Jährliches Archiv für 2010

Es ist geschafft! Das Jahr 2010 ist samt Agenda soweit gelaufen und es wird Zeit, die Geschehnisse Revue passieren zu lassen. Alles in allem können wir ja zufrieden sein. Das pandemische Seuchenjahr 2009 hatte uns ja ordentlich die Leviten gelesen und nicht gerade mit Höhenflügen von sich reden gemacht. Die positive Entwicklung, die sich aber dann im Schlussquartal des Vorjahres bereits andeutete, begleitete uns durch die vollen zwölf Monate und es gab im Grunde kaum jemanden, der nicht profitiert hätte – okay, vielleicht abgesehen vom einen oder anderen Targetinganbieter!

Aber was waren sonst die großen Themen 2010? Nun da stand sicherlich Social Media auf der Agenda, was dem Kürzel SM plötzlich und ganz unerwartet zu neuen Bedeutungen verhalf. Dabei müssen wir auch hier ehrlicherweise sagen, dass das Thema in den für Unternehmen relevanten Bereichen gar nicht so neu ist. Denn SM ist ja viel mehr als Heißwachsspiel und Facebook. So hat es die  Vielzahl an Blogs, Foren und Meinungsportale schon seit langem gegeben und diejenigen Unternehmen, die schon seit langem eine hohe Onlineaffinität haben, sind mit der Umsetzung entsprechender Maßnahmen schon seit längerem vertraut. Das Kind hatte bis dato nur keinen Namen. Und wenn wir ehrlich sind, werden hier in der Regel auch die kaufrelevanten Meinungen ausgetauscht. Natürlich gilt das Argument, dass Freundesempfehlungen besser ankommen als die von Unbekannten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aber gerade erst aus einem Ressort auf den Malediven zurückgekehrt ist oder sich auch einen 3D-Flachbildschirm TV gekauft hat ist eher gering. Und ich zumindest höre auch gerne eine Zweitmeinung zu Produkten, deren Anschaffungswert die Lohntüte überproportional komprimiert.

Ein weiteres gern bestrittenes Thema war Targeting in allen Facetten. Das fängt an beim ReTargeting  und der Feststellung, dass manch Franzose immer noch nach dem Verdun-Prinzip arbeitet: Massiver Artilleriebeschuss auf kleinem Gelände erspart dir den Bauer und den Pflug! Immerhin entlarvt es aber auch die Shoppinggewohnheiten der besseren Hälfte, die sich noch nicht ganz den Spionagemöglichkeiten 2.0. bewusst ist. Das gezielte Löschen von Cookies zur Tarnung der sündigen Geldvernichtung könnte aber schon bald auch eine Facette ihres Surfverhaltens werden. Zum Jahresende wurde dann noch mal Ostern zelebriert, denn mit RTB wurden ein paar ungelegte Eier ins Nest gelegt und mit DSPs, SSPs etc. die Fachterminologie bereichert. Danke dafür!

Die Wechselwirkungen mit anderen Modellen sind noch nicht so ganz absehbar, bringen uns aber gleich zum nächsten Thema, nämlich der Customer Journey. Auch hier war einiges in Diskussion und im Gange, wobei die eigene Journey eher disharmonisch endete. Nachdem der letzte Kundentermin in der heimischen Domstadt absolviert war, gab es im Grunde nichts anderes mehr zu tun, als die Rückreise anzutreten und das Jahr ausklingen zu lassen. Ein Schneesturm samt Sperrung des Flughafens sorgte dann aber für einen außerplanmäßigen Nachtstopp und eine Fahrt mit der Bahn am folgenden Morgen. So hat denn auch Frau Holle noch mal gezeigt, dass nicht nur isländische Vulkane mit unaussprechlichem Aschehusten gerne die Hosen an haben.

Wenigstens gibt es aber die Chance auf eine weiße Weihnacht und das ist ja auch viel wert. Das Blogteam von mediascale macht sich nunmehr vom Acker und verabschiedet sich für 2010. In diesem Sinne wünschen wir ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr, in dem wir auch wieder unser Bestes geben werden, Sie gebührend, aber ohne Gebühr zu unterhalten.

