Monatliches Archiv für April 2018

Es ist Frühling und damit Zeit für Digitalmessen. Die Online Marketing Rockstars (OMR) haben den Reigen in Hamburg eröffnet und einen Besucherrekord verzeichnet und werden nun direkt gefolgt von der d3con. Im Juni folgen dann noch die Kollegen der Adtrader Conference in Berlin. Nun kann man trefflich darüber streiten, ob man wirklich so viele Messen braucht. Doch wenn man sich die Teilnehmerzahlen ansieht, dann scheint genug Bedarf für die unterschiedlichen Foren zu sein, in denen wir uns über unsere eigene Branche austauschen können.

Betrachten wir die innerhalb von drei Wochen quasi nebeneinanderliegenden Messen d3con und OMR, dann fällt vor allem eines auf: Versucht die d3con mit der University am Tag vor dem eigentlichen Kongress die jüngeren, noch nicht so erfahrenen Mediamanager zu erreichen, so merkt man, dass sie hier mit den OMR einen wirklich harten Gegner bekommen hat. Bei der d3con University blieben leider einige Plätze frei – der Mediahipster-Nachwuchs fühlt sich wohl eher von großer Bühne und Metallica-Drummer angezogen als von Volleyball-Koryphäen. Der Kongress der d3con jedoch spiegelt ein anderes Bild: Hier fühlt sich auch ein Digital-Dinosaurier noch gut aufgehoben, das Publikum ist um einiges gesetzter, die Gespräche ein wenig vertrauter. Man kennt sich, d3con ist hier eher der Branchentreff, der nicht ganz so überlaufen ist, wie die dmexco, aber dennoch Raum bietet, sich abseits der Vorträge auszutauschen.

Inhaltlich waren es aus meiner Sicht zwei Themen, die bewegt haben und die immer wieder in den verschiedenen Podien zur Sprache kamen:

  • Zum einen Transparenz in unterschiedlichen Facetten: Transparenz zwischen Kunde und Agentur, Transparenz in der medialen Steuerung, Transparenz bei der Datenerfassung über unterschiedliche Allianzen – der Facebook -Skandal hinterlässt seine Spuren.
  • Zum anderen Datenschutz: Der 25. Mai ist nicht mehr weit und inzwischen ist es wohl bei allen angekommen, dass wir noch einige Hausaufgaben haben, wenn es darum geht, ein einheitliches Verständnis der Anforderungen an den Einzelnen im Zuge der DSGVO bzw. der noch diskutierten ePVo zu erlangen. Danke an Thomas Promny, der diesem Thema genug Raum gegeben hat – da man in Gesprächen hierzu auf vielen Ebenen noch großes Unwissen und Unsicherheit erlebt, ist jede Möglichkeit, sich zu informieren, mehr als zielführend!

Einzig die Qualität vereinzelter Diskutanten ist manchmal ein wenig irritierend. Dieses Thema ist nicht dafür geeignet, in leichter Polemik (befeuert durch den eigens mitgereisten PR-Profi, dem es vor allem um ein markiges Twitter-Zitat des Betreuten geht) mehrere Pauschalismen zum Besten zu geben, die man durch Anekdoten aus lang vergessenen und in der Eigenwahrnehmung sicher besseren Zeiten unterfüttert. Hier ist es spannender, den Diskutanten zuzuhören, die inhaltlich auf der Höhe, dafür aber vielleicht nicht ganz so polternd im Auftritt sind…

Mein Fazit: eine gute Konferenz mit interessanten Themen, eine University, die sich noch schwer tut, eine gute Organisation und ein Verbesserungswunsch: ein ordentlicher Kaffee. Bis nächstes Jahr!

Angefangen hat Michi als Trainee bei mediascale, seit September 2016 unterstützt er als Audience Broker das NE.R.O. Team. Was er alles während seines Traineeships bei uns erlebt hat und was ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist, plaudert er heute für uns aus:

  1. Michi, was hat dich dazu bewogen, Audience Broker zu werden?

Einerseits haben mich Zahlen, Mathematik und strategisches Denken schon in der Schulzeit fasziniert. Andererseits habe ich mir irgendwann die Frage gestellt, wie Unternehmen bei der Vielzahl von Werbekanälen möglichst effektiv handeln können, um sich in den Köpfen der Menschen zu verankern und sich gleichzeitig vom Wettbewerb abzusetzen. Im Studium habe ich mich für den Schwerpunkt Marketing entschieden und dabei den interessanten Bereich des Online-Marketings entdeckt. Im Rahmen eines Experten-Interviews für meine Bachelor-Arbeit zum Thema „Progammatic Advertising“ bin ich in Kontakt mit mediascale und der jungen Agentur PREX, dem Joint Venture von Mediaplus und Plan.Net, gekommen.

  1. Hast du dir deinen Arbeitsalltag so vorgestellt, wie er jetzt ist?

Ich wusste bereits durch meine Bachelor-Arbeit über die grundsätzlichen Aufgabenbereiche eines Audience Brokers Bescheid, jedoch überraschte mich, welche extrem komplizierte technische Struktur hinter dieser neuen Form des Marketings steckt. Wir sind als Audience Broker auf der einen Seite dafür zuständig, die Kunden strategisch zu beraten, mit welcher Targeting-Variante und mit welchen Daten und Techniken die potenzielle Zielgruppe am besten erreicht werden kann, und führen andererseits auch die Verhandlungen mit den Kunden. Die technische Umsetzung der Kampagnen liegt natürlich auch in unserer Hand. Mir persönlich macht es sehr viel Spaß, in diesem komplexen und schnelllebigen Aufgabengebiet zu arbeiten. Routine macht nur einen kleinen Teil meiner Arbeit aus, ich bin täglich mit neuen Herausforderungen konfrontiert und lerne Neues dazu.

  1. Was macht das Traineeship bei mediascale aus?

Als Trainee bei mediascale hat man zu jeder Zeit das Gefühl, Teil eines tollen Teams zu sein und von kompetenten und kooperativen Mitarbeitern begleitet und betreut zu werden. Es herrscht trotz hoher Arbeitsbelastung immer ein gutes Arbeitsklima. Teamgeist steht im Vordergrund und es ist einfach, sich als „Neuer“ in die Gruppe zu integrieren. So wird man auch schnell mal von den Kollegen nach der Arbeit in den Biergarten oder ins Café Kosmos mitgenommen.

  1. Was hast du vor deiner mediascale-Zeit gemacht?

Vor meiner Zeit mediascale habe ich BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert und nebenbei in einem Restaurant gejobbt. Ich war aber während meiner Studienzeit auch schon als Werkstudent bei einer kleinen Marketing-Agentur direkt am POS in der Mitarbeiterkoordination tätig.

  1. Was ist dein bisher schrägstes Erlebnis bei mediascale?

Das schrägste, aber auch eines der lustigsten Erlebnisse war in der Adventszeit. Unser Team hat sich als kleine Weihnachtstruppe verkleidet – unser Teamleiter spielte den Nikolaus. So sind wir zusammen mit Weihnachtsmusik durch die Büros der Plan.Net gelaufen, um zum Nikolaustag unseren Kollegen Schokonikoläuse zu schenken. Der Spruch „HOHO und eine PREXliche Weihnacht“ hält sich bis heute.

  1. Welcher Bereich in deiner Arbeit macht dir besonders viel Spaß?

Am meisten Spaß macht mir der Kontakt zu den Kunden. Besonders interessant finde ich, anhand der vorgegebenen Daten sowie mit analytischem und strategischem Denken, kundenindividuelle Lösungen zu erarbeiten. Die technischen Lösungen im Detail zu kennen, zu wissen wie die einzelnen Komponenten zusammenarbeiten und wie dabei die Auslieferung in Echtzeit funktioniert, ist natürlich auch sehr wichtig. Es ist schon fast mein Steckenpferd, Fehleranalysen und Auswertung der Kampagnen anhand von verschiedenen Erfolgsfaktoren durchzuführen, um daraus abzuleiten, wie wir noch besser werden können.

  1. Welche deiner Eigenschaften hilft dir besonders, deinen Job richtig gut zu machen?

Ein Audience Broker muss in jedem Fall Kunden verstehen und sie strategisch effektiv beraten können. Andererseits ist ein Gespür für Zahlen und Analysen gefordert und natürlich die Flexibilität, sich an ändernde technische Bedingungen anpassen zu können. Gerade diese Dinge fallen mir leicht, was für meinen Job sicher von Vorteil ist.

  1. Wenn Server, Strom und Telefone ausfallen, was würdest du mit deinen Kollegen anstellen?

Wenn die Technik bei uns komplett ausfallen würde, würden wir vermutlich eine kleine Küchenparty veranstalten oder uns mit den anderen Teams auf dem Balkon treffen und einen Kaffee trinken.

  1. Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft?

Für die nächsten Jahre wünsche ich mir, dass ich genauso wie jetzt vom Team unterstützt werde und weitere Bereiche und Strukturen kennenlernen darf, um ein möglichst umfangreiches Marketing-Wissen aufzubauen.

Die erste Folge Bscheid gsagt im neuen Look & Feel dreht sich um den Algorithmus. Wer ist dieser Typ, der scheinbar alles kann und weiß und von vielen Techies beinahe angebetet wird? Wolfgang Bscheid führt uns ein in die Welt der Algorithmen und welchen Einfluss sie auf uns als Verbraucher und auch als gesamte Gesellschaft haben. Denn seine Aufgabe – Muster erkennen – führt im Endeffekt oftmals zu Schlussfolgerungen, die wir menschlich gesehen als diskriminierend betrachten. Und die für uns Menschen nicht mehr nachvollziehbar sind.

Europäische Union steigt ins Datengeschäft ein

Brüssel, EU – Die von der Europäischen Union geplante Änderung der Datenschutzgrundverordnung hält die ganze Digitalwirtschaft in Atem. Nun sickerte durch, dass es wohl einen Paragraphen geben soll, der der EU ermöglicht, selbst ins datengestützte Digitalgeschäft einzusteigen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, soll der EU Datenschutzbeauftragte Buttarelli gesagt haben: „Nach tiefergehender Analyse der Digitalwirtschaft haben wir festgestellt, dass man hier durchaus Geld verdienen kann und wir uns diesem Thema annähern müssen“. „Datenschutzrechtliche Bedenken sind hier unangebracht, da es unsere Verordnung ist“, fügte er schmunzelnd hinzu. Geplant sind wohl ein Display Network (EUDN – European Display Network), eine Suchmaschine (gEUgle) und ein Targeting Tool (xEUxis).

Influencer breitet sich aus

Youtube, worldwide – Auf Youtube grassieren derzeit einige heftige Influencer. Glaubt man führenden Social Media-Experten, zeigt Google wenig Initiative diese Pandemie einzudämmen. Darüber hinaus wird vermutet, dass das Unternehmen die Ausbreitung sogar bewusst toleriert. Finanzielle Beweggründe soll es dabei nicht geben.

Namensänderung für Media-Pitch angedacht

München, Deutschland – Nach einem aktuellen Artikel der WUFF setzt sich der OWM für eine Namensänderung der klassischen Ausschreibung ein: Aus Pitch soll Bitch werden. Dazu soll OWM Mitglied U. S. gesagt haben: „So ein Pitch erinnert oft an eine Herrenüberschuss-Party in einschlägigen Etablissements. Dank der Namensänderung ist dieses Problem Schnee von gestern“.

„Bäumchen, wechsel dich“ bei der Messe

Köln, Deutschland – Die Koelnmesse und der OVK versuchen mit neuem Personal zu alter Stärke zurückzufinden. Dazu soll sich dmexco Chief Advisor Dr. Matyka wie folgt geäußert haben: „Es gab in der Vergangenheit ein paar Markenzeichen, die diese Messe ausgezeichnet haben. Daher wird es doch wohl möglich sein, eine Messe auf die Beine zu stellen, bei der man nicht schon nach zwei Minuten Wartezeit ein Taxi bekommt und dabei nicht vom Regen überrascht wird.“ Folgende Maßnahmen sollen deshalb umgesetzt werden: Während der Messezeit dürfen 43% der Kölner Taxifahrer ein Wellnesswochenende in der Eifel verbringen. Extra für die beiden Tage engagierte Messehostessen werden durch gezieltes Herumstehen an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten zwischen den Ständen dafür sorgen, dass die Messebesucher auch im Jahr 2018 ihre Termine nicht pünktlich wahrnehmen können. Und zu guter Letzt: Der Einsatz sogenannter Regenbomber ist wohl noch in Prüfung, die letzte Entscheidung trifft hier allerdings die Stadt Köln.

