Monatliches Archiv für Februar 2018

Marco hat vor kurzem sein Traineeship bei uns erfolgreich beendet und arbeitet nun als Digital Media Planner & Consultant. Heute steht er uns Rede und Antwort zu seiner Zeit als Trainee. Welchen beruflichen Traum er sich schon erfüllt hat und warum er mit Pixeln und Cookies so gar nicht gerechnet hatte, lesen Sie hier:

  1. Marco, warum hast du dich für den Beruf des Mediaplaners entschieden?

Nach meinem Studium war mir klar, dass ich im Marketing beziehungsweise in der Werbebranche arbeiten will. Ich war eigentlich schon immer sehr computer- und internetaffin, deshalb wollte ich auch primär ins Online Marketing. Weshalb die Wahl letztendlich auf Online-Mediaplanung gefallen ist, liegt nicht zuletzt an meiner Freude, mit Zahlen zu arbeiten. Meine Mutter war sich immer sicher, dass ich mal Banker werde, das war dann aber am Ende doch nicht ganz der Fall.

 

  1. Hast du dir deinen Arbeitsalltag so vorgestellt, wie er jetzt ist?

Ich muss sagen, dass ich nur eine vage Vorstellung vom Arbeitsalltag eines Online-Mediaplaners hatte. Der konkrete Arbeitsalltag hat einige Felder, über die ich mir zunächst keine Gedanken gemacht habe. Ein Feld, das ich überhaupt nicht auf dem Zettel hatte, war der Umgang mit technischen Aspekten wie Adservern, Pixeln oder Cookies.

 

  1. Was macht das Traineeship bei mediascale aus?

Nette Kollegen, vielfältige und anspruchsvolle Aufgaben und ein respektvoller Umgang. Das klingt zunächst nach Plattitüden, aber es stimmte alles: Ich habe mich in meinem Traineeship einfach wohl gefühlt. Ich habe mich immer super aufgehoben gefühlt und hatte nie das Gefühl, dass ich „nur der Trainee“ bin. Ich war von Anfang an ein Teil des Teams. Das ist natürlich heute immer noch so.

 

  1. Was hast du vor deiner mediascale-Zeit gemacht?

Ich habe an der Uni Regensburg ganz klassisch BWL studiert, erst im Bachelor und anschließend im Master. Meine Schwerpunkte waren dabei Management und Marketing. Bevor ich mich meiner Masterarbeit widmete, habe ich ein mehrmonatiges Praktikum eingeschoben. Offiziell war das ein Praktikum in der Abteilung für „Sponsoring und Vermarktung“ bei der „FC Ingolstadt 04 Fussball GmbH“. Was im ersten Moment wirklich sehr unromantisch klingt, war aber die Erfüllung eines innigen Wunsches. Ich wollte einfach mal die andere Seite meines Herzens- und Heimatvereins sehen und nicht nur jedes Wochenende in der Kurve stehen.

 

  1. Welcher Bereich in deiner Arbeit macht dir besonders viel Spaß?

Besonders spannend finde ich die direkte Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Es gibt einem einfach ein anderes Gefühl und einen anderen Blick auf das, was man tagtäglich plant, auswertet und optimiert, wenn man persönlich mit den Kunden spricht und weiß, was ihre Erwartungen an die Kampagne sind.

 

  1. Welche deiner Eigenschaften hilft dir besonders, deinen Job richtig gut zu machen?

Gerade wenn es um die Arbeit mit großen Excel-Tabellen geht, bin ich ganz froh, dass ich relativ zahlenaffin bin und den Überblick nicht so schnell verliere.

 

  1. Wenn Server, Strom und Telefone ausfallen, was würdest du mit deinen Kollegen anstellen?

Wenn der Zeitpunkt passt, würden wir natürlich Essen gehen, wie eigentlich jeden Mittag. Ansonsten würden wir in unserer kleinen Cafeteria zum Kaffeetrinken gehen, denn da gibt es den besten Kaffee der ganzen Stadt!