Wer Frauen kennt, weiß: Schuhe zu kaufen, kann eine höchst emotionale Angelegenheit sein. Wer Mediastrategen ein bisschen kennt, weiß: Einen neuen Schuhshop mit einer reinen Online-Kampagne einzuführen, ist eine besondere Herausforderung. Für mediascale war der Marktstart von mirapodo (www.mirapodo.de) deshalb etwas ganz Besonderes. Und er ist es heute noch.

Denn gut ein halbes Jahr nach dem Kampagnenstart zählt das Unternehmen der Otto-Gruppe zu den führenden Online-Schuhshops in Deutschland. Mit rund 30 Prozent Markenbekanntheit am Ende des Jahres 2010. Aber, das ist für uns als Performance Experten fast noch wichtiger: Mit Hilfe einer integrierten Kampagnensteuerung gelang es durch eine perfektes Zusammenspiel aller Kanäle (Display, Search, Affiliate, eDialog) und durch Re-Targeting die Kosten pro Bestellung im Laufe der Kampagne um 96 Prozent zu senken.

Die Erfolgsfaktoren waren: eine Teamleistung aller beteiligten Dienstleister, ein kanalübergreifendes Tracking, ein stetiges Optimieren der einzelnen Kanäle, eine enge Vernetzung von Display und Search sowie ein mehrstufiger Aufbau der Kampagne

Dabei setzte die Strategie von Anfang an darauf, über einen klassischen Markenaufbau den Vertriebserfolg sicherzustellen. Und dieses Grundkonzept ist so erfolgreich aufgegangen, dass auch werben & verkaufen der Markteinführung von mirapodo zwei Seiten in seiner aktuellen Ausgabe widmet: mirapodo in der W&V vom 16.12.10

Weitere Details aus der erfolgreichen Online-Einführungskampagne für mirapodo werden wir Ihnen 2011 in diesem Blog vorstellen. So zeigen wir im Januar beispielsweise wie die dynamische Werbemittelgestaltung der Displayanzeigen die Basis legte, um den Absatz zu steigern. Eine unserer zentralen Aufgaben, nicht nur bei einem Online-Schuhshop.

Andreas Kleiser
Andreas Kleiser, Vorstand virtual minds AG & ADITION technologie AG

Liebe Mediascaler! Die Straßen sind spiegelglatt, die Krankenhäuser operieren im Akkord Oberschenkelhalsbrüche, und in der Glotze laufen Tag und Nacht die Jahresrückblicke. Vor drei Monaten hat der Supermarkt um die Ecke die ersten Zimtsterne verkauft, und seit vielen Wochen spielt das Radio „Last Christmas“ in einer gefühlten Endlosschleife. Scheinbar ist wieder Weihnachtszeit, und sie hat uns auch dieses Jahr wieder eiskalt überrascht!

Zeit, um besinnlich zu werden, sich mit Keksen und Braten mästen zu lassen und fromme Blicke auszutauschen. Und natürlich Zeit für gute Vorsätze und Wünsche fürs neue Jahr!

Die Vorweihnachtszeit lässt auch uns jedes Jahr besinnlich werden. Wir zünden jede Woche eine Kerze auf dem Server an, versammeln uns zum Gebetskreis („Bitte, Herr, mach, dass mediascale uns nicht wieder alle Server abschießt!“) und überlegen gemeinsam, welche frommen Wünsche wir fürs nächste Jahr äußern sollten.

Liebe Mediascaler, hier sind sie:

Ich wünsche mir eine Klonmaschine, mit der ich unsere besten Mitarbeiter vervielfältigen kann wie Dolly, das Schaf. Idealerweise gleich noch ein paar Schäfer dazu. Außerdem selbständig mitwachsende Bürohäuser, Server, die keinen Strom verbrauchen und nie abstürzen. Ach ja, das wäre schön! Aber ich gebe zu: Die Wünsche müssen erfüllbar bleiben.

