Monatliches Archiv für November 2017

Am vergangenen Donnerstag wurde es sportlich: Der ADAC lud zum 4. ADAC Charity Treppenlauf im ADAC Tower in der Hansastraße ein. Neben dem sportlichen Charakter stehen beim Treppenlauf aber vor allem die Wohltätigkeit und der Spendengedanke im Vordergrund. mediascale war natürlich mit zwei Teams am Start!

Zum vierten Mal in Folge veranstaltet der ADAC dieses Charity Event. Hierzu sind neben allen ADAC Mitarbeitern auch die betreuenden Agenturen sowie die umliegenden Firmen und Sport- bzw. Kulturvereine eingeladen. Natürlich können sich aber auch Personen anmelden, die keine direkte Verbindung zum ADAC haben – schließlich geht es um den guten Zweck und hier darf jeder dabei sein und unterstützen.

Wir von der mediascale betreuen den ADAC als renommierten Kunden bereits viele Jahre im Digitalbereich und pflegen eine enge und sehr gute Zusammenarbeit. Auch wir wollten uns die Chance natürlich nicht nehmen lassen, wieder Gutes zu erlaufen. Dementsprechend ging das Team Mediastairs (bestehend aus meiner Kollegin Kathi und mir) und das Team Media Freaks (bestehend aus unserem Geschäftsführer Julian Simons und Christian Lacroix, der den Bereich Kampagnenplanung und -management beim ADAC verantwortet) an den Start. Die Bestzeiten aus dem letzten Jahr sollten selbstverständlich und zielsicher übertroffen werden.

Gemäß dem Motto „Dabei sein und Gutes tun“ ging es 22 Stockwerke durch das ADAC Treppenhaus nach oben. Insgesamt müssen 472 Stufen als Einzelkämpfer oder im Team überwunden werden, um den fast 90 Meter hohen Tower zu „erklimmen“. Außer Konkurrenz und unter erschwerten Bedingungen startet jährlich ein Team der freiwilligen Feuerwehr als erstes, um das Treppenhaus im Vorfeld für alle Teilnehmer zu sichern. Mit mehr als 20 kg Zusatzgewicht und ausschließlicher Atmung über die Atemmaske erreichten die zwei Feuerwehrmänner das Ziel nach sehr guten vier Minuten.

Am Ende der zweistündigen Veranstaltung standen die Sieger der Einzelläufer und der Teams fest – die Media Freaks konnten den dritten Platz der Teamläufer verteidigen und ihre persönliche Bestzeit mit 2:14 Minuten sogar noch verbessern. Auch mein Team Mediastairs schnitt sehr gut ab und war mit glatten drei Minuten das beste Frauenteam – der Abend hatte sich also gelohnt!

Der gesamte Erlös der Startgebühr des Treppenlaufes kommt der ADAC Stiftung zu Gute, die sich bereits jahrelang erfolgreich in Bereichen wie Unfallprävention, Sicherheit im Motorsport, Mobilitätsforschung und Luftrettung engagiert. Wenn der ADAC nächstes Jahr wieder einlädt, wird es der 5. ADAC Charity Treppenlauf sein. Wir sind gespannt, ob das kleine Jubiläum neue Regeln oder Besonderheiten mit sich bringen wird. Dabei sein und Gutes tun werden wir aber auf jeden Fall wieder!

Online-Werbebetrug, auch AdFraud genannt, ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema in der Online-Werbebranche. Nicht zuletzt der zunehmende programmatische Handel mit Werbeplätzen lässt das Thema häufig erneut aufkeimen. In diesem Blogartikel wird unter anderem auf die Verursacher von AdFraud und deren Motive eingegangen. Doch zunächst ein kurzer Überblick über die verschiedenen Ausprägungen von AdFraud.

Beim Online-Werbebetrug wird zwischen Klickbetrug und Impression-Betrug unterschieden. Beim Klickbetrug wird der Klick auf eine Werbeanzeige mit Hilfe sogenannter „Bots“ simuliert. Diese Bots sind Softwareprogramme, die eigens für den Zweck des Online-Werbebetrugs programmiert werden. Sie besuchen verschiedene Websites und generieren so ein realistisch wirkendes Nutzerprofil mit individuell einstellbaren Klick- und Viewability-Raten. Impression-Betrug hingegen bezeichnet die vorgetäuschte Einblendung einer Werbeanzeige.

AdFraud hat viele Gesichter, doch wie ist der Werbebetrug zu erkennen? Jede Kampagne sollte gepflegt und überwacht werden. Regelmäßige Qualitätskontrollen der Kampagnen gehören zum Tagesgeschäft eines jeden Mediaplaners. Hierbei sollte auf Abweichungen zwischen den Vermarkter-Klickzahlen und den selbst mitgetrackten Klickzahlen geachtet werden. Außerdem ist darauf zu achten, ob eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Klicks nur von einer bestimmten IP-Adresse, von einem bestimmten Ort oder von einem bestimmten Betriebssystem ausgeht. Zudem nutzen wir für unsere Kunden Adverification-Systeme wie z.B. MOAT, Meetrics, comScore oder Integral Ad Science, welche von Bots erzeugten Traffic erkennen. Hierzu werden zusätzlich Pixel im Werbemittel verbaut, welche prüfen, ob der Traffic einem bestimmten Muster folgt, z.B. ob AdRequests oder Klicks sich auf einige wenige Clients mit identischem technischen Setup wie IP-Adressen zurückzuführen lassen. Erkennen die Adverification-Systeme ein Muster, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der Traffic durch Bots entstanden ist.

