Monatliches Archiv für August 2010

Viele haben es ja schon immer gewusst: Banken und Versicherungen kann man nicht trauen. Nun stellt sich noch heraus, dass die besagten Institute nicht einmal in der Lage sind, eine eigenständige Spotkreation zu entwickeln, sondern auf Spots und Filme zurückgreifen, welche unter Umständen von den eigenen Kunden im Schweiße ihres Angesichts erstellt wurden. Ist das nun ein Skandal oder eigentlich eher banal? Ich finde Letzteres, denn Recycling gehört nun schon seit Jahren zu einem unserer Grundwerte unter dessen Banner wir bald schon in der zweiten Generation Joghurtbecher ausspülen und die Tackernadel aus dem Teebeutel ziehen, damit Letzterer in die braune Tonne wandern darf. Es ist natürlich nicht okay, die eigentlichen Produzenten nicht gefragt zu haben. Allerdings geht es definitiv einen Schritt zu weit, wenn man Werbekopien mit dem Diebstahl von Kunst, Musik oder Patenten vergleicht. Es ist letzten Endes auch schon so viel produziert worden, dass es kein Wunder ist, dass sich gewisse Dinge wiederholen. Wobei es bei den Ergo- und UBS-Kampagnen sicher kein Zufall ist. Ein Armutszeugnis für die Kreativen ist somit aus meiner Sicht das Maximum an Verdammnis, welches ich hier für angemessen erachte.

Nachahmen von bestimmten Prozessen oder Methoden eines Innovators oder Marktführers ist durchaus ja auch in einem gewissen Rahmen die Triebfeder allen Wirtschaftens – und wer wüsste es nicht besser als so manches Fachblatt. Auch hier gleichen sich des Öfteren die Inhalte und Aufmacher. Besonders beliebt ist zurzeit das Verwenden eines bestimmten Artikels (der, die, das), einer Zahl (insbesondere 7, 10 und 12),  eines Superlativs (besten, erfolgreichsten, wichtigsten), eines überbewerteten Themas  (Facebook, Twitter, Social Commerce) und des Wortes „Strategie“. Aus diesem Baukasten lässt sich problemlos für jede Woche eine Überschrift kreieren wie z.B.: „Die 10 besten Facebook Strategien“, „Die 12 erfolgreichsten Social Media Tools“, „Die 7 schlechtesten Newsflashs“,  „Die 10 schönsten Getreidesilos“, „Die 10 charmantesten 7 Geißlein“, „Die 12 wichtigsten Zahlen zwischen 1 und 100“,  „Die 7 nervigsten Aneinanderreihungen von Beispielen in einem Blogartikel“.

Welche Publikation jetzt damit angefangen und wer es übernommen hat, dass lässt sich wohl nur schwer nachvollziehen. Es gibt aber eine gemeinsame Quelle von der sie alle abgekupfert haben: Die Bibel!!! Die Bibel ist das erste überlieferte Dokument, welches Zahl + x kombinierte, um es griffig in altertümliche Hirne zu impfen. Da sind die „10 Gebote“, die „7 Todsünden“, „die 10 Plagen“, „die 3 Weisen aus dem Morgenland“ und, und, und. Nur der Superlativ fehlt und die Strategie, aber Sünde ist Sünde und „die 10 beliebtesten Plagen“ wären vermutlich auch ein wenig irreführend gewesen und taugen höchstens für ein Sonja-Zietlow-Format um 20.15h.

Tja meine lieben Leser, da muss wohl Ablass gezahlt und Vater Unser gebetet werden oder es wird nichts mit dem Himmel, weil Gott die Raubkopierer bestimmt auch nicht mag und sich ärgert, dass keine Gema-Gebühren an ihn abgeführt werden. Somit ist die nächste Naturkatastrophe vielleicht gar nicht einfach nur ein großes Unglück, sondern lediglich eine  einstweilige Verfügung vom Übervater vor dem Menschheitsgericht.

Liebe Hollis,

solltet ihr in diesen Sommerferien durch unsere Lande fahren, braucht ihr euch nicht zu wundern über das stete Lächeln, das wir Moffen (= abwertend für Deutscher) für euch übrig haben werden. Selbst das Verstopfen unserer Autobahnen mit euren LKWs (= Wassertomaten, Schnittblumen) noch das irrationale lenken eurer Wohnwagen (= Bummscontainer) wird uns dabei die gute Laune verderben. Versteht uns dabei aber bitte nicht falsch, denn wir lachen euch nicht an, sondern tendenziell eher aus. Das hat nichts mit der hart erkämpften Finalniederlage gegen die Toreros zu tun (s. Karate Frittje), sonden mit eurem neusten Geniestreich des allseits beliebten Holländischen Tourimusverbandes. Dieser rief die Seite frikandeljagd.de ins Leben und es ghört schon viel schlechtes Essen und ein langes verharren in überfluteten Poldern dazu, um dem Ganzen mehr abzugewinnen als Grenzdebilität.

Mal ehrlich liebe Nachbarn, ich mag euch zumeist wirklich (= so lange es nicht um Fußball geht) und durfte ja selbst zwei Jahre unter dem Meeresspiegel wohnen. Dabei habe ich mich auch an so einiges gewöhnt (= Ausnahme: Hölländische Küche) und feststellen dürfen, dass euer Humor (= Spezialität: Weltkriegswitze)  ja durchaus weit entwickelt ist. Was ihr hier aber anstellt, dass kann man weder als östlicher Nachbar, noch als Betroffener, gut heißen. Bringt uns doch lieber Frau Antje in hochhackigen Holzschuhen zurück, erfindet einen Sylvie van der Vaart-Stimmverzerrer oder schenkt uns einen zweiten Rudi Carrell. Aber verschont uns bitte mit tanzenden Frikandeln die schlechte Wortwitze (derer ich mich in diesem Artikel auch für schuldig bekenne) und ihren Namen tanzen. Es ist nicht immer alles gut, was Sauce Special Media heißt und es kurbelt auch nicht zwangsläufig den Tourismus an.