Daher meine realistischen Wünsche fürs nächste Jahr: Einwanderungsgesetze, die es dem Mittelstand ermöglichen, begabte Nicht-Europäer unproblematisch einzustellen, und Voraussetzungen, die es für solche Leute attraktiv machen, nach Deutschland zu kommen. Ohne versteckte Ausgrenzung.

Ich wünsche mir mehr Leute mit Eigeninitiative und dem Wunsch, Dinge zu verändern. Und jeden Tag Glühwein & Zimtsterne für alle :-)

Und ich wünsche mir noch mehr Kunden wie Euch, mit denen man offen und ehrlich über alles reden kann, gemeinsam Pläne schmieden und dumme Ideen stricken kann – von denen manchmal eine sogar über die Startlinie geht und am Ende aus einer dummen Idee ein tolles Produkt erwächst. Kunden wie Ihr, die zu Freunden werden, mit einer ganz tiefen Vertrauensbasis.

In diesem Sinne wünschen wir Euch nur das Beste für das Jahr 2011, vorher eine ruhige und besinnliche Rest-Adventszeit und ein entspanntes Weihnachtsfest! Danke für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Monaten!

Andreas Kleiser & sein Team von virtual minds/ADITION

Wir Bayern kennen uns ja mit Winter aus.
Und in unserer weltoffenen, dynamisch krachledernen Art gehen wir davon aus, dass sowohl der gesamte Rest der Republik als auch die in dieser Republik eingesetzten Mobiltätsangebote ebenso mit diesem Phänomen umzugehen im Stande sind.

Doch manchmal spielt einem das Leben bzw. der Pitch in Köln einen Streich, von dem zu erzählen ich hier das Vergnügen habe:

Es lief alles glatt –  die Anreise nach Köln – der Weg zum Termin, ja sogar der Pitch war aus unserer höchst subjektiven Einschätzung gut gelaufen, einzig die Taxifahrerin zum Termin hätte uns stutzig machen müssen: „Sie sind meine letzte Tour heute, danach fahr ich heim und schau mir das Chaos auf den Straßen von zu Hause an“ – es war mittags um 13h…

Am Ende der Präsentation scherzten wir noch ob des doch nicht unbeträchtlichen Schneefalls vor dem Fenster und ließen uns schmunzelnd den ein oder anderen Tipp für ein mehr oder weniger ordentliches Restaurant in Köln geben, wohlwissend, dass wir auf jeden Fall am Abend das heimische Bayernland unter den Füßen spüren würden.

Abschied – Taxi – Flughafen Köln – et läuft. Ab in den Burger King, noch nix gegessen, dabei die Präsentation nachbearbeitet und guten Mutes getrennte Wege eingeschlagen: die Kollegen aufgrund zu später Buchung zu AirBerlin, ich zu Lufthansa. Unser Abflugzeitpunkt unterschied sich laut Plan um ganze fünf Minuten.

Abflug 19.00h geplant, um 17.30h sahs noch gut aus, doch dann kam „Petra“, die Schneewalze, um nicht zu sagen, das Schneebiest und walzte über Köln/Bonn hinweg und unsere Träume über den Haufen. Mit jeder Annulierung stieg die Hasswelle in Richtung der stets bemühten und hilfsbereiten doch leider das Wetter auch nicht ändern könnenden Mitarbeiter an den Helpdesks exponential. Ich hatte noch Hoffnung, denn mein Flieger hatte zwar Verspätung, doch er wurde nicht annuliert – bis zur zweiten Vollsperrung des Flughafens gegen 21h. Dann war Schicht. Der Flieger, der uns nach München bringen sollte, kam auch aus München, ist dort auch gestartet, nur leider nach 20 Minuten unverrichteter Dinge wieder umgekehrt und in München gelandet – auch nicht schön, wenn man schon fast zu Hause ist und dann doch ein Bett im Hotel aufsuchen muss…

Um mir die Stunden zu vertreiben, hielt ich mit meinen Air Berlin Kollegen stetig Kontakt und fühlte mich zeitweise wie der sichere Zweite, denn die Sch… wurden doch wahrlich pünktlich zum Boarding aufgerufen und bestiegen ihren Flieger…. Nicht schön für mein Ego.