Nun stellt sich die Frage, wer vom Online-Werbebetrug profitiert und worin die Motivation der Betrüger liegt. Ausgeführt wird die Betrugsmasche von Hackern, Botnet-Betreibern, Pixel Stuffern und vielen mehr. Sie werden für die Umsetzung des Betrugs vergütet. Außerdem sind sie dafür zuständig, die Methoden auf dem neusten Stand zu halten, sodass es für die jeweiligen Tools und Adverification-Systeme stets eine Herausforderung bleibt, AdFraud identifizieren zu können.

In Auftrag gegeben wird der Betrug jedoch hauptsächlich von Webseitenbetreibern. Die Motivation besteht dabei hauptsächlich darin, einen Mehrverdienst durch Leistungen zu generieren, die eigentlich gar nicht erbracht wurden und die der Vermarkter im Normalfall auch nicht erbringen könnte. Dabei geht der Vermarkter allerdings das Risiko eines enormen Imageschadens ein.

Wird AdFraud nicht erkannt und nicht aus den Zahlen herausgefiltert, so kann dem Werbetreibenden tatsächlich ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstehen. Laut Adjust, einem Berliner Adtech-Dienstleister, liegen die jährlich durch Klickbetrug entstehenden Schäden in Milliardenhöhe. Doch können die Verantwortlichen für ihren Betrug am Werbetreibenden belangt werden? Natürlich ist die Ausführung und das in Auftrag geben von Online-Werbebetrug in vielerlei Hinsicht strafbar. Grundsätzlich gilt im Falle von AdFraud der Betrugstatbestand des § 263 StGB und der Tatbestand des Computerbetrugs gemäß § 263a StGB (Medienstrafrecht und Internet- und Computerstrafrecht). Computerbetrug bedeutet in diesem Fall das rechtswidrige Verschaffen eines Vermögensvorteils durch die unrichtige Gestaltung eines Computerprogramms. Bei Erfüllung des Tatbestandes ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe zu rechnen. Zusätzlich verstößt das konkurrierende Unternehmen aber auch gegen das Wettbewerbsrecht, wenn es vorsätzlich auf Werbeanzeigen klickt oder den Klickbetrug in Auftrag gibt, um dem Wettbewerber Kosten zu verursachen und ihm dadurch Schaden zuzufügen. Theoretisch plausibel.

In der Praxis lässt sich diese Theorie nur leider schwierig umsetzen. Das Problem liegt in der Beweisführung: Kann dem Verursacher des Klickbetrugs nicht einwandfrei nachgewiesen werden, dass er nur auf die Anzeige geklickt hat, um anderen Schaden zuzufügen oder sich selbst zu bereichern, so lässt sich der Tatbestand nur schwer durchsetzen.

Häufig sind ein gutes Qualitätsmanagement bei der Kampagnenbetreuung und der Einsatz der richtigen Tools der deutlich einfachere Weg, um gegen AdFraud vorzugehen. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den richtigen Marktpartnern ist ein wichtiger Grundstein um Betrugsversuchen vorzubeugen. Durch die Bemühungen der deutschen Online-Werbebranche hat der Online-Werbebetrug in Deutschland bislang ein relativ geringes Ausmaß angenommen. Dies geht auch aus dem BVWD-Qualitätsreport 2017 hervor, welcher von der Fokusgruppe Digital Marketing Quality (DMQ) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. erhoben wurde. Für die Erhebung dieser Statistik haben sich fünf Adverification-System-Anbieter zusammengeschlossen und ihre Daten ausgewertet. Laut dem Qualitätsreport liegt der AdFraud-Anteil in Deutschland lediglich bei rund 2,2 Prozent. Dieses Niveau gilt es zumindest zu halten.

Der Oktober ist rum und somit auch unsere Jubiläumsphase. Der richtige Zeitpunkt also, einige der zahlreichen Geburtstagsgrüße zu bündeln und mit euch zu teilen. Vielen Dank an alle, die an uns gedacht haben und uns in den letzten 15 Jahren mit Rat und Tat zur Seite standen. Ihr seid die Besten!

15 Jahre mediascale – von August bis Oktober haben wir unseren Geburtstag gefeiert! Hier auf dem Blog, auf Facebook und auf Twitter gab es jede Menge Jubiläumsaktionen: Marketing-Experten orakelten über unsere digitale Zukunft, jeden Freitag haben wir eine Zeitreise in unser Gründungsjahr 2002 gemacht und unsere ehemaligen Mitarbeiter berichteten von der „guten alten Zeit“. 

Sie möchten uns noch nachträglich gratulieren? Nehmen Sie Ihre Geburtstagsgrüße einfach per Handy-Video auf und laden Sie sie auf unserer Facebook-Seite hoch.