mediascale Blog

Der mediascale Blog geht in die Sommerpause, also man geht ja niemals so ganz und der Sommer erst… doch der geht. Aber wie dem auch sei – der klartext-Blog pausiert in Form einer Entschleunigung. Der ein oder andere würde jetzt sagen – Pause ist doch Pause – aber das ist im Zusammenhang mit unserem Blog natürlich Quatsch. Wir rudern im verlangsamten Takt gen Herbst. Dolce Vita im August. Wir verringern die Frequenz. Aus Zwei mach Eins. Einen statt zwei Artikel  pro Woche? Gibt’s doch gar nicht! Doch – im August!

Und wir sind nicht die Einzigen. Weitere Sommerschlummerer und – entschleuniger:

Schulen. Kitas. Kindergärten. Der Bundestag. Fiat. Theater. Ferrero Küsschen. Mon Cherie. Circus Halligalli. TvTotal. Der Henssler. Der Tatort. In aller Freundschaft. Studenten (das ganze Jahr über). Der Kindergottesdienst der Pfarrei Kitzingen. Der Straßenbau in  Meck-Pomm. Der Amigo-Tierschutz Spendenmarathon. Das Spickelbad in Augsburg. Die Werbebranche. Ganz Italien, Spanien und der Mittelmeerraum.

Sollten Ihnen hier noch weitere Sommerpausler einfallen, bitte per Email an e.fino@mediascale.de. Wir sind schwer interessiert an Brüdern im Geiste.

Und wer kann im August die Füße nicht still halten?

Die Bundesliga. Vampire Diaries auf Sixx. Animateure. Eisverkäufer. Bademeister im Freibad. Gärtner. Promoter. Gastromitarbeiter. Polizisten. Müllfahrer. Rikschafahrer. Messehostessen.  Hotelangestellte. Fahrradmonteure. Rettungsschwimmer. Kriminelle. Biergartenbetreiber. Hochzeitsplaner. Isarflößer. Lehrer im Rheinland. Poolreiniger. Kirschpflücker. Festivalbudenstandverkäufer. Grillmeister. Surflehrer. Eisbachsurfer. Solaranlagen. Klauhuren auf Mallorca.

Sollten Ihnen hier noch weitere Sommerworkaholics einfallen, bitte keine Email schreiben. Das ist uns völlig egal.

Wir lehnen uns erst mal zurück. Lassen alle Fünfe gerade sein. Machen uns einen schönen Lenz. Leben wie Gott in Frankreich. Chillen. Entspannen. Tun Nichts. Fahren in den Urlaub. Machen Ferien. Gehen Eis essen. Ruhen. Halten inne. Rasten. Setzen eine Runde aus. Faulenzen. Verschnaufen. Erholen uns. Entgiften. Gönnen uns Ruhe. Hängen ab. Regenerieren. Kommen zu Kräften. Genießen. Machen Halt. Melden uns nur noch sporadisch, mindestens aber einmal pro Woche, um dann ab September wieder richtig anpacken zu können.

In diesem Sinne – schöne Zeit! Schönen Urlaub! See you! Hasta la Vista! Ci Vediamo! À bientôt! Servus!

 

Den meisten Leuten ist nicht ganz klar, wie es aktuell um Affiliates steht. Man hört hier mal von einem Rückgang, dort mal von Entlassungen und woanders, dass Affiliates ja nur noch Cashback anbieten. Nun, all diese Gerüchte birgen selbstverständlich eine gewisse Wahrheit in sich, aber es zeigt nicht das Gesamtbild. Ich möchte euch mit diesem Artikel kurz auf die Sprünge helfen und euch darstellen, wie sich die einzelnen Affiliate Typen verschiedenen europäischen Märkten zuordnen lassen.

Fangen wir mit dem Naheliegendsten an: Deutschland

Affiliate-DE
Deutschland

Insgesamt gesehen ist Deutschland ein homogener Markt mit vielen Playern und Typen. Es überwiegen Seiten, die aus Endverbrauchersicht den Mehrwert einer Vergünstigung durch Gutscheine bzw. andere Arten der Belohnung bieten; zusätzlich erreichen diese Seiten dadurch ausgesprochen hohe Reichweite für den Advertiser. Beispiele hierfür sind Anbieter wie Qipu, Payback, Sparwelt, Mydealz, etc.