Doch abgerechnet wird am Schluss, und nachdem die Kollegen 2,5 Stunden IM Flieger am Gate saßen und am Ende, durch Petra ausgebremst, selbigen wieder verlassen durften, gings mir besser.

22h: Vier Jungs in Köln am Flughafen – noch immer. Kein Flug, kein Zug, kein Taxi, keine Ahnung. Nur Petra, die Schneewalze und eine gefühlt 3 km lange Schlange zwischen den Air Berlin und Lufthansa Schaltern –  sieht nicht gut aus.

Um 23h haben wir ein Taxi, um 23.30h ein Hotel und drei Kölsch…und einen Plan: 5.18h ab Köln Deutz mit ICE nach München Hbf. Wecker klingelt, Taxi kommt, Zug auch, Kollege Frings steht am Bahnsteig, heute läufts besser  – dachten wir.

Jetzt ist es 8.26h, und wir haben die erste Weichenstörung, Zeitverlust 30 Minuten, wir sind vor Würzburg…Deutschland ein Wintermärchen!

Affiliate Marketing hat in den letzten Jahren immer mehr Advertisern viel Umsatz beschert und gewinnt dadurch stetig an Popularität. Nicht zuletzt, weil es ein Vertriebskanal ist, der erfolgsbasiert abgerechnet wird und sich das Risiko somit in Grenzen hält. Allerdings gibt es durchaus negative Begleiterscheinungen, die dem Betreiber von Partnerprogrammen gar nicht bekannt sind oder aber zu spät erkannt werden.

Neben einer genauen Kontrolle, was eigentlich Affiliates für einen Advertiser erledigen, stellen sich Unternehmen natürlich auch die Frage, was „ihre“ Agentur konkret macht bzw. ob sie das macht, was die Advertiser brauchen. Eine berechtigte Frage, bedenkt man, dass die Betreuung eines Affiliate-Programms oder einer Affiliate-Kampagne durch eine Agentur ebenfalls meist erfolgsbasiert abgerechnet wird. So liegt es nahe, dass auch Agenturen davon profitieren, bestimmte Vorgänge intransparent zu halten, mal ein Auge zuzudrücken, wenn zu viel vergütet wird, bestimmte Affiliates bevorzugt zu behandeln und anderes mehr. Gelegentlich in ein schlechtes Licht gerückt wird die gesamte Affiliate-Branche auch durch  Mehrfachvergütungen, Cookie-Dropping, unzureichende Validierung, Ad Hijacking oder unprofessionelles Handling.

Gegen die schwarzen Schafe im Markt haben gut zwei Dutzend Affiliate-Netzwerke, Publisher und Agenturen im Februar 2009 eine Selbstverpflichtung, den sogenannten Code-of-Conduct, unterzeichnet. mediascale gehört nicht zu den Unterzeichnern. Auch weil der Code of Conduct es bisher nicht geschafft hat, für mehr Verlässlichkeit bei den Advertisern zu sorgen und mehr Sicherheit für Werbekunden zu bieten.

Statt einer schlecht oder gar nicht zu kontrollierenden Selbstverpflichtung arbeiten wir an einer aus dem klassischen Marketing kommenden Lösung: dem externen Auditing.

Unserer Meinung nach können wir mit dieser Form der Qualitätskontrolle die Leistung, Ernsthaftigkeit, Professionalität und Notwendigkeit des Affiliate Marketings unter Beweis stellen. Ein professionelles, unabhängiges Affiliate-Audit kann nicht nur die Betreuung des Kunden durch ein Agenturteam überprüfen, sondern auch das Affiliate-Marketing nachhaltig und langfristig vom Schmuddelimage befreien.

