehen: „Bin ich schon raus? Das war ja einfach!“ – Der Vorhang fällt, ein höflicher Applaus und recht zügig leert sich das Theater. Im rausgehen hört man dann Satzfetzen wie: Eine tolle Vorstellung, aber das Ende war schon früh erkennbar!

Ich gebe es zu, ich dachte bis vor einem Jahr auch, dass es noch länger dauern wird, aber nun sind wir bereits mitten drin. Die Rede ist von Sozialen Netzwerken und ihrer Rolle für das E-Mail-Marketing. Klar ist, dass beide etwas mit „Dialog“ zu tun haben. Aber können sie im Zusammenspiel auch etwas erreichen? Gibt es eine WIN-WIN Situation? Inzwischen gibt es eine ganze Reihe interessanter Ansätze. Aber bevor ich in meinem nächsten Blogeintrag darauf eingehe, zunächst einmal Fakten aus Umfragen und Reports aus dem „Mutterland“ der Sozialen Netzwerke.

Aus einer Studie in den USA (ExactTarget: Expanding the Reach of Email Through Social Networks. Studie 2009) geht hervor, dass 46 Prozent der befragten Unternehmen im Jahr 2009 Social Media Funktionen in ihr E-Mail Marketing aufnehmen wollten. 2008 verfolgten nur 13 Prozent aller Befragten diesen Plan. Für das Jahr 2010 planen schon 69 Prozent der US-Unternehmen eine Integration von Social Media in ihr E-Mail Marketing. Fast die Hälfte betrachtet diese Zusammenführung als eine der wichtigsten Initiativen für das E-Mail Marketing in diesem Jahr. Über ein Viertel der Unternehmen setzt bereits Strategien der Integration um und weitere 24 Prozent suchen noch Lösungsmöglichkeiten für die Umsetzung ihrer Integrationspläne. 18 Prozent der Unternehmen würden gerne Social Media Komponenten in ihre E-Mail Kampagnen einbeziehen, sind allerdings damit überfordert (StrongMail Systems: 2010 Marketing Trends. Studie 2009)

Dennoch stellen sich bereits erste Erfolge bei der Integration von Social Media ein: 42 Prozent der befragten Unternehmen, die bereits Social Media in ihre E-Mail Kampagnen integrieren, erzielen dadurch einen größeren Kampagnenerfolg. Jedoch sehen 35 Prozent keine Verbesserung und 23 Prozent der Befragten sind nicht in der Lage, die Kampagnenergebnisse zu messen. (StrongMail Systems: 2010 Marketing Trends. Studie 2009)

Wie zwingend die Integration von Social Media und E-Mail-Marketing werden könnte, zeigt ein Blick auf die Bevölkerungsgruppe in den USA, die Soziale Netzwerke groß gemacht hat: Studierende wählten dort Facebook im Jahr 2009 zu ihrer beliebtesten Webseite. Die Popularität des Onlinekontaktnetzwerks stieg innerhalb von einem Jahr um fast das Doppelte. Fast 60 Prozent der weiblichen und 44 Prozent aller männlichen Befragten geben an, Produktinformationen über soziale Netzwerke wie Facebook zu erhalten. Dagegen abonnieren durchschnittlich nur 18 Prozent der Studierenden einen Newsletter als Quelle für Produktinformationen (Anderson Analytics: American College Students Survey. Studie 2009.)

Die Verknüpfung von Social Media und E-Mail Marketing ist demnach gerade für jüngere Zielgruppen von besonderer Relevanz. Diese setzen sich vermehrt mit sozialen Netzwerken auseinander und werden dadurch schneller auf Produktinformationen aufmerksam, die in solchen Netzwerken verteilt werden. Insgesamt werden momentan durchschnittlich vier bis fünf verschiedene Links zu Facebook, MySpace, Twitter, Digg etc. in ein US-amerikanisches E-Mailing aufgenommen (Silverpop Systems: Emails Gone Viral – Measuring “Share to Social” Performance. Studie 2009).

