mediascale Blog

Unsere liebe Kollegin Nadine Schollmeier genießt aktuell ihre Auszeit in den USA. Von dort hat sie uns einen Reisebericht geschrieben. Für alle, die sich für ihre Erkenntnisse zur Medienlandschaft in USA interessieren, hier eine kurze Übersicht:

  1. Digitalisierte Billboards: In den USA wird einem während des Fahrens so einiges abverlangt. Neben verwirrenden Straßenschildern gibt es riesige Billboards, die teilweise bereits digitalisiert sind und damit auch wechselnde Inhalte präsentieren. Doch nicht nur bunte Werbung kann ablenken: Zwischen den einzelnen Werbeeinblendungen sieht man auch gerne mal eine Fahndungsmeldung der Polizei.

2. Nachrichtenwert vs. Entertainment: Bei amerikanischen Radiosendern steht Unterhaltung absolut im Vordergrund, Nachrichten und Informationen sind eher zweitrangig. Selbst die Werbespots sind in der Regel eher unterhaltend als informativ. So ruft ein Hausbesitzer, dessen Haus bereits lichterloh brennt, lieber hundertfach den Pizzaservice als die Feuerwehr. Drückt den Lieferanten dann Wassereimer in die Hand um sein Haus zu retten – denn natürlich sind die Lieferjungs schneller als die Feuerwehr.

3. Couponing: Nadine ist leidenschaftliche Schnäppchenjägerin und liebt das sehr geläufige Couponing in den USA. Bewaffnet mit ausgedruckten und digitalen Coupons sowie zwei Cashback Apps geht sie in ihrer aktuellen Wahlheimat einkaufen. Couponing ist ein alter Hut, Cashback ist der neue Trend. Dank der Kombination von Angeboten, Coupons und den Apps ist es ihr bereits mehrfach gelungen, einzelne Lebensmittel komplett kostenlos zu bekommen, beziehungsweise sogar mit einem Plus aus dem Laden zu gehen.

Dir, liebe Nadine, wünschen wir noch eine schöne Zeit! Wir freuen uns schon riesig auf deine neuerworbenen Backkünste!!

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Vor etwa einem Jahr ist die Idee zu meiner Auszeit entstanden. Kaum zu glauben, dass eben diese schon wieder halb vorbei sein soll.

Der Zufall will es, dass ich kein ausschließlich berufliches Interesse an Cookies besitze. Zugegeben, an den Wochenenden konzentriere ich mich auf die essbare Variante und erweitere mein Repertoire auch um Kuchen und Torten. Als ich bei meiner Recherche zum Zeitvertreib in der Auszeit über die Wilton School of Cake Decorating & Confectionery Art gestoßen bin, war es um mich geschehen.

Ende Februar habe ich mich dann auf den Weg nach Chicago gemacht. Entgegen aller Befürchtungen war die Einreise mit meinem ESTA Visum ein Klacks. Mit dem Mietauto ging es dann in einen der Vororte, um von dort regelmäßig zur Schule zu fahren. Für alles was ich dort so erlebe, gibt es einen eigenen Blog. Hier möchte ich vielmehr meine außerschulischen Erlebnisse und die Eigenheiten, die mir in meinem täglichen Leben begegnen, teilen. Am besten, ich beschreibe einen typischen Sonntag.

Nach einem ausgiebigen Frühstück um 8am morgens geht es nach Darien in die Wilton School, beispielsweise zu einem Tagesworkshop in Sachen „Modeling Chocolate“. Vorbei an dem verrücktesten Verkehrsschild, das ich hier bisher gesehen habe:

Es würde mich ja nicht wundern, wenn ein Straßenarbeiter angefahren wurde, weil ein Autofahrer gerade versucht hat, das Schild zu entziffern. Ich war mir kurzzeitig nicht sicher, ob hier ein Kopfgeld auf die Arbeiter ausgesetzt wurde, da ich beim ersten Leseversuch nur bis „HIT A WORKER $“ gekommen bin.

Überhaupt wird einem hier während des Fahrens so einiges abverlangt. Neben verwirrenden Straßenschildern gibt es riesige Billboards, die teilweise bereits digitalisiert sind und damit auch wechselnde Inhalte präsentieren. Zwischen den einzelnen Werbeeinblendungen sieht man dann auch gerne mal eine Fahndungsmeldung der Polizei. Zum Glück sind die Straßen größtenteils mit dem Lineal gezogen und wirklich schnell fahren ist ja auch nicht erlaubt. Allerdings kann ich nur jedem raten, die Augen strikt auf die Straße vor sich zu richten. Schlaglöcher, so groß, dass ein komplettes Rad darin verschwinden kann, sind durchaus keine Seltenheit. Am Rand liegen dann die Überreste der völlig zerfetzten LKW Reifen, die – wenn man sie überfährt – zu sehr gefährlichen Flugobjekten werden können. Meine bisherigen Highlights an Fundstücken auf der Interstate 55 sind ein kleiner Sessel, eine silberne Stoßstange vom hinteren Ende eines Autos, zwei Meilen später die vordere sowie eine Holzschublade. Ich möchte hinzufügen: alles an einem Tag während der Fahrt zur Schule und zurück. Leider bin ich dem silbernen Auto nie begegnet, aber ich bezweifle schwer, dass es seinen Fahrer bis ans Ziel gebracht hat.

Einen tollen Radiosender habe ich auch schon gefunden. Auf 100.3 – WSHE läuft 2nd Date Update. Eine am ersten Date beteiligte Person richtet sich mit dem Wunsch nach einem investigativen Anruf bei der zweiten Datehälfte an den Radiosender. Nachdem Anrufer eins seine Version der Geschichte erzählt hat, wird die zweite Person angerufen und kann ihre Version zum Besten geben. Und dann kommt die Frage: Möchtest du auf ein zweites Date mit X gehen? Wir bezahlen! Wirklich äußerst unterhaltend, und man sieht das Ende in den wenigsten Fällen kommen. Wer rechnet schon damit, dass sie sich kurz nach dem Date beim Verlassen ihrer Wohnung mit der Vordertür die Zähne ausgeschlagen hat, und ihm jetzt so lange aus dem Weg gehen will, bis der Zahnarzt sich dem Problem angenommen hat? Generell würde ich sagen steht bei den hiesigen Radiosendern Unterhaltung absolut im Vordergrund. Selbst die Werbespots sind in der Regel eher unterhaltend als informativ. So ruft ein Hausbesitzer, dessen Haus bereits lichterloh brennt, lieber hundertfach den Pizzaservice an als die Feuerwehr. Drückt dem Lieferanten dann Wassereimer in die Hand, um sein Haus zu retten. Denn natürlich sind die Lieferjungs schneller als die Feuerwehr.

Nach einer zwanzigminütigen Fahrt komme ich dann auch schon in der Schule an. Ich musste bereits feststellen, dass alles unter einer Stunde Fahrzeit nicht wirklich ungewöhnlich ist. Zwischen 9am und 4pm wird gewerkelt, geknetet, geformt und dekoriert, bis dann so etwas entsteht:

Dann fällt mir ein, dass mein Kühlschrank komplett leer ist, also nichts wie ab zum Walmart an der nächsten Ecke. Parken ist glücklicherweise absolut kein Problem, denn was für mich ein großes Auto ist, geht hier eher als untere Mittelklasse durch. Aber zurück zum Shopping! Ich gebe es zu, ich bin ein Schnäppchenjäger und da kommt mir Couponing in den USA sehr gelegen. Bewaffnet mit meinen ausgedruckten als auch digitalen Coupons sowie zwei wunderbaren Cashback Apps mache ich mich ans Werk. Genau genommen ist Couponing nämlich schon ein alter Hut, Cashback ist der neue Trend. Dank der Kombination von Angeboten, Coupons und den Apps ist es mir bereits mehrfach gelungen einzelne Lebensmittel komplett kostenlos zu bekommen, beziehungsweise tatsächlich sogar mit einem Plus aus dem Laden zu gehen. Ich bin in der Zwischenzeit so geübt, dass ich den Cashback schon bestätigt bekomme, bevor die Einkäufe im Auto verstaut sind.

Bezahlt wird natürlich ausschließlich per Kreditkarte. Sollte man dann doch Bargeld benötigen, muss man hier sein Auto dazu nicht verlassen. Drive Through ATM ist das Zauberwort, und natürlich lässt man sein Auto in der Zeit auch schön weiterlaufen.

Zuhause angekommen habe ich keinerlei Probleme, mein Essen zu kühlen oder zuzubereiten, denn auch die Elektrogeräte sind entsprechend riesig. Allerdings musste ich mich beim Anblick mancher „Familienpackungen“ doch auch fragen, wie groß denn so eine amerikanische Durchschnittsfamilie ist. Mal kurz eine Gallone Eis zum Nachtisch ist durchaus eine Ansage.

Man gewöhnt sich sehr schnell an die Annehmlichkeiten und vor allem das Level an Service das einen hier permanent umgibt. Ich bereue meine Entscheidung keine Sekunde und genieße jeden Tag in vollen Zügen. Mein kleiner Wunsch an Petrus: Frühling! Diese Woche soll es sogar nochmal Schnee geben, nur um dann am Wochenende das Thermometer auf 20 Grad Celsius schießen zu lassen. Aber abgesehen vom Wetter freue ich mich auf die zweite Hälfte meiner Auszeit, noch mehr Kurse und einen musikalischen Roadtrip durch Memphis und Nashville und damit ganz vielen Chancen, Land und Leute noch besser kennenzulernen, als es mir bisher möglich war.

Ach, fast hätte ich es vergessen: Ein süßer Gruß in die Heimat mit dem ersten aus Isomalt mundgeblasenen Nupsi der Welt!

5…4…3…2…1… und schon ist das Bild verschwunden. Es gibt noch einen Joker. Du kannst Dir das Ganze noch einmal ansehen, danach ist es dann aber wirklich weg. Und wer so schlau ist und denkt, mit einem Screenshot hat er das Bild gesichert – Todsünde! Zumindest ein ungeschriebenes Gesetz unter den Usern der App. Screenshots werden nicht gemacht, und wenn doch, wird der Absender direkt darüber informiert.

Bei wem es immer noch nicht klick gemacht hat, dem helfe ich gerne auf die Sprünge – es geht um Snapchat! Eine App, die seit 2011 sämtliche Smartphones und das Leben ihrer Besitzer revolutioniert. Die Idee dahinter: Snapchat ermöglicht es seinen Nutzern, Fotos, die für maximal 10 Sekunden sichtbar sind, an Freunde zu versenden. Um das Ganze noch interessanter zu machen, stellt Snapchat seinen Nutzern jeden Tag neue lustige Filter zur Verfügung, mit denen die Fotos kreativ aufgehübscht werden können. Zudem ist es möglich, kurze Videos zu verschicken, die nach einmaligem Ansehen ebenfalls wieder verschwinden. Simpel, aber erfolgreich: Snapchat verzeichnete im Dezember 2016 stolze 158 Millionen Nutzer und setzte dem Erfolg im März 2017 mit dem Börsengang die Krone auf.

Ein solcher Hype um eine App bleibt Werbetreibenden natürlich nicht verborgen, sodass der Schrei nach Werbemöglichkeiten und Productplacement auf Snapchat immer größer wurde – erfolgreich. Bis letztes Jahr war eine Buchung von Snapchat in Deutschland nur in Kombination mit UK möglich. Vor kurzem hat Snapchat final die Tore für Werbetreibende in Deutschland geöffnet, sodass es ab sofort möglich ist, allein Snapchat Deutschland zu belegen und zu buchen. Grund genug für uns, die Marketing Optionen in der App vorzustellen.

Sponsored Geofilters

Da sich bei Snapchat alles rund um Bilder und Filter dreht, ist eine der beliebten Werbemöglichkeiten der Sponsored Geofilter. Damit besteht die Möglichkeit, ein Bild mit einem Filter seiner Marke zu branden. Der Filter kann mit diversen Targetingkriterien gebucht werden, sodass beispielsweise mit Geotargeting und Datumangabe die Neueröffnung eines Stores beworben werden kann. Das Selfie wird gemacht, an sämtliche Freunde geschickt und schon verbreitet sich die spielerische Werbung wie ein Lauffeuer.

Snapchat Werbefilter von Starbucks und Michael Kors

 

Snap Ads

Da Fotos und Videos, die nur für wenige Sekunden sichtbar sind, auf Dauer langweilig werden, hat sich Snapchat im Laufe der Zeit etwas Neues einfallen lassen und sogenannte „Stories“ eingeführt. Diese sind dann für ganze 24h sichtbar. Angezeigt werden dem Nutzer die Stories in einem extra Newsfeed in der App. Der Snapchat Nutzer hat hier eine Übersicht aller Stories seiner Freunde und die Möglichkeit, diese innerhalb von 24 Stunden so oft er möchte anzusehen. Der User sieht sich dementsprechend mehrere Stories hintereinander an. Und natürlich besteht auch hier die Möglichkeit, geschickt Werbung zu platzieren. Vorstellen kann man sich das wie ein MidRoll: Man sieht sich nach und nach die Stories seiner Freunde an und zwischendurch kommt ein Werbevideo. Optimal ist es natürlich, wenn das Video so gut gemacht ist und so gut in den Content passt, dass dem Snapchat Nutzer gar nicht auffällt, dass es sich dabei um eine Werbeanzeige handelt. Das Video sollte daher kein klassisches Werbevideo sein, sondern im Snapchat Style, also kurz, selfmade und mit Filtern gestaltet werden. Für den Werbetreibenden besteht neben einem klassischen Video auch die Möglichkeit, eine Canvas Ad aus Fotos, Videos und Artikeln zu bauen. Diese kann der Nutzer dann durch Swipes nach unten nacheinander angezeigt bekommen. Zudem können Videos zum direkten Download einer App auffordern oder nach extern verlinken. Definitiv eine spannende Platzierungsmöglichkeit für eine Marke!

Bei Snapchat gilt: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Auffällige Filter bringen den Usern Spaß und überzeugen sie, den Content mit Freunden zu teilen. So bietet Snapchat eine spannende neue Werbeplattform, bei der Werbetreibende die Möglichkeit haben, die Marke spielerisch und gekonnt vor allem bei jüngeren Zielgruppen zu platzieren. Und da das noch lange nicht alles war, was bei Snapchat möglich ist, könnt Ihr Euch bereits auf Teil 2 freuen.

Jetzt ist sie da, die lang diskutierte Marketingautomatisierung. Die technische Umsetzbarkeit ist gegeben und die großen Technologie-Player preisen ihre Lösungen an. Doch wer sorgt in den werbetreibenden Unternehmen dafür, dass die neue Technologie tatsächlich implementiert wird? Im ersten Teil seiner dreiteiligen Serie zur Marketingautomatisierung erklärt Wolfgang Bscheid, welche Unternehmensebenen vom Vorstand bis zur Fachkraft eingebunden werden müssen und was ihre Aufgaben sind, um das Marketing tatsächlich zu automatisieren.

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es auf dem YouTube-Kanal von mediascale.

 

Steht uns derzeit eine neue Welle der Digitalisierung bevor oder befinden wir uns bereits mitten drin?

Bislang lassen sich zwei Phasen der Digitalisierung beschreiben, die unseren direkten Alltag und somit unsere Art zu leben und zu arbeiten signifikant beeinflusst haben. Steve Case, bekannt als Co-Gründer von America Online (AOL) und CEO von Revolution LLC, beschreibt die erste Phase als den Aufbau des Internets und die Schaffung der hierfür notwendigen Infrastruktur in Form von Software, Servern und Netzwerken. In dieser Zeit (etwa 1985-1999) ging es darum, die Menschen an das Medium Internet zu gewöhnen und mit diesem vertraut zu machen.

Die zweite Welle (etwa 2000-2015) nutzten Unternehmen wie Amazon, Facebook, Twitter, und Google, um die Errungenschaften der ersten Welle für sich zu nutzen und den Alltag der Menschen zu beeinflussen. Hierbei waren besonders die mobile Revolution und die Entwicklung von Apps auschlaggebend. Die durchgehende (mobile) Vernetztheit liefert hierbei einen wichtigen Mehrwert. Soziale Netzwerke und Messenger Dienste haben unsere Art der Kommunikation signifikant verändert. Für viele Menschen sind Smartphones und die Möglichkeit, von nahezu überall Zugriff auf die Inhalte des Internets zu haben, nicht mehr wegzudenken. Durch dessen Nutzung bieten sich Unternehmen und Werbetreibenden wie uns vielfältige Möglichkeiten der Kundenaktivierung.

In der jetzigen Zeit befinden wir uns an der Schwelle zum nächsten Schritt der Digitalisierung. Der Begriff Internet of Things ist allgegenwertig und die Entwicklung hin zu einer Vernetzung von immer mehr Geräten, Sensoren und Produkten wird unsere Wirtschaft, aber auch unser tägliches Leben, gravierend verändern.

Ein Beispiel hierfür ist das Konzept von Amazon Go, das unsere über Jahrzehnte angewöhnte Art und Weise einzukaufen, revolutionieren soll. Der Konsument betritt hierbei einen Laden und muss sich lediglich mittels Smartphone und der darauf installierten App einchecken. Während des Einkaufs landen die ausgewählten Produkte dann nicht nur in der eigenen Einkaufstasche, sondern mittels Sensorik und Kamera-Technik auch automatisch in dem virtuellen Warenkorb des Einkäufers. Beim Verlassen des Ladens ist somit kein Anstehen an der Schlange zur Kasse mehr notwendig, da der Einkauf automatisch erfasst und über das hinterlegte Konto abgerechnet wird. Die Beacon Technologie bietet hier die Möglichkeit, Konsumentenströme durch gezielt ausgespielte Angebote auf das Smartphone zu lenken und die Kunden somit in ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen.

Ein weiteres Thema, das uns den Alltag erleichtern soll, sind Smart Home Installationen, mit denen beispielsweise die Heizung, das Licht, Küchengeräte oder die Hauseigene Hi-Fi-Anlage gesteuert und kontrolliert werden können. Über Google Home lässt sich beispielsweise die Musik steuern oder sprachgesteuerte Suchanfragen initiieren, auf die man eine direkte Antwort aus dem Internet erhält. Hier stellt sich aus Marketingsicht die Frage, wie dieser technologische Fortschritt für die Ausspielung von Werbebotschaften genutzt werden kann, um einen Mehrwert für Unternehmen und Kunden zu erhalten.

Burger King hat beispielsweise kürzlich mit einem TV-Spot in den USA für Aufsehen gesorgt, der die Google Sprachassistenten dazu veranlasst hat, unbeabsichtigt den Whopper Burger zu bewerben. Hierfür wurde ein 15-sekündiger Spot produziert, in dem ein augenscheinlicher Burger King Mitarbeiter die Frage stellt: „OK, Google, what is the Whopper burger?“. Das Gerät beantwortete die Frage mit einem zuvor vom Unternehmen editierten Wikipedia-Eintrag (der Beitrag ist leider nicht mehr auf YouTube verfügbar).

Die Diskussion, ob es sich dabei um einen gelungen, witzigen Werbe-Clou oder um einen moralisch verwerflichen Eingriff in das Home System der Nutzer handelt, sei an dieser Stelle unkommentiert. Google zumindest hielt diese Form der Verbindung von digitalen Medien und TV-Werbung (in diesem Fall) für nicht sonderlich amüsant und sorgte innerhalb weniger Stunden dafür, dass die Geräte nicht mehr auf den Spot reagieren. Es zeigt jedoch, das sowohl Marken als auch Agenturen stets die technologischen Entwicklungen mitgehen sollten, um neuartige, kreative und aufmerksamkeitsstarke Wege zu finden, den Konsumenten direkt mit ihrer Botschaft anzusprechen.

Smart Home Systeme, selbstfahrende Autos, automatisch abgewickelte Einkäufe oder smarte Assistenzsysteme auf dem Smartphone wie Apples Siri oder Googles Assistant mögen uns in Zukunft unseren Alltag erleichtern und sicher viele spannende Möglichkeiten für die Industrie und die Welt des Marketings mit sich bringen.

Doch ist das die bedeutende digitale Revolution, auf die wir alle gewartet haben?

Es mag ein Vorbote sein für die dritte Welle der Digitalisierung, dem „Internet of Everything“. Hierbei geht es darum, das Internet in wirklich jeden Aspekt des täglichen Lebens zu integrieren. Besonders Bereiche wie das Bildungs- und Gesundheitssystem, die Logistik- und Energiebranche, aber auch die Lebensmittelindustrie weisen ein großes Potenzial für die voranschreitende Digitalisierung auf.

Mit dem zunehmenden technologischen Fortschritt geht jedoch auch ein ansteigendes Wachstum der Verantwortung einher. Wenn beispielsweise digitale Systeme zukünftig die lebenserhaltenden Funktionen von Patienten im Krankenhaus überwachen und mittels künstlicher Intelligenz die exakt berechnete Dosis von Medikamenten automatisiert verabreichen, sind Fehlfunktionen deutlich gravierender, als wenn ein Smart Home System es verpasst, am Morgen für frisch aufgebrühten Kaffee zu sorgen.

Hier wird die Entwicklung und Anpassung von gesetzlichen Vorgaben und Kontrollmechanismen eine große Herausforderung darstellen, die im partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Wirtschaft und Politik zu bewältigen seien werden.

 

Nachdem die letzten Wir-Gefühl-Events bereits ein voller Erfolg waren, wollten wir auch dieses Jahr den hohen Erwartungen gerecht werden. Eine Kombination aus hohem Spaßfaktor und Sonne brachte uns auf eine moderne Art der Schnitzeljagt.

Da es mittlerweile für so gut wie alles eine App gibt, bot uns „Actionbound“ die perfekte Grundlage für eine moderne Schnitzeljagd à la Geocaching. Die Aufgaben bestanden darin, Orte zu finden, Rätsel zu lösen, Logos, Slogans und Personen zu erraten, ein Flip-Cup-Tournier zu bestreiten, Bilder mit Masken zu machen, Songs zu erkennen und seinen Lieblingssong zum Besten zu geben, Porträts zu zeichnen und Gruppenspiele zu meistern.

Dann war der Tag auch schon gekommen und pünktlich um 17 Uhr hatten sich alle versammelt. Glücklicherweise meinte es das Wetter gut mit uns und so konnten wir bei herrlichem Sonnenschein und 20 Grad einem sonnigen Actionbound entgegenfiebern. Nachdem sich alle sechs Gruppen gefunden, die erste Erklärung gegeben und der alkoholhaltige Proviant verteilt war, konnte es dann endlich losgehen. Die ersten drei Teams machten sich auf den Weg und wir positionierten uns auf unseren Stationen, um die Teilnehmer zum Gruppenspiel zu erwarten. Auch die anderen drei Teams durften nach 15 Minuten zuckerhaltigen Wartens starten. Dann wurde losgerätselt. Dabei stellte sich heraus, dass die Teams mit unterschiedlichen Taktiken an die Sache herangingen: Die einen übersprangen Schritte oder verzichteten auf das analytische Lösen von Rätseln und hofften auf den Zufall. Andere gingen bei einem Fehler sogar zurück, um die verpassten Punkte nachträglich zu ergattern. Auch einige Verstecke von Umschlägen stellten sich als äußert schwierig heraus. Der Inhaber des Lucky Sushi musste ziemlich verwirrt gewesen sein, nachdem zwei Teams vorbeikamen und nach einem Umschlag fragten, der aber versehentlich im Geschäft daneben landete.

Da sich alle Teams bei der Fotoshooting-Aufgabe größte Mühe gaben, wollen wir das natürlich nicht vorenthalten!

Dennoch hatten es alle am Ende geschafft, das Ziel Löwenbräu zu erreichen. Und so konnten wir nach dem Auswerten der Ergebnisse plus extra Punkten für Kreativität und Schnelligkeit auch zwei Sieger krönen: Team 1.1 um Delia, Julia J., Julian, Maria und Moritz sowie Team 2.2 um Regina, Sarah, Tobi und Vera. Die beiden Siegerteams konnten sich an einer Auswahl an Süßigkeiten erfreuen. Anschließend hatten wir uns den Schweinebraten und die Käsespätzle redlich verdient.

Beim finalen Selfie strahlten nicht nur die beiden Gewinnerteams um die Wette:

Abschließend können wir sagen, dass uns der Abend trotz langwieriger Vorbereitung sehr viel Spaß gemacht hat und wir hoffen, dass es für alle Teilnehmer genauso war. Wir sind begeistert von dem Engagement und der Motivation, mit der die Gruppen an die Sache herangegangen sind.

Falls nun jemand auf Umschläge in der Münchner Maxvorstadt stoßen sollte, die nicht abgeholt wurden, darf er uns gerne die Lösung der jeweiligen Rätsel mitteilen. Leider können keine nachträglichen Preise vergeben werden.

Euer Wir-Gefühl-Orga-Team Caro, Nicole und Yuji

Facebook stellt sich Sexismusvorwürfen: Ab Juni 2017 soll es eine rosafarbene Version geben.

Menlo Park, USA – FB reagiert auf anhaltende Kritik und findet Konsens für Gleichberechtigung. Ab Juni wird es nun also auch eine rosafarbene FB-Oberfläche geben. Marc Zuckerberg soll nach einigen sehr intensiven Gesprächen mit Alice Schwarzer letztendlich von der Notwendigkeit einer zweiten Version überzeugt worden sein.

Alphabet stellt Display und Search Geschäft ein

Mountainview, USA – Es hatte sich schon lange angedeutet, jetzt ist es Gewissheit: Google-Mutter Alphabet wird sich aus dem Display- und Search-Geschäft zurückziehen. Alphabet-CEO Larry Page soll in Gesprächen verkündet haben, dass das Unternehmen jetzt einfach genug Geld verdient habe und dass jetzt mal andere dran seien.

Zähldifferenzen bei digitalen Kampagnen gehören der Vergangenheit an

Düsseldorf – OVK und FOMA einigten sich am vergangenen Donnerstag darauf, den Zähldifferenzen den Kampf anzusagen. Der Ansatz, der wohl die Mehrheit finden wird, sieht vor, dass ab jetzt gar nicht mehr mitgetrackt wird – so kann auch eine Brücke zu den klassischen Medien geschlagen und das Thema Konvergenzwährung vorangetrieben werden.

Ströer vermarktet ab dem kommenden Jahr den Mond und die Venus

Köln/Gartenvilla – Der Vermarktungsriese Ströer wird ab dem kommenden Jahr den Mond und die Venus im Out of Home Bereich vermarkten. Digital soll 2019 nachziehen. Dazu soll Ströer CEO Udo Müller erklärt haben, dass nur noch ein paar Stelen raufgebracht werden müssten, aber dann seien sie soweit startklar.

Natives Olivenöl klagt gegen schlecht gemachte Content-Kampagnen

Küche – Olivenöl: „Sorry, aber das, was da draußen als nativ gefeiert wird, hat mit einem ausgeklügelten Content-Konzept so viel zu tun wie Öl mit Margarine. Dafür gebe ich meinen Namen nicht her.“

Liebe zwischen SSP und DSP erkaltet

Internet – Unbestätigten Medienberichten zufolge soll die innige Liebe zwischen SSP und DSP bereits der Vergangenheit angehören. Es gibt wohl einen Nebenbuhler, der hier fleißig mitmischt und auch die ein oder andere Impression abspenstig macht. Glaubt man den nicht näher spezifizierten Quellen, handelt es sich um die klassische IO-Buchung.

TV kann einpacken, Mobile rulez

Smartphone – Bei einer Umfrage unter den größten deutschen Marketingentscheidern wurde ein klares Signal in Richtung Mobile Advertising gesendet. Demnach sollen die Spendings im Jahr 2017 nahezu explodieren. Der Peak wird voraussichtlich im Q4 stattfinden, Reichweiten sind bekanntlich reichlich vorhanden. Dazu der Sprecher der anonymen Entscheider U.S.: „Mobile ist die intimste Form der Werbung. Ich habe das Handy immer in der Hosentasche, so nah kommt mir nicht mal meine Frau“.

Durchbruch im Bereich Adfraud – Surfbar kauft Waschmaschine

Internet – Die Zeiten, in denen Kampagnen großflächig überwacht werden müssen, scheinen vorbei zu sein. Vergangene Woche konnte die erste Surfbar mithilfe gekonnter Kreation des Onlinebanners vom Kauf einer Waschmaschine überzeugt werden. Dazu die Surfbar: „Ja gut, ich bin kürzlich umgezogen, da kam das Angebot natürlich gerade recht.“ Werbetreibende werden sich wohl künftig gezielte Botschaften für Surfbars, Crawler und Chatbots überlegen müssen um ihre Umsätze weiter steigern zu können.

Flash vor dem Ende

Internet – Flash geht der Saft aus. Hierzu eine zufällig mitgeschnittene Konversation aus dem Netz:

Html5: „Du stirbst!“
Flash: „Wer sagt das?“
Html5: „Google“
Flash: „Fake News!!!1!!“
Html5: „Sorry, aber du bist so langsam wie ein Öltanker und so offen wie ein Laufhaus.“
Flash: „…“ … lädt noch…

Adblocker vor dem Aus

Berlin/Wolfratshausen – Gerüchten zufolge plant die Bundesregierung ein vorübergehendes Verbot von Adblock Software zur Wahlkampfperiode. Dazu Bayerns ehemaliger Ministerpräsident Ähdmund Stoiber: „ Ja, also, ich könnte das ja schon irgendwie äh auch verstehen, wissen Sie, weil diese, die äh die Parteien haben natürlich gerade äh im,  äh im Wahljahr eine Agenda, die sie natürlich auch jedermann und also auch Frau zugänglich machen wollen. Das wäre ja dann noch schöner, wenn Sie da 15, oder äh auch 30 bzw. oder 25 % einfach gar nicht erreichen, also dieser Verweigerer also äh ich mein natürlich Werbeverweigerer, wobei, natürlich Fernsehen äh kann man ja auch, aber das äh. Wie dem auch sei, das wäre eine, eine ja eine ganz gewaltige Menge und auch äh ein Problembär bzw. problematisch, wo du dir dann schon denkst, äh für wen oder was oder ja wen schreib ich da eigentlich meine Ähgenda!“

 

Der oder das Blog ist aus der Welt des World Wide Webs gar nicht mehr wegzudenken. Der Begriff stammt aus dem englischen und hieß ursprünglich auch nicht Blog, sondern Web-log – eine Kombination aus den Worten web und logbook. Die Kreuzung dieser beiden Wörter macht durchaus Sinn, da Blogbeiträge erstens im Web erscheinen und zweitens der neueste Artikel ganz oben steht und sich damals meist wie ein Tagebucheintrag las. Mit der Zeit wurden die Begriffe Web-logger und Web-log den Nutzern in einer sich immer schneller drehenden Welt aber zu lang. Wer braucht schon zwei Silben, wenn es auch mit einer getan ist? Der Web-log wurde zum Blog und der Web-logger zum Blogger.

Folgt man der Definition aus dem Gabler Wirtschaftslexikon, handelt es sich bei einem Blog um ein „elektronisches Tagebuch im Internet“. Ob der Begriff Tagebuch dem Gros der Blog-Beiträge heutzutage noch gerecht wird, darf bei einem Blick in die Blogosphäre jedoch bezweifelt werden. Zu den weltweit beliebtesten Blogs, die im März 2017 die meisten Unique User verzeichnen, zählen unter anderem ein Klatsch-Portal für Prominente und die Huffington Post. Um nur zwei Beispiele zu nennen, die keine Ähnlichkeit zu einem Tagebucheintrag vorweisen.

Abbildung 1: Blograngliste nach unique usern (global), Quelle: http://www.ebizmba.com/articles/blogs

 

An allen Charakteristika des ursprünglichen Blogs wurde aber nicht gerüttelt. Nach wie vor ist das zentrale Kriterium eines Blogs, dass er Sachverhalte chronologisch abhandelt. Damit stehen Blogs für inhaltlich dynamische Websites. Das bedeutet, dass ein Sachverhalt nicht beendet sein muss, sondern immer wieder aufgegriffen werden kann. Nehmen wir den mediascale Blog als Beispiel, der über Jahre hinweg die neuesten Entwicklungen von Facebook begleitet und kommentiert. Oder den Comunio-Blog, der ab und zu Kauf- oder Verkaufsempfehlungen abgibt, die ein paar Wochen später kritisch beleuchtet werden.

Ein weiteres zentrales Merkmal eines Blogs besteht darin, dass die Blogger ihn als Medium nutzen, um ihrer eigenen Meinung Ausdruck zu verleihen. Diese persönliche Sicht auf die Dinge ist oft ausschlaggebend, um das Interesse und Vertrauen der Blog-Leser zu gewinnen, die häufig stärker an und der Person hinter den Artikeln interessiert sind, als bei klassischen Medien.

Der Blogbeitrag als PR Instrument

Leser besuchen ausschließlich die Blogs, deren Themen sie interessieren und in deren Qualität und Urteil sie vertrauen. Dies bietet eine Plattform für werbetreibende Unternehmen, ihre Produkte in einem passenden, weniger werblichen Umfeld zu präsentieren. Erscheint der Artikel, in dem das Produkt eines Werbetreibenden beschrieben wird, in authentischem Layout der anderen Posts und äußert sich der Blogger positiv darüber, so hat dies eine ganz andere Wirkung auf die Leser als Produktwerbung in Form von Anzeigen. Wichtig ist jedoch nur, dass Blogger die Beiträge, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen entstanden sind, sichtbar kennzeichnen, um den Vorwurf der Schleichwerbung vorzubeugen.

Weiterhin bekommt der Werbetreibende vielfältige Beiträge und kreative Ideen zu seinem Produkt. Der Vorteil für den Kunden: Die Leistung muss nicht inhouse erbracht oder extern bei Agenturen eingekauft werden, sondern liegt in den Händen der Blogger. So kann ein Kunde aus der Lebensmittelbranche beispielsweise davon profitieren, wenn aus seinen Produkten ein leckeres Rezept hervorgeht. Häufig werden diese Beiträge von Lesern des Blogs geteilt und tragen so zu einer Verstärkung der Werbewirkung bei. Die Kehrseite der Outsource-Medaille besteht allerdings darin, dass das Unternehmen die Zügel nicht mehr allein in der Hand hält, sondern auf die Urteilskraft und Qualitätskontrolle der Blogger angewiesen ist.

Schließlich kann der Einsatz von Blogs, die Produkte des Unternehmens bewerben oder dieses gar namentlich in ihrem Fließtext erwähnen, dazu führen, dass das Unternehmen bei den Google-Suchanfragen höher gelistet wird. Der Vermarkter Blogfoster gibt auf seiner Website jedoch zu bedenken, dass Blogbeiträge nicht nur dem Ziel dienen, positive Resultate in Suchmaschinen zu erzielen. In erster Linie müssten die Blogbeiträge gut leserlich bleiben.

Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass prinzipiell jeder im Internet kursierende Blog für die Bewerbung eines Produktes in Frage kommt – sowohl für Influencer Marketing als auch für klassische Display-Anzeigen. Wie bei anderen Mediakampagnen auch, muss das Umfeld, in dem das Produkt ins Schaufenster gestellt wird, passen und die Qualität der Blogs sichergestellt werden. Auf einem vor Rechtschreibfehlern triefenden Blog präsent zu sein, stellt für Unternehmen keine gute PR dar.

Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich an Vermarkter zu wenden, die sich auf die Vermarktung von Blogs spezialisiert haben. Hieraus entstehen für die Werbetreibenden zwei wesentliche Vorteile: Erstens können kleinere Blogs zu Clustern gebündelt werden und zusammengenommen eine größere Reichweite abdecken und zweitens stellen die Vermarkter sicher, dass gewisse Qualitätsstandards eingehalten werden.

Wann sollte ein Unternehmen auf den Einsatz von Blogs setzen?

Wie bei jeder Mediplanung orientiert sich das eingesetzte Werbeformat an den Zielsetzungen der Kampagne. Für eine rein performanceorientierte Abverkaufskampagne ist ein Blogbeitrag wenig zielführend, da er im Verhältnis zu Bild-Text-Kombinationen oder klassischen Standardformaten (AdBundles) hinsichtlich CPO oder CPL das Nachsehen hat. Auch für Kampagnen, bei denen großflächig Aufmerksamkeit und eine hohe Reichweite erzielt werden soll, sollte ein Blogbeitrag nicht als erste Wahl in Betracht gezogen werden. Hier fährt der Werbetreibende mit Großformat- oder Bewegtbild-Formaten über die altbekannten Vermarkter besser, ist doch die Reichweite von Blogs sehr eingeschränkt. Interessant wird das Medium Blog, wenn eine kleine oder sehr spezielle Zielgruppe gezielt angesprochen werden soll oder eine tiefergehende Analyse des Produkts gewünscht ist.

Dass Kongresse ihre Location wechseln ist an sich nichts besonders Aufregendes, so geschehen auch bei der d3con in diesem Jahr. Man könnte nun sagen, dass der Platz nicht mehr ausgereicht hat und man deswegen von der altehrwürdigen Handelskammer in das eher zweckmäßige Cinemaxx am Hamburger Dammtor ausgewichen ist. Man kann aber auch sagen, dass dieser Locationwechsel auch ein (wahrscheinlich nicht beabsichtigtes) Zeichen für die Inhalte und die Mission des Kongresses ist.

Da war auf der einen Seite die Handelskammer in den letzten Jahren der richtige Platz, um dem Thema mehr Größe zu geben und mehr Relevanz – da ist heute das zweckmäßige aber dafür wesentlich praktischere Cinemaxx der richtige Ort, um Programmatic heute inhaltlich besser und intensiver zu diskutieren.

Wenn ich mir die Vorträge und Panels aus diesem Jahr im Nachgang vor Augen halte, dann habe ich das Gefühle, dass der Kongress endlich da angekommen ist, wo wir alle ihn uns wünschen – auf einer inhaltlichen Ebene und nicht mehr auf einer missionarischen. Und dieser inhaltliche Fokus ist in vielen Podien deutlich spürbar gewesen und war ehrlich gesagt ein Segen für das Thema und die Veranstaltung.

Aus meiner Sicht sind es die folgenden „Big Programmatic 3“, die uns beschäftigen und für die wir in den nächsten Monate Lösungen und Ansätze finden müssen:

  1. Transparenz (durch Programmatic) betrifft alle

Was wurde und wird auf die Mediaagenturen eingedroschen – der Reflex ist einfach und deswegen (gerade von Journalisten) gern bemüht: „Wir wissen ja nicht, was da genau läuft – und die Agenturen sind daran schuld, sie bereichern sich und sind die Bösen im Spiel“, so der oft verwandte Tenor.

Doch so einfach ist es vielleicht doch nicht, denn  Werbungtreibende haben auf offener Bühne endlich mal ein „transparentes Wort in dieser Causa“ gesprochen. Da sind sich Christian Meyer von Müllermilch und Angela Kim von Ferrero einig und nutzen ein gutes Beispiel: Die Zusammenarbeit und Transparenz zwischen Kunde und Agentur ist eben wir eine gute Ehe – man muss daran arbeiten, aber gegenseitiges Vertrauen ist notwendig und für beide Seiten hilfreich. Und irgendwie sind sich da auf einmal alle einig, bis auf den Moderator, der gerne die reißerische Diskussion ob der bösen Agenturen haben möchte und sie nicht bekommt, weil eben die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Agentur in den allermeisten Fällen einer guten Ehe gleicht und nicht einem Rosenkrieg…

 

  1. Fragmentierung und Orchestrierung

Die programmatische Welt vergrößert sich exponentiell: Schon heute sprechen wir nicht mehr nur über digital. Die Panels waren voll mit Anbietern für DooH, Programmatic Radio, ATV und weiteren. Diese Fragmentierung stellt uns – und auch das wurde auf den Panels klar, vor die große Herausforderung, alle möglichen Maßnahmen richtig zu orchestrieren. Die Technik kann uns hier helfen und bietet neue Möglichkeiten. Doch den allermeisten, die Programmatic ernst meinen, wird oder ist bereits klar, dass keine Technik der Welt ihnen die zentrale Aufgabe abnimmt, eine datenbasierte Kampagne erfolgreich zu machen: die richtige Orchestrierung der Maßnahmen auf immer mehr möglichen Devices basierend auf immer mehr Daten.

Doch ist das neu? Sicher nicht, auch da hat Angela Kim recht – das war schon immer der Job eines Mediamanagers und seiner Agentur. Doch ich glaube, es wird immer offensichtlicher, wo die Reise für uns Agenturen hingeht: Wenn wir nicht in der Lage sind, für den Kunden ein Berater in dieser fragmentierten Welt zu sein, werden wir uns bald überlegen müssen, was unser Job ist. Denn sich auf den Einkauf und die schiere Einkaufsgröße zurückzuziehen, wird nicht mehr reichen, um die Anforderungen an eine effiziente Kampagne zu erfüllen. Von der Integration von Kreation in programmatische Kampagnen – ebenfalls ein Thema, das endlich auf der d3con angekommen ist – , habe ich hier noch gar nicht gesprochen, obwohl dies sicherlich DER entscheidende Faktor sein wird!

 

  1. Qualität

Wenn über datenbasierte Kommunikation gesprochen wird, ist die Frage der Qualität allgegenwärtig – so auch auf den Panels der d3con. Interessant aus meiner Sicht waren hier vor allem die sehr unterschiedlichen Vorstellung von Qualität. Da wird Qualität als „maximale Wirkung“ beschrieben, oder auch nur als „Werbung, die von einem Menschen gesehen wird“ bis hin zu „Qualität umfasst die relevante Botschaft“.

Nichts davon ist falsch, doch keine dieser Aussagen ist umfassend und vielleicht ist genau das das Learning: Es gibt nicht den EINEN Qualitätsbegriff. Qualität liegt wohl wirklich im Auge des Betrachters. Was uns alle vor die zentrale Herausforderung stellt, sich gegenseitig im Vorfeld jeder kommunikativen Maßnahme die Frage zu stellen, welche Form von Qualität es denn am Ende zu erreichen gilt beziehungsweise auf welcher Basis von Qualität wir denn eine Kampagne optimieren sollen. Und gerade hier liegt die Krux, denn es gibt de facto sehr unterschiedliche Felder, die es zu integrieren gilt, bei denen es teilweise sehr konträre Meinungen über Qualität gibt. Egal, ob wir über Qualitäten von Reichweiten sprechen (bei denen der CpC nochmals bemüht wurde) oder über inhaltliche Qualität bis hin zu Datenqualität – es war nicht leicht, hier ein gemeinsames Verständnis aller aufzubauen, auch wenn man sich mit Beispielen von Autos, Autohändlern und Autoaustattungen versucht hat, zu behelfen.

Und natürlich wurde der Klassiker diskutiert: der ewige Adblocker. Doch so konträr die Meinungen auch in diesem Jahr sind, so leicht abgenutzt war die Diskussion. Man hatte das Gefühl, dass hier der große Hype vorbei ist, dass man schon irgendwie Wege gefunden hat, mit dem Phänomen umzugehen – jeder auf seine Art. Genau deswegen würde ich ihn nicht als zentrales Entwicklungsthema in der Programmatik sehen. Denn er wird uns begleiten, so oder so, aber wir alle haben gelernt, dass man mit dem Thema inhaltlich umgehen muss. Eine reine Verteufelung führt nicht weiter, was auch alle auf dem Panel wohl unterschreiben.

Was hat gefehlt?

Lieber Thomas Promny, eigentlich nur ein Thema, das aber dringender denn je für die Branche ist und sein wird: das Thema Datenschutz und ganz aktuelle die Überarbeitung der ePrivacy Verordnung!

Warum?

Wir hatten (glaube ich) alle gedacht und gehofft, dass mit der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und den darin getroffenen Regelungen endlich ein rechtsicherer Modus gefunden wurde, mit dem wir alle in der Branche gut leben können. Und jetzt wieder eine Verordnung – wozu das denn?

Ich bin kein Jurist, doch ich mache mir im Moment die Mühe, die Richtlinie zu verstehen und mich weitgehend zu informieren, was diese Verordnung für unsere Branche bedeutet. Und ehrlich gesagt kann uns allen nur Angst und Bange werden, wenn das, was da im Moment auf europäischer Ebene diskutiert wird, Realität werden sollte. Nur so viel: Eigentlich verlangt jede Form der datenbasierten Kommunikation gegenüber einem User die vorherige Zustimmung, also ein Opt-In. Was das für Programmatik bedeutet, ist glaube ich allen klar….

Hier hätte ich mir ein eigenes Panel gewünscht, denn dieses Thema betrifft uns mehr als jede Inhalt- oder Transparenzdebatte. Diese Verordnung wird maßgeblich darüber entscheiden, ob programmatische Kampagnen außerhalb von Google und Facebook in Zukunft noch möglich sein werden. Daher möchte ich jeden, der daran glaubt, dass es mehr geben muss, als diese beiden Player, dazu auffordern, sich intensiv damit zu beschäftigen und entsprechend laut aufzubegehren, um das Schlimmste zu verhindern. Informationen dazu unter http://www.bvdw.org/interessenvertretung/datenpolitik/eprivacy-verordnung.html

Mein Fazit: Gute Veranstaltung, gute Location, drei Themen drin: Transparenz, Fragmentierung und Qualität, ein Thema leider nicht: Datenschutz – ich freu mich auf nächstes Jahr!

 

Kunden sind in der Regel sehr loyal gegenüber ihren Lieblingsmarken. Bisher konnte man aber nicht sagen, wie sich die Sympathie auf das konkrete Vertriebsergebnis auswirkt. Mittlerweile ist das aber möglich. Ist das Konkurrenzprodukt erste Wahl des Konsumenten, muss man sich die Frage stellen, wie sehr man sein Produkt incentivieren muss, um den Konkurrenten zu verdrängen.

Was Laufschuhe von Adidas und Nike damit zu tun haben, erklärt Wolfgang Bscheid in einem neuen Beitrag.