Wie stellen wir uns das genau vor? Es besteht bereits eine Vereinbarung zwischen dem Advertiser und der betreuenden Agentur. Nun wird eine unabhängige Auditing-Gesellschaft damit beauftragt, alle Bestandteile des Vertrages und somit sämtliche Leistungen unangemeldet, dafür aber regelmäßig zu kontrollieren. Dies hat zur Folge, dass Unternehmen sicher sein können, vernünftig betreut zu werden. Und Agenturen können nun sogar beweisen, dass ihre Leistungen nicht hinterfragt, sondern honoriert werden sollten. Aber auch Verstöße und Unregelmäßigkeiten werden so entdeckt. Durch den Einsatz einer unabhängigen dritten Partei als Auditor ist die Glaubwürdigkeit gewährleistet.

mediascale führt derzeit schon Gespräche mit Auditing-Anbietern und fährt 2011 erste Testreihen.  Natürlich würden wir es begrüßen, wenn sich auch andere Teilnehmer des Affiliate -Marktes sich an dieser Initiative beteiligen. Wir möchten sie herzlich dazu einladen und freuen uns auf Feedback.

Liebe Weihnachtsgeplagte,

allerorten hört man derzeit fast identisches Wehklagen – noch so viel Arbeit vor Weihnachten, na klar, Geschenke muss ich auch noch kaufen, puh Plätzchen backen … diese Liste liesse sich nun  beliebig fortsetzen. Jedes Jahr nehme ich mir vor, die Weihnachtszeit im nächsten Jahr endlich mal geniessen zu können, weniger Termine zu machen, mich nicht hetzen zu lassen und es wirklich besinnlich angehen zu lassen. Und diese Jahr war ich wirklich auf einem guten Weg!

Doch unverhofft kommt oft: Plötzlich taucht aus verstaubten Schubladen noch Budget auf, das dringend noch in diesem Jahr ausgegeben werden muss. Dies wiederum ist aber gar nicht so leicht. Zumindest, wenn es auch sinnvoll und nicht völlig blindlings (ohne auf die Performance zu achten) ausgegeben werden soll. Denn in diesem Jahr waren die Verfügbarkeiten bei vielen Vermarktern wirklich sehr knapp – und Anfragen waren oft vergebens.

Mittlerweile sind auch die letzten Kröten für dieses Jahr verplant. Und schon geht es weiter mit guten Vorsätzen für 2011: Vielleicht schaffen wir es ja im kommenden Jahr mit einer ruhigen Weihnachtszeit?  Darum mein Aufruf: Liebe Kunden, verstecken Sie keine Geldsäcke in Budgetnischen, die Sie erst nächsten Dezember wieder finden! Als hilfreiche Strategie empfehle ich Jahresvereinbarungen bei den wichtigsten Umfeldern, die auch in Q4 ein entsprechendes Kontingent zu guten Preisen sichern. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Und als kleine Auszeit vom Weihnachtswahnisnn möchte ich Ihnen noch unser Weihnachtsspiel empfehlen. Wie immer in der hektischen „staden Zeit“ steht mediascale mächtig unter Beschuß. Klicken Sie was das Zeug hält und knacken Sie den Rekord – gleich hier auf unserer Website. Viel Spaß!

Die Vorweihnachtszeit ist für uns Internetmenschen alles andere als besinnlich. Ist sie doch die arbeitsintensivste Phase des ganzen Jahrs und noch dazu, dank der unausweichlichen Weihnachtsfeiern mit Allen und Jedem, ein harter Stoffwechselstresstest. Da bleibt nur wenig Muße, sich um nützliche und beschauliche Dinge Gedanken zu machen, die den Weg ins neue Jahr angenehm pflastern. Wir wollen helfen und veröffentlichen deshalb unsere ultimative Lieblingsgeschenk-Liste Weihnachten 2010:

1. Der Wikileaks-Stift

Aus unserer Sicht der absolute Hit der Saison. Der Smartpen digitalisiert nicht nur handschriftlichen Aufzeichnungen beim Schreiben, sondern kann darüber hinaus Ton aufnehmen und diesen dann passgenau zu den Notizen wieder abspielen. Wir freuen uns schon darauf, die Höhepunkte schwieriger Meetings jetzt öfter im Originalton nochmals nacherleben zu dürfen.

2. Mal wieder ein gutes Blog lesen

Exchangