Klartext!

Augen auf beim Werbeinkauf!  Trotz Tools und einiger Bemühungen seitens der Publisher bleibt Ad-Fraud leider auch in Deutschland ein nicht zu unterschätzendes Thema. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt beim Einkauf von Werbeplätzen deshalb auf seriöse Supply-Quellen und eine umfassende Beobachtung seiner Kampagnen um Klickbetrug zu verhindern. Denn kein Tool der Welt ist bis jetzt in der Lage, Kampagnenbetrug  zu 100 Prozent sicher zu erkennen und zu verhindern.

Unter den immer neuen Marktpartnern und Plattformen im Online Display-Markt finden sich nämlich leider immer noch so manch schwarze Schafe, die mit unseriösen Methoden ihren Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Wer als Werbungtreibender dann seine Supply-Quellen nicht genau prüft, kann da schnell zum Opfer werden und zahlt dann für Traffic, der keinesfalls durch echte User erzeugt wurde. Andere Betrugsformen sind beispielsweise das Vortäuschen hochwertiger Werbeumfelder oder die Fehladressierung von Datenpunkten.

Zu Beginn des Jahres 2014 verzeichneten zum Beispiel einige seriöse deutsche Webseiten eine verdächtige Häufung von Adclicks, die allesamt von Usern aus China kamen. Das kam den einschlägigen Agenturen sehr verdächtig vor, so dass solche Klicks gleich, aber auch sehr aufwändig aus den Reportings entfernt wurden. Um diesem Problem entgegenzuwirken und eine solch aufwendige Prozedur nicht wiederholen zu müssen, unterbinden mittlerweile alle großen Systeme auf dem Markt solche Angelegenheiten nun ganz automatisch.

Wie häufig Ad Fraud in Deutschland vorkommt, lässt sich nur schwer in Zahlen fassen. Denn wie anfällig eine Kampagne für Betrug ist, hängt auch vom gewählten Kampagnentyp und der Sorgfalt bei der Umsetzung an sich ab. Wer über eine Real-Time-Advertising-Plattform eine Reichweitenkampagne nur mit Blacklisting einbucht und keinerlei Inventarquellen ausschließt, braucht sich beispielsweise über Ad Fraud nicht wundern.

Eine Mitschuld für diese Entwicklung tragen auch die Sell- und Demand-Side-Plattformen selbst, die, um wettbewerbsfähig zu bleiben, nur ihr Wachstum im Auge hatten und ihre Kunden keiner genauen Prüfung unterziehen. Leider gilt das für den ein oder anderen Publisher auch, der seine Supply-Partner nicht sorgfältig genug ausgesucht hat. Mittlerweile sind auch verschiedene Tools im Einsatz, um Ad Fraud zu verhindern. Trotzdem können diese niemals eine Kampagnenmanipulation komplett ausschließen. Spezielle Ad-Varification-Anbieter können lediglich den Kontrollprozess, der bei jeder Kampagne unabdingbar ist, erleichtern. Denn alle Parameter müssen kontinuierlich beobachtet werden, um auf diese Weise Auffälligkeiten zu identifizieren und auf sie reagieren zu können. Die Kosten für diese Tools sind nicht übertrieben hoch.

Auch wenn verschiedene Tools gute Hilfestellung bieten können, keins von ihnen kann komplett vor betrügerischen Aktivitäten schützen.  Eine umfassende Qualitätskontrolle und ein konsequentes Whitelisting ist nun mal der einzige effektive Schutz vor Manipulationen. Gleichzeitig müssen aber die Plattform-Betreiber auch genügend Ressourcen in die händische Qualitätskontrolle ihrer Partner und deren Inventar investieren. Nur durch solche qualitätssichernden Maßnahmen lässt sich der deutsche Onlinemarkt sicher halten.

Zum Thema Ad Fraud hat mich auch Ingrid Schutzmann von der Redaktion der Internet World befragt.

0 Kommentare zu “Ad-Fraud: Ohne Qualitätskontrolle geht es nicht

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Tobias ist Chief Technical Officer bei mediascale. Mit seinem technischen Know-how schreibt er hauptsächlich über die Themen Tracking, Software und das mediascale Profiling-Produkt: NE.R.O. Dabei schafft er den Spagat zwischen der Vermittlung von fundiertem technischem Hintergrundwissen auf der einen Seite und allgemein verständlichen Formulierungen für weniger Versierte andererseits.

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