Dank u wel en prettig vakantie

Suchmaschinenmarketing (engl. Search Engine Marketing, kurz SEM) gehört schon lange zu den must haves der Online-Werbung. Beschäftigt man sich jedoch das erste Mal mit diesem Thema stellt man fest, dass das, was sich so einfach anhört, noch lange nicht so einfach umgesetzt werden kann. Vor allem dann nicht, wenn man einigermaßen erfolgreich sein will. Aber schon die zahlreichen unterschiedlichen Begrifflichkeiten sorgen bei Laien zunächst für große Fragezeichen. Damit diese durch Antworten ersetzt werden, zunächst eine grobe Aufstellung und Übersetzung der gängigsten Fachbegriffe:

  • SEM: Abkürzung für Search Engine Marketing und bedeutet Suchmaschinenmarketing, wobei SEM aus SEO + SEA besteht.
  • SEO steht für Search Engine Optimisation bzw. Suchmaschinenoptimierung. Unter Suchmaschinenoptimierung versteht man das Anpassen von Webseiten und deren Umgebung zur besseren Auffindbarkeit in den generischen, nichtbezahlten Suchresultaten.
  • SEA kurz für Search Engine Advertising. Bedeutet im Allgemeinen bezahlte Werbung auf Suchmaschinen wie Google, Yahoo, Bing etc. und deren Umfeldern. Dabei bildet Google mit über 90Prozent Marktanteil in Deutschland und Unterscheidungen zwischen der Suche auf Googleseiten, dem Partnersuchnetzwerk (enthält z.B. T-Online und AOL) und dem Content-Werbenetzwerk (welches seit neuestem Display-Werbenetzwerk genannt wird, obwohl es größtenteils Textwerbemittel anzeigt) eine extreme Ausnahme. Man könnte die Lokale Suche noch gesondert aufführen, aber bezahlte lokale Werbeplatzierungen werden in der Praxis über das gleiche Interface der Betreiber aufgenommen und bearbeitet und somit liste ich zumindest die bezahlten Local Ads unter SEA.
  • Eine mehr oder weniger „neue“ Erscheinung am Search-Himmel ist Youtube bzw. dessen Einsatz zu Werbezwecken. Da Youtube (bzw Google) von sich selbst behauptet, die zweitgrößte Suchmaschine zu sein und es hier die Möglichkeit gibt, Werbung im Stile von SEA aber auch Displaywerbung zu platzieren, ist auch diese Form von Search, Bestandteil von diversen Marketingkonzepten und Strategien.
  • Universal Search beinhalten neben den schon genannten Formen noch Suchresultate von News, Blogs, nichtbezahlter lokaler Suche, Shopping, Video, Bildersuchen, usw. aber eben alles über eine Suchanfrage und die dazugehörigen Suchresultate.

Da der Begriff Search in all den genannten Begriffen vorkommt, wird er von Online-Experten gerne als Oberbegriff verwendet, womit jedoch hauptsächlich Dienstleistungen im Bereich SEM gemeint sind. Das ist jedoch sehr missverständlich und kann dazu führen, dass Kunden zwar eine Search-Leistung einkaufen, letztendlich aber lediglich Suchmaschinenmarketing erhalten. Eine umfassende strategische und zielführende Beratung bleibt aus. Wer jedoch eine Search-Strategie für sein Unternehmen umsetzen möchte, sollte sich an eine Agentur wenden, die sich mit allen unter diesem Begriff vereinten Werbeformen auseinandersetzt und aktiv betreibt. Denn für eine solche, in den Marketing-Mix integrierte Strategie, müssen alle Mediengattungen und Werbeformen ganzheitlich zusammengeführt werden. Dies gelingt den wenigsten Agenturen, insbesondere wenn sie 1.) kein Wissen über das Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen im On- und Offlinebereich haben und 2.) der Kunde und seine Ziele nicht verstanden bzw. nicht zusammen erarbeitet worden sind. Nur wenn beides vorhanden ist, kann eine ganzheitliche Strategie mit dem Ziel der größten Effektivität erarbeitet und umgesetzt werden. Eine Agentur, die integrierte Kommunikationskonzepte erstellt und vorlebt kann darum in der Gesamtwirkung eine deutlich höhere Effizienz erzielen, als spezialisierte (monothematische) Agenturen, sofern sie sich in alle Maßnahmen spezialisiert hat und zusammenführen kann.

Für die Kunde-Agentur Beziehung ist es entscheidend, dass sich Leistung, Vergütung, Verständigung, Erfolg, etc. die Waage halten. Wenn eine Agentur aufzeigen kann, dass durch ihre Empfehlungen, Maßnahmen und Umsetzungen ein Kunde mehr erreicht hat, ist dies ein gutes Zeichen und belegt ihre Erfahrungen. Mit gegenseitiger Offenheit, Transparenz und der dazugehörigen Kommunikation sollte auch die Performance stimmen. Und sollte das nicht der Fall sein, stehen wir jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Verfügung!

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