 

  1. Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft?

Momentan wünsche ich mir eigentlich nur, dass ich in fünf Jahren noch genauso zufrieden bin wie heute.

Kaum hat der gestresste Marketer nach der Rückkehr aus der wohlverdienten Neujahrspause die Weihnachtskarten weggeworfen und mit der Umsetzung der guten Vorsätze für 2018 begonnen, stellt er bei der morgendlichen Newsletter-Lektüre fest, dass das junge Jahr offensichtlich schon sein Thema gefunden hat: Blockchain!

Blockchain. Werden wir das wirklich tun? Was um Himmelswillen ist eigentlich eine Blockchain?

Blockchain wird als Überbegriff für technische Verfahren verwendet, deren Ziel es ist, Daten glaubwürdig und gesichert vor nachträglichen Manipulationen abzuspeichern. Die Blockchain selbst ist dabei eine Liste von Datensätzen. Mittels kryptografischer Verfahren werden diese aneinander geheftet, wie eine immer länger werdende Kette aus einzelnen Datenblöcken. Um die gespeicherten Daten vor Veränderung zu schützen, setzen die Anwendungen auf eine Peer-to-Peer-Struktur. Dabei beteiligen sich viele verschiedene Parteien an ein und derselben Blockchain und speichern identische Kopien der Daten, verteilt auf multiple Systeme.

Diese Grundstruktur und der Rechenaufwand für das kryptografische Verfahren sollen Manipulationen für einzelne Teilnehmer der Blockchain unmöglich oder zumindest so aufwendig machen, dass diese sinnlos werden. Wieviel Aufwand für die Sicherheit einer Blockchain betrieben werden muss, hängt natürlich davon ab, wie sehr die beteiligten Parteien sich misstrauen. Dies ist bei einer Unternehmenssoftware anders zu bewerten, als bei Anwendungen und virtuellen Währungen, die für prinzipiell alle zugänglich sind. Den einzigen Wert stellt am Ende nämlich das Vertrauen dar, welches den beteiligten Parteien entgegengebracht wird. Diese Währungen – die bekannteste ist sicherlich der Bitcoin – verdeutlichen auch das Prinzip, wie Blockchain-Netzwerke aufgebaut werden. Und die Peers, die die Rechenleistung für die Erstellung der Blockchain bereitstellen, werden dafür belohnt: Im Falle einer Kryptowährung zum Beispiel in Form von Coins.

Eine entsprechend sicher aufgesetzte Blockchain ermöglicht also die glaubwürdige Durchführung von Transaktionen ohne zentrale Instanz, auch wenn sich die beteiligten Parteien nicht vertrauen. Damit eignet sich eine Blockchain – zumindest in der Theorie – für die Abbildung aller Geschäftsvorgänge, bei denen die Glaubwürdigkeit von Daten die zentrale Anforderung ist, wie etwa das Vertragsmanagement.

Aber was hat das alles mit Online-Werbung zu tun? Nun, auch im digitalen Mediageschäft gibt es Prozesse, bei denen Marktpartner, die keinen Grund haben, sich bedingungslos zu vertrauen und sich im Fall von Programmatic Advertising häufig noch nicht einmal mehr mit Namen kennen, miteinander Geschäfte abwickeln. Deshalb füllt sich jetzt zu Jahresbeginn die Fachpresse mit Berichten über die vielen Blockchain Startups aus dem Mediageschäft. Manche versprechen ganze Kampagnen über Smart Contracts abzuwickeln und mit Kryptogeld zu bezahlen, andere wollen mit naiven Konzepten dem Adfraud zu Leibe rücken. Beide Ideen werden wohl nicht von langer Dauer sein.