Weitere Folgen von Bscheid gsagt gibt es auf dem YouTube-Kanal von mediascale

 

 

 

Präsident Trump wird vom Papst unterstützt, Social Bots sorgen für die Abspaltung Großbritanniens von der EU und Falschmeldungen über Übergriffe von Flüchtlingen sorgen in der Bevölkerung für Empörung und Unverständnis. All diese Meldungen sind Bestandteil der öffentlichen Diskussion über Fake News, also der gezielten Verbreitung von fiktiven Ereignissen, einer bewussten Irreführung der Leser. Umso reißerischer, emotionaler, abstoßender und polarisierender diese Artikel sind, desto mehr Eindruck hinterlassen sie bei den Lesern, wie uns versierte Bild-Leser sicherlich bestätigen können.

Was ist die Idee hinter Fake News?

Prinzipiell gibt es für die Autoren zwei Hauptbeweggründe zur Erstellung von Fake News: Zum einen der seit jeher genutzte Einfluss auf die politische Meinungsbildung, zum anderen auch der finanzielle Anreiz, der erst durch die dynamische Verbreitung über das Internet möglich wurde. Wie allgemein bekannt ist, bedeuten Klicks auf Websites bares Geld: Je mehr Traffic auf einer Website generiert wird, desto mehr Werbeeinblendungen sind möglich. Nicht zuletzt wir Online Display Agenturen wollen den im Internet verfügbaren Traffic für unsere Kunden nutzen, um den Websitebesuchern Werbeinhalte zu präsentieren. Voraussetzung hierfür ist die qualitative Sicherung der Werbereichweiten, die keinen Raum für Fake News bietet. Somit verfolgt auch die Marketingbranche gespannt, wohin die Debatte über Fake News führt.

Ebenso leidet aber auch die Vermarkterseite unter dem Phänomen Fake News, die deren Glaubwürdigkeit und Transparenz empfindlich treffen. Besonders soziale Netzwerke sind betroffen, da hier Einträge ohne Quellennachweise einfach erstellt und in Sekunden geteilt werden können. Hier kommen auch Social Bots ins Spiel, deren Zielsetzung nicht die Generierung von Werbereichweiten, sondern primär die politische Einflussnahme ist. Social Bots sind vorprogrammierte Skripte, die automatische Antworten zu einem bestimmten Thema absetzen. Sie geben vor, persönliche Meinungen über ein augenscheinlich reales Profil zu verbreiten. So erscheint bereits eine kleine Zahl von Programmierern wie eine große Anzahl an Aktivisten, die über Blogeinträge, Leserbriefe und E-Mails die vermeintliche „Meinung des Volkes“ kundtun.

Wie kann man Fake News erkennen?

Einseitige Berichterstattung, schwache oder keine Quellenangaben sowie unvollständige Impressumsangaben können Hinweise auf Fake News sein. Experten raten auch zu einem gesunden Misstrauen, wenn Nachrichten zu unglaubwürdig wirken. Man sollte sich immer fragen: Wem nutzt diese Nachricht? Wird hier nur eine Meinung kundgetan, handelt es sich um die Schilderung von Fakten oder ist es bereits Verleumdung einer Person oder Gruppe? Auch ein Blick in spezielle Suchmaschinen gibt einen schnellen Aufschluss darüber, ob eine bestimmte Nachricht oder ein Bild bereits als Fake News klassifiziert wurde. Über die Website http://hoaxsearch.com/ kann man beispielsweise prüfen, ob Nachrichten bereits als Fake News klassifiziert worden sind.

Wie wird gegen Fake News vorgegangen?

Die Sorge um die Auswirkungen der Fake News hat auch bereits die Politik erreicht, die mit einem entsprechenden Gesetz dafür sorgen will, dass Einträge mit Hinweisen auf einen zweifelhaften Wahrheitsgehalt innerhalb einer Frist von 24 Stunden konsequent geprüft werden. Hier steht insbesondere die Sorge um die anstehende Bundestagswahl im Vordergrund, die nach dem Vorbild des US-Wahlkampfes Ziel von Fake News Attacken werden könnte.

Laut Aussage von Facebook gibt es bereits einen Mechanismus, welcher die Verlinkung zu einer Fake News Seite nicht mehr ermöglicht. Wie dieser Mechanismus aber arbeitet, wird bislang nicht weiter erläutert. Zusätzlich hat Facebook in einem Blogpost die Möglichkeit einer Fake News Einstufung angekündigt, die neben den bisherigen Möglichkeiten zur Meldung angezeigt werden soll. Bei vermehrten Fake News Hinweisen werden diese Beiträge dann auf ihren Wahrheitsgehalt hin untersucht und gegebenenfalls sichtbar als Fake News markiert.

Fake News bei Facebook melden.

 

Hierfür hat Facebook unter anderem bei Publishern wie der ARD, ZDF, N-TV, dpa, Gruner + Jahr sowie Focus Online angefragt. Abgesehen von G+J und Focus Online haben die restlichen Medien und Nachrichtenagenturen eine Zusammenarbeit allerdings abgelehnt. Laut einer Stellungnahme von G+J sei man aber auch nur dann zur Mitarbeit bereit, wenn Facebook weiterhin alleiniger Verantwortlicher für die Inhalte bleibt und auch mehr Einblicke als bisher in die bereits bestehenden Mechanismen der Plattform ermöglicht.

Eine etwas andere Herangehensweise zur Enttarnung von Fake News zeigt die Fastfoodkette McDonalds. Hier werden Mythen und Gerüchte aufgenommen und in der Kampagne „Die Wahrheit über McDonalds“ medienwirksam verarbeitet, wobei sich McDonalds teilweise bewusst nicht ganz ernst nimmt, wie das Video zum Thema „Sägespäne in Pommes“ zeigt: https://youtu.be/hlKlCi974Jw

Mischt McDonald’s tatsächlich Sägespäne in seine Pommes?

 

Eine Zukunft ohne Fake News?

In einer vernetzten Welt mit einer freien Meinungsäußerung wird es nie eine absolute Identifizierung von Fake News geben. Sollte der Staat hier zu stark regulieren, kann man diesem schnell Zensur vorwerfen. Wird ein Beitrag ab einer gewissen Anzahl von Hinweisen automatisch als Fake News klassifiziert, läuft man Gefahr, die Artikel zu blocken, die eigentlich wahr sind und einfach nicht in das Weltbild einiger User passen. Im Digital Business führt der Weg normalerweise nur schwer an den revolutionären Ideen von Facebook, Google und Co. vorbei. In der Fake News Debatte erscheint der sonst so mächtige Weltkonzern Facebook jedoch ungewöhnlich hilflos. Dass diese Herausforderung manche Publisher insgeheim ein wenig freut, zeigt die mangelnde Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Denn: Die Erkenntnis, dass ein Algorithmus nicht die Antwort auf alle Problem sein kann, kommt der Weltfirma aus dem Silicon Valley vergleichsweise selten.

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