Aber was sind nun in den USA die Gründe Social Media und E-Mail Marketing zu integrieren? Rund 80 Prozent der Unternehmen, die E-Mail Marketing betreiben, sind der Meinung, dass der Einsatz von Social Media im E-Mail Marketing die Reichweite der Inhalte von E-Mailings erhöht sowie die Markenbekanntheit und -reputation stärkt (Balegno, Sergio; Tornquist, Stefan; Donahue, Sean: 2010 Email Marketing Benchmark Report Excerpt. MarketingSherpa LLC, Studie 2009). Darüber hinaus werden noch eine steigende Kundenloyalität und Kundenbindung zu den größten Vorteilen gezählt (StrongMail Systems: 2010 Marketing Trends. Studie 2009). Das Potenzial der Reichweite vergrößert sich jeweils um das Netzwerk des einzelnen Nutzers, der das E-Mailing auf einer sozialen Plattform kommuniziert hat. Die Einbindung von Social Media Funktionen in E-Mailings birgt demnach virale Marketingpotenziale. Außerdem haben die Inhalte von E-Mailings durch persönliche Weiterempfehlungen von Freunden oder Bekannten eine hohe Glaubwürdigkeit. Als weiteres Hauptziel der Integration von Social Media im E-Mail Marketing wird genannt, mehr Abonnenten für E-Mailings zu gewinnen, also neue Adressen zu generieren. Dies soll letztlich zu einer Neukundengewinnung führen.

Alle diese Studien zeigen: Die Integration von Sozialen Netzwerken und E-Mail Marketing ist in den USA nicht mehr aufzuhalten! Und ich kann mir  nicht vorstellen, warum dies nicht auch für Deutschland gelten sollte – trotz der deutlich größeren Bedenken zu Privatsphäre und Datenschutz. Doch welche Möglichkeiten der Verknüpfung beider Kanäle gibt es nun genau? Hier hat sich gerade in den letzten Wochen einiges getan.

Mehr dazu können Sie in meinem nächsten Blog-Eintrag lesen…

Das lange gehütete Geheimnis wird hiermit gelüftet: Eigentlich sollte es eine offizielle Pressemitteilung geben, aber ich konnte es einfach nicht erwarten „The Next Big Thing“ hier in meiner kleinen Selbstdarstellungsecke zu posten. Mit facegott.com schaffen wir ein Portal, welches eine zentrale Anlaufplattform für religiös orientierte Menschen im digitalen Zeitalter darstellt. Leiten wird die Geschicke der Digital Religion Mentor „Holy B“. Ich für meinen Teil werde zukünftig für geistige Umnachtung zuständig sein und die Jünger (ugs. „Faithfullys“ oder kurz „Fullys“) begeistigen, wenn diese schwach werden. Wie das genau aussehen wird, weiß ich auch noch nicht so recht.
Aber was ist nun die Idee und das Neue an unserer religiösen Community? Zunächst mal ist uns ja allen klar, dass die klassischen Religionen auf ganzer Linie versagt haben. Gerade in unserer westlichen Hemisphäre kommen die Kirchen aus vielfach bekannten Gründen nicht mehr um einen Relaunch herum. die Die meisten sind außerdem sowas von nicht web 2.0lig, dass einem der Laptop einschläft.

Abrechnung via TKP und CPP, Vergebung durch Cookies

Nun aber sind alle Probleme gelöst: Bei facegott.com kann man spirituelle Postings austauschen, Halt finden in dieser schnelllebigen Zeit und per Zufallslos einmal am Tag mit Holy B persönlich über die persönlichen Probleme und die Bürden der irdischen Welt diskutieren. Es werden die grundlegenden Funktionalitäten der herkömmlichen Communities aufgegriffen und diese dann in ein gregorianisches Look & Feel übersetzt. Eine Statusmeldung heißt „Enlightment“ und das kommunizieren mit anderen Fullys wird als „prayen“ bezeichnet. Sünden vergeben wir gegen eine Zahlung von sog. „Oblate Credits“, den Religion-Cookies. Die zuständige Abwicklung übernimmt singemäß Padre Don Simonsis. Er berichtet direkt an G.O.D. Finanzieren wird sich das Netzwerk der spirituellen Zukunft zudem über Werbung. Hier kommen neben klassischen Werbeformen auch selbstbetende Rosary-Ads sowie Baptism-Ads im Login Bereich zum Einsatz. Als Sonderwerbeform wird der Heavenscraper angeboten. Abgerechnet wir auf TKP- (Tausende Kreuze-Preis) oder auf CPP-Basis (Cost per Pray).

Die Bekanntmachung erfolgt über virale Spots und Guerilla-Aktionen unter dem Claim „face gott, aber flott“. Die Werbemittel werden InChurch erstellt. Weitere Werbung ist aufgrund der Produktstärke nicht notwendig. Hierzu noch mal Holy B: „Unser Produkt überzeugt durch ganz neue Möglichkeiten der Konvertierung- insbesondere für Amtskirchen. Zusätzlich werden wir auch einen Kirchenaustrittsdienst anbieten der es den Usern ermöglicht, direkt seine konfessionellen Fesseln abzulegen und gleichzeitig noch ordentlich Steuern zu sparen. Das gesparte Geld kann dann sinnvoll in eigene Temple-Pages investiert werden (die ersten 1.000 Angemeldeten – Unkostenbeitrag: 2.500€ – erhalten im Himmel Luxuswolken mit Meeresblick) oder direkt in der Donation-Corner der Digitalen Religion des Vertrauens gespendet werden.

Schöner kann die Religion der Zukunft nicht aussehen. Surfet hin in Frieden und werdet ein Teil der schönsten Konfession, seit es Religionen gibt.

Ich bin immer wieder verblüfft, worauf manche Menschen doch so kommen. Nun stellen Sie sich einmal vor, dass ein nicht näher genannter Branchendienst herausgefunden hat, dass sich Facebook vor allem für die Pflege privater Kontakte eignet. Das wiederum war mir bis dato völlig neu und ich werde mich vielleicht doch mal registrieren, denn nun weiß ich, warum ich keine Freunde mehr habe. Ich dachte immer, es läge an meinem Raubtierodem oder an meinem grenzdebilen Humor. Aber nein, in Wirklichkeit war es nur ein Problem der Pflege. Außerdem konnte ich nicht mehr mitreden, wenn sich die Kolleginnen zur „Entspannung“ mit Weizenzucht und Erntemaschinen beschäftigt haben. Ich bin gleichermaßen erleichtert und erleuchtet und werde mein neues Wissen nicht scheuen, der Weltöffentlichkeit preiszugeben. Daneben habe ich noch spannende Erkenntnisse wie „Hand im Häcksler erspart dir den Handschuhkauf“, „trinken macht Durst überflüssig“ und „vorne ist das Pferd hinten als höher“. Außerdem behaupten fast 100%, die diesen Blog gelesen haben, dass sie ihn gelesen haben und auch das stimmt mich froh in so turbulenten Zeiten. Es gibt allerdings noch ein paar offene Punkte, die ich gerne in einer Umfrage klären würde:

Stimmt es, dass Schalke-Fans nicht in gelb-schwarzen Socken schlafen?

Wie viele User von StudiVZ geben an, Student zu sein?

Würden Sie sich gut finden, wenn Sie nicht Sie wären?

Zuschriften zu diesen Themen nehme ich gerne an per Fax, Telegramm und Flaschenpost.

Lieber Spammer aus dem Horizontalen Gewerbe,

mit Freude haben wir bei mediascale zur Kenntnis genommen, dass Du (ich verzichte auf das „Sie“, weil es in Deiner Branche wohl eher üblich ist von der heißen Olga, als von der scharfen Fr. Rogaschowa zu sprechen) meinen Artikel zur Pornosucht der Hamburger Morgenpost im Crawler gefunden hast. Das Du dann auch noch einen Kommentar hinterlässt, finden wir schön und zeigt, dass diese Möglichkeit der Interaktion auch tatsächlich funktioniert und Zuspruch findet. Als Text wähltest Du die fast lyrischen Worte: Geiles Fickdate auf Hamburger Messe | Geile Luder | www

Dieser poetischen Wortgewalt habe ich nicht viel hinzuzufügen, ich möchte aber doch noch mal kurz auf ein paar Kleinigkeiten hinweisen:

1. „Fickdate“ ist in dieser Form nicht möglich lieber Autor. Entweder wir bleiben im teutonischen Heimatklang, dann müsste es „Fickverabredung“ heißen oder wir verfallen ins randeuropäische und dann sollte hier wohl „Fuckdate“ stehen.

2. „Auf Hamburger Messe“ ist ein Konstrukt, dass meiner Deutschlehrerin Alpträume beschert hätte. Korrekt muss es natürlich auf „der“ Hamburger Messe heißen. Gehst Du noch mal Schule, oder?

3. Geile Luder war uns ein bisschen zu abstrakt. Hier wäre eine genauere Beschreibung nicht schlecht gewesen.

4. Eine Verlinkung sollte grundsätzlich funktionieren.

5. Das Regio-Targeting hat auch nicht so ganz funkioniert. So schön die Luder in Hamburg auch sein mögen, die grundsätzliche Möglichkeit des bezahlten außerehelichen Beischlafs besteht auch in München (s.a. Skandal im Sperrbezirk) und man munkelt, dass auch was fürs Auge dabei wäre.

Man sieht also, dass auch in einem durch und durch professionalisierten Gewerbe – welches zudem als ältestes der Welt gilt-  immer noch Optimierungspotenziale stecken. Bitte liebe Spammer versorgt uns auch weiterhin mit interessanten Surftipps, vorzugsweise zu folgenden Themen: Drogen, Prostitution, Alkohol, Schokolade, Fischbrötchen und atomar betriebene Eisbrecher.