Paywall-Modell etabliert sich

Berlin, Deutschland – Das Paywall-Modell erfreut sich bei den Publishern immer größerer Beliebtheit, ebenso auch unterschiedliche Bezahlmodelle. Neben dem klassischen Geldfluss und der Freischaltung durch Ansehen von Werbevideos, planen einige Content-Eigner nun auch das Bezahlen mit Naturalien. Die führende Bezahlschranke Bill Plus findet dafür klare Worte: „Warum nicht. Tauschhandel gibt es schon seit der Steinzeit. Bartern ist geil! Sex sells!“

AfD klagt gegen Datenmigration

Berlin, Deutschland – Die AfD bleibt ihrer Linie treu: Laut dem Danziger Vorposten bereitet die Parteizentrale eine Klage gegen Datenmigrationen jeglicher Art vor. Hierzu soll der AfD-Vorsitzende Gauland sich wie folgt geäußert haben: „Wir können nicht jeden reinlassen. Selbst wenn er unter dem Deckmantel einer vermeintlich guten Sache kommt!“

Brüder im Geiste

Unterföhring/Hamburg, Deutschland – Anfang März wurde bekannt gegeben, dass der Medienkonzern ProSiebenSat.1 den DAX verlässt und in den zweitklassigen M-Dax absteigt. Erste Analysten zogen bereits Vergleiche zur aktuellen Situation des Hamburger Sportvereins in der ersten Fußballbundesliga. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende des HSV Hoffmann hat sich dazu schon geäußert: „Gewisse Parallelen sind natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings dauert unser Siechtum ja schon etwas länger. Unterföhring ist jetzt unser Vorbild, da ziehen wir gerne nach.“

Interview mit einem Aussteiger

Internet, worldwide Herr K. Bot, Sie haben den Ausstieg aus der Szene geschafft. Was waren Ihre Beweggründe auszusteigen?

Ja, nun. Das ständige Reisen, heute hier, morgen dort. An jedem Ort ein anderer Banner und dann immer nur für einen kleinen Klick. Das zermürbt auf Dauer.

Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Kollegen?

Nein. Die haben natürlich den Kontakt sofort abgebrochen, als ich mich entschieden habe, dem Spiel ein Ende zu setzen. Und auch die Banner halten keinen Kontakt, für die ist das immer eine einmalige Sache. Ein Abenteuer sozusagen.

Wo halten Sie sich momentan auf?

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich darüber nicht reden möchte. Sie können sich ja denken, dass zurzeit die ein oder andere Security Software hinter mir her ist.

Social Network Xing mit neuem Ansatz

Internet, Deutschland – Fokussierte sich das soziale Netzwerk Xing bisher auf den Business-Sektor, soll es nun auch einen in sich geschlossenen Kreis für Diktatoren, Autokraten und andere Staatsoberhäupter geben. Ein Unternehmenssprecher meinte: „Wir versuchen die Welt ein bisschen näher zusammenzubringen.“ Insidern zufolge soll es hierfür neue Features für geplante Handelskriege, Embargos und Invasionen geben. „So können die User mit nur zwei Klicks und in Echtzeit Strafzölle auf Stahl und Aluminium erheben“, heißt es weiter aus dem Dunstkreis des Unternehmens. Friedensverträge und Handelsabkommen können mit Hilfe von Formularen und Vordrucken geschlossen werden. Nicht bestätigen wollte Xing, dass auch Untergruppen für Rebellen und Guerillas vorgesehen sind.

Netzwerkdurchsetzungsgesetz sagt Fake News den Kampf an

Internet, Deutschland – Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 trat das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz in Kraft, das sich primär gegen Hetze und Fake News in sozialen Netzwerken richtet. Offensichtlich rechtswidrige Inhalte müssen in der Regel innerhalb von 24 Stunden….krrr… krrr… krrr …. Dieser Account ist vorrübergehend gesperrt