Ein von allen Marktteilnehmern gemeinsam als Blockchain betriebenes Measurement-System für das Kampagnentracking wäre aber unbestreitbar eine großartige Errungenschaft. Nur wird 2018 solch ein System nicht kommen, denn eine wirklich sichere Blockchain ist aus technischer Sicht ein Albtraum. Die dezentrale Struktur und die aufwendigen Rechenvorgänge verlangsamen die Transaktionen und erschweren jede Skalierung enorm. An ein System, mit dem in Echtzeit Impressions und Klicks in einer Displaykampagne revisionssicher gezählt werden können, ist nach heutigem Technologiestand nicht zu denken. Die Blockchain steht also nicht nur erst am Anfang ihrer technischen Entwicklung, sondern auch am Anfang ihres Hype Cycles.

Die Digital Mediaplaner, Veronika Baier und Helena Klein, durften zwei Wochen im Rahmen ihres Traineeships bei der Kölner Agentur Mediaplus Geo Intelligence reinschnuppern. Hier hatten sie die Möglichkeit, über ihr normales Tätigkeitsfeld hinaus die klassischen Medien und einen jungen Standort kennenzulernen. Nach ihrer Rückkehr haben wir die beiden zu ihren Erfahrungen befragt.

Vroni, wie kam es zu dem Austausch bei der Mediaplus in Köln?

Vroni: Im Rahmen des Traineeships bei der mediascale ist es üblich, einen Austausch mit einer anderen Agentur der Serviceplan Gruppe durchzuführen. In der Regel bietet sich ein Austausch mit der Mediaplus, unserer Agentur für klassische Mediaplanung in München, das Pendant zur digitalen Mediaplanung, an. In unserem Fall durften wir allerdings eine kleine Reise zur Mediaplus in Köln antreten, da wir gemeinsame Kunden betreuen und im Rahmen einer integrierten Mediaplanung die Arbeitsweise der jeweils anderen Agentur kennenlernen wollten.

Helena, welche Mediengattung hat dich am meisten beeindruckt?

Helena: Es gibt zwei Mediengattungen, die ich sehr eindrucksvoll fand. Zum einen die TV-Planung: Der größte Unterschied zur Online-Planung ist, dass es hier nur eine sehr begrenzte Anzahl an Sendernn gibt, die planungsrelevant sind. In der Online-Welt gibt es unzählige Websites, die für Kunden gebucht werden können und darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Zielgruppen genauer anzusprechen. Im TV-Geschäft hat man mit den unterschiedlichen Sendern zwar eine grobe Zielgruppeneinteilung, allerdings kann die Kontakthäufigkeit mit den Zuschauern nicht gesteuert werden. Deswegen finde ich den Beruf des Digital Mediaplaner aufregend: Einerseits erfordert er analytisches Denken, andererseits  ist das Medium messbarer als die meisten klassischen Medien. Zum anderen finde ich die Out of Home-Planung sehr interessant. Während unseres Austausches wurde ein neues Regio-Planungstool vorgestellt, mit dem man – auf sehr kleiner Ebene – unterschiedliche Medienplanungen visuell darstellen kann. Das war sehr informativ, weil beispielsweise für Händlerstandorte die Planung für regionale Print- oder Radio-Kampagnen ins Detail geplant werden kann.

Und dich, Vroni?

Vroni: Am meisten haben mich die Mediengattungen „Out of Home“ und „Ambient Media“ fasziniert. Beeindruckt hat mich hier vor allem die Vielfältigkeit und die unerschöpflichen Möglichkeiten: vom gebrandeten Flugzeug bis hin zur als Graffiti gesprayten Werbung auf einer Gebäudewand in der Innenstadt. Den größten Unterschied im daily business sehe ich in der Kampagnen-Auswertung, da es in der digitalen Mediaplanung deutlich bessere Möglichkeiten zur Auswertung einer Kampagne gibt, als in der klassischen Mediaplanung.

Woran müsst ihr denken, wenn ihr an die Zeit in Köln zurückblickt?

Vroni: Wenn ich auf die Zeit in Köln zurückblicke, muss ich immer daran denken, wie offen und freundlich wir bei der Mediaplus Köln aufgenommen wurden und wie spannend die Vorträge über die verschiedenen Mediengattungen waren. Ich denke aber auch an die Kölner Kioskkultur, an menschengefüllte Straßen – auch im Winter – und an die langen Öffnungszeiten der Läden zurück.

Helena: Genau, an die herzlichen und supernetten Kollegen, die wir kennenlernen durften. Wir wurden sehr gut integriert und haben uns ab dem ersten Tag wohl gefühlt.

Vroni, was war dein Highlight in Köln?

Vroni: Die Besichtigung des Kölner Doms. Die gigantische Größe des 157 Meter hohen Bauwerks habe ich erst begriffen, als ich direkt davor stand und zu den beiden Turmspitzen hochschaute. Auch der mühsame Aufstieg der 533 Stufen in die luftige Höhe hat mir die unglaublichen Dimensionen nochmal verdeutlicht. Für den wunderschönen Ausblick auf die Stadt, den Rhein und die Hohenzollernbrücke lohnt sich die Anstrengung aber alle mal. Zudem war das Glück an diesem Tag auf unserer Seite und hat uns einen wolkenlosen Himmel und strahlenden Sonnenschein beschert.

Helena, gibt es kulturelle Unterschiede?

Helena: Die Leute in Köln sind sehr offen und man wird oft auf der Straße angequatscht – das führt zu interessanten Gesprächen. Ansonsten waren wir Ende Januar beziehungsweise Anfang Februar in Köln und haben den Karneval, „die fünfte Jahreszeit“ wie es hier so schön heißt, knapp verpasst. Was aber nicht heißen soll, dass wir keine Kostüme gesehen haben! Denn die Karnevalszeit beginnt hier bereits am 11.11. und viele treffen sich zu den Karnevalssitzungen weitaus früher. Es macht auf jeden Fall Lust auf mehr und ist ein Ansporn, Köln direkt zur Karnevalszeit zu besuchen. Was die Arbeit anbelangt, ist der größte Unterschied das Großraumbüro. In München hat jedes Team sein eigenes Büro. Die offene Arbeitsweise eines Großraumbüros hat mir sehr gefallen, denn man kommt auch mit Kollegen ins Gespräch, mit denen man sonst nicht persönlich zusammenarbeitet.

Vroni, wie hast du das erlebt?

Vroni: Ein paar kulturelle Unterschiede sind mir schon aufgefallen. Es ist ja bekannt, dass Karneval in Köln deutlich stärker gefeiert wird als bei uns in München. Dies konnten wir richtig spüren, vor allem, weil uns in den Straßen und U-Bahnen nicht selten eine Horde verkleideter Karnevalisten über den Weg liefen. Auch die Kölner Kollegen zogen nach der Arbeit ihre Kostüme an und gingen auf die ein oder andere Karnevalsfeier. Außerdem wurde nach Feierabend gemeinsam an den Kostümen gebastelt. Ein weiterer Unterschied ist die bereits erwähnte Kölner Kioskkultur. An wirklich jeder Ecke in Köln ist ein Kiosk zu finden. Diese haben oft bis zwei Uhr nachts und teilweise auch am Sonntag geöffnet. Wie praktisch!

Vielen Dank euch beiden für das Interview und welcome back in München!

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen gehören zu den Trendthemen 2018. Vielleicht sollten wir uns deshalb langsam Gedanken darüber machen, was das eigentlich für unsere Zukunft bedeutet. Wird der Algorithmus irgendwann über unsere Welt herrschen und mächtiger als jede bestehende Religion sein? Was passiert, wenn wir Maschinen erfinden, die alles besser können als wir? Wird die Menschheit dann überflüssig? Wolfgang Bscheid hat sich näher mit dem Thema befasst und rezensiert heute in seinem neuen Bscheid gsagt-Video das Buch „Homo Deus“ von Yuval Noah Harari.