Es muss aber erwähnt werden, dass Contentseiten (Blogs, Communities, Special Interest) noch vor Preisvergleichern und Publishernetzwerken liegen. Und gerade Contentseiten und Preisvergleicher liefern insofern einen eigenen Mehrwert, da es den Traffic für den Advertiser ansonsten nicht geben würde. Genauer gesagt: So lange der Advertiser hier nicht zu finden ist, erhält die Konkurrenz den mit sehr hohen Conversionrates gelieferten Traffic.

 

Deutlich klarer sieht die Verteilung dagegen in anderen Märkten aus: z.B. Großbritanien und Frankreich

Affiliate-UK
Großbritanien
Affiliate-FR
Frankreich

In diesen beiden Märkten liegt die klare Mehrheit mit über 60% Marktanteilen bei den Bonusseiten. Es muss aber dazu gesagt werden, dass in diesen Ländern Endverbraucher daran gewöhnt sind, für die Wahl des Händlers belohnt zu werden. Darüber hinaus ragt Frankreich durch den Anteil an Email Marketing extrem heraus. Was in Deutschland oder Großbritanien unter die Sparte Others fällt, erreicht in Frankreich einen Anteil von 8%. Das ist extrem.

Mein Fazit: Selbst wenn sich einige Advertiser mit dem Gedanken schwer tun Affiliate Marketing zu betreiben, weil es a) immer noch den Ruf hat, dass viel Schindluder betrieben wird, b) die Conversions ja sowieso über andere Kanäle kommen und c) zu viel Aufwand für den generierten Ertrag bedeutet, müssen diese Advertiser weiterhin erkennen, dass sie sich nicht gut beraten fühlen sollten.

Advertiser, die den Affiliate Kanal schon vor Langem gestarten haben und immer noch ausbauen, sind mehr als nur glücklich. Es ist nämlich so, dass dieser Kanal in ihrem Media Mix als Abschluss-Vertriebs-Effizienz-Kanal nicht mehr wegzudenken ist und das wird auch weiterhin so bleiben. Schließlich erscheinen im Netz immer mehr Publisher, während kaum einer mehr wegfällt. Das heißt: auch Affiliate Marketing wächst weiterhin im zweistelligen Bereich.

 

 

 

Gebetsmühlenartig hören wir seit Jahren auf Messen, Podiumsdiskussionen, in Meetings oder Präsentationen von der „Era of Mobile“ und der Disruption uns bekannt und vertraut gewordener werblicher Grundprinzipien.

Doch wo stehen wir heute? Ist die Era of Mobile längst da, oder steht uns das meiste noch bevor? Und wie sind wir darauf vorbereitet?

Eine Bestandsaufnahme.

Fakt ist, dass der Kanal Mobile laut Nielsen-Werbestatistik der am stärksten wachsende ist: Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete Mobile im Mai 2015 hinsichtlich der Brutto-Werbeaufwendungen ein Plus von 64,1 Prozent und wuchs auf 20,6 Millionen Euro an. Trotzdem liegt Mobile noch weit hinter den etablierten Medienklassen. Zum Vergleich: Fernsehen wies im Mai Brutto-Werbespendings von 1.174 Mio. Euro auf, das (stationäre) Internet kam auf immerhin 237 Mio. Euro. Auch andere Bereiche wie Zeitungen, Publikumszeitschriften, Out of Home oder Radio liegen (noch) weit vor Mobile.

Aus diesen Zahlen kann man ablesen, dass zumindest aus Sicht der Werbungtreibenden die Era of Mobile noch bevorzustehen scheint. Aus Sicht der Konsumenten sind internetfähige Smartphones und Tablets längst in unser Leben integriert: Im Moment erreicht das mobile Internet etwa 35 Millionen Deutsche.

Prognose – Unique Mobile User 2010-2017, Angaben in Mio.:

Mobile First Grafik (2)

Die Nutzungsdauer variiert dabei je nach Altersgruppe – je älter, desto geringer: So nutzen 16- bis 24-Jährige das mobile Internet etwa 3,21 Stunden pro Tag, bei den 45- bis 54-Jährigen ist es immer noch durchschnittlich 1 Stunde pro Tag.

Es scheint also so, dass die Werbeindustrie noch Nachholbedarf hat. Doch woran liegt das? Warum sind die Werbespendings im Vergleich zur Endgerätenutzung noch vergleichsweise gering?

 

Mobile Optimierung von Websites, Landingpages und Antragsstrecken

Noch immer haben etwa 60 Prozent aller deutschen Werbungtreibenden keine mobile Website. Das ist aus zwei Gründen fatal: Einerseits erstickt die limitierte Usability nicht mobil-optimierter Websites oder Landingpages jegliche nutzerfreundliche Kommunikation auf Smartphones im Keim – und das lange bevor überhaupt an Leads oder Bestellungen gedacht werden kann. Andererseits bevorzugt Google mobil-optimierte Websites in ihren Suchergebnissen, was dazu führt, dass Sichtbarkeit und Relevanz der jeweiligen Internetpräsenz deutlich gemindert werden.

Eine responsiv gestaltete Website oder Landingpage ist aber noch lange nicht der Weisheit letzter Schluss. Die an die mobile Nutzungssituation angepasste Gestaltung von Antrags- und Bestellstrecken ist eine weitere Herausforderung, der sich Werbungtreibende stellen müssen. Gerade bei erklärungsbedürftigen oder komplizierten Produkten muss das Ziel die Abholung der potenziellen Kunden über das mobile Endgerät sein, was heißt, dass gegebenenfalls eine Verkürzung der Strecken auf dem mobilen Endgerät und eine Verlagerung des Bestell- oder Antragsprozesses in einen anderen Kanal (beispielsweise E-Mail) sinnvoll ist. Im E-Commerce ist die Zielsetzung eine andere: Den mobilen Bestellprozess möglichst angenehm und einfach zu gestalten und die Vorteile von Smartphones oder Tablets hinsichtlich mobilen Bezahlmöglichkeiten zu nutzen.

Eine Frage der Strategie: Mobile als Abverkaufskanal?

Ein weiterer Grund für die vergleichsweise niedrigen Spendings ist die Unsicherheit der Werbungtreibenden hinsichtlich der Einbindung von Mobile-Kampagnen in die werbliche Gesamtstrategie. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass Mobile in erster Linie ein Abverkaufskanal ist. Doch ist das wirklich so?

In zahlreichen Branchen eignet sich Mobile nicht oder nur mit erheblichen Einschränkungen als Abverkaufskanal. Wer beantragt schon einen Kredit auf dem Smartphone? Und wer schließt bitteschön eine Versicherung auf dem iPhone ab?

Diese Fragen sind durchaus berechtigt, allerdings sollte man sich der erheblichen Reichweite des mobilen Internets, wie zu Beginn bereits erwähnt, bewusst werden. Eine ganzheitliche Kampagne kann allein schon um der Nettoreichweite willen den Kanal Mobile nicht ausklammern.

Trotzdem sind die Werbekunden beim Einsatz von mobilen Kampagnen als Brandinginstrument zurückhaltend. Ein Grund hierfür ist das Fehlen umfangreicher Werbewirkungsstudien: Noch gibt es keine großangelegten Grundlagenstudien, wie sie im stationären Bereich längst gang und gäbe sind (z.B. die Gemeinschaftsstudie ad.impact). Hier besteht in der Branche noch erheblicher Nachholbedarf. Deshalb arbeiten auch wir an unabhängigen Studien, die uns Aufschluss über die Wirkungsweisen von mobilen Formaten gibt.

Da solche Studien im Moment jedoch nicht verfügbar sind, besteht eine große Unsicherheit hinsichtlich der Auswahl und Gestaltung der Werbemittel: Wie sinnvoll ist beispielsweise der Einsatz von Interstitials? Eignen sich Interstitials wirklich als großflächiges Brandingwerbemittel oder überwiegen die Reaktanzen der Rezipienten, der zu große Anteil an Forced Traffic und die Content-Abwertung durch Google den vermeintlichen Vorteil der umfangreichen Werbefläche und hohen Sichtbarkeit?

Fazit

Fest steht, dass die Era of Mobile da ist. Die Nutzungszahlen sind über jeden Zweifel erhaben, wir sind mit unseren Smartphones mehr verbunden als manchen lieb ist. Das mobile Internet hat eine Reichweite erreicht, die die Advertiser zum Handeln zwingt, zumal in zahlreichen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. Die Branche hat das erkannt und arbeitet mit Hochdruck daran. Die Werbekunden müssen sich ihrer Anforderungen und Zielsetzungen bewusst werden, welche in Strategieworkshops herausgearbeitet und klar definiert werden müssen. Denn wohin die Reise gehen kann, zeigen uns die Kollegen aus Großbritannien: Dort lag der Anteil von Mobile an den Gesamt-Onlinespendings in 2014 bei knapp 34 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren es weniger als 8 Prozent. Wir dürfen also gespannt sein.

 

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