Es dankt,

Euer msc Team (tendenziell der männliche Teil der Belegschaft)

 


Wie wir bereits zum Auftakt der Lexikonreihe gelernt haben, hat Targeting viele Gesichter. Es spannt einen breiten Bogen und reicht von der einfachen Zielgruppenansprache bis hin zur hochtechnischen und gezielten Ansprache ausgewählter Profilgruppen.

In unserem Targetinglexikon wollen wir versuchen, die verschiedenen Grundformen des Targetings so zu erläutern, dass nicht nur Experten verstehen, was sich hinter den Fachbegriffen versteckt.

Unser heutiges Thema: Umfeldtargeting!

Umfeldtargeting nennt man alle Ansätze, die mit Hilfe von technischen Mitteln versuchen, eine Onlinekampagne im dazu passenden redaktionellen Umfeld zu platzieren.  Damit nicht zu verwechseln ist die Buchung von inhaltlich geeigneten Rubriken – also etwa des Reisechannels im Gegensatz zur Run-Of-Alles-Platzierung. Das nennt sich dann bitte nicht Targeting, sondern Mediaplanung.

Lösungen, die automatisiert die Kampagne aufs Umfeld schalten wollen, versuchen den Inhalt der Website, auf welcher der Bannertag eingebaut ist,  zu analysieren, indem sie den Text „lesen“ und dann nach einer mehr oder weniger ausgefeilten Schlagwortliste werblich nutzbaren Kategorien zuweisen.

Dies wirft  allerdings eine  ganze Reihe von Problemen auf.  Relevanter Content ist  fast immer auch aktueller Content, und die meisten aktuellen Inhalte stehen auf dynamischen, also erst bei Anforderung durch den Browser erzeugten, Webseiten. Dies bedeutet aber, dass das Targetingsystem die Seiten nicht einmalig absuchen und kategorisieren kann, sondern dass dieser Vorgang häufig  wiederholt werden muss.  Auf vielen Seiten muss die Analyse und Zuweisung sogar real-time, das heißt direkt beim Aufruf der Seite erfolgen. Dies macht das System technisch aufwändig und damit teuer.

Ein zweites, weit größeres Problem ergibt sich daraus, dass sich die tatsächliche Bedeutung eines Begriffes und damit die Eignung des Umfelds, mit dem Kontext sehr stark verändern kann: Viele Wörter sind homonym, also mehrdeutig.  Die Firma Zwilling ist sicherlich glücklich, Werbung für ihre Messer  im Umfeld eines Onlinekochkurses platziert zu sehen, in dem der richtige Umgang mit Messern gelehrt wird. Erscheint dasselbe Werbemittel neben der Meldung über einen mit einem Küchenmesser begangenen Mord,  ist das ein potentieller Kommunikations-GAU.  Frühe Lösungen für Umfeldtargeting waren berüchtigt für solche Fehlschlüsse – der Airlinebanner neben dem Bericht über den Flugzeugabsturz ist hierfür das bekannteste Beispiel.

Eine Antwort auf dieses Problem versucht das sogenannte Semantische Targeting zu geben. Dabei werden von  Hand lexikalische Listen von Wortzusammenhängen erstellt und in der Software hinterlegt.  Anhand dieser Listen fällt es dem System leichter zu entscheiden, welches inhaltliche Umfeld auf einer Seite tatsächlich vorherrscht und ob dieses „gut“ oder „böse“ ist.  Somit eignet sich semantisches Targeting im Prinzip auch, um nach dem Ausschlussprinzip  technisch zu verhindern, dass eine Werbekampagne  in unerwünschter Umgebung, etwa solcher mit pornographischen oder gewaltverherrlichenden Inhalten, erscheint.

Trotz dieser Möglichkeiten ist das semantische Targeting von allen aktuellen Targetingformen sicher die Variante mit der geringsten Verbreitung. Der Grund hierfür ist simpel: Da Entwicklung und Unterhalt eines solchen Systems aufwändig und teuer sind, verlangen die Anbieter für dessen Nutzung auch entsprechende TKP-Aufschläge. Diese sind aber, im Gegensatz zu anderen Targetingformen, nicht in der Lage einen echten Mehrwert gegenüber konventionellen Umfeldbuchungen zu liefern. Deshalb haben sie sich bis heute im Onlinemarkt nicht wirklich durchsetzen können. Und auch für  den reinen Ausschluss unerwünschter Umfelder gibt es eine einfache, kostenfreie Lösung: Keine seröse Agentur bucht bei Vermarktern, die entsprechende Inhalte mit Kampagnen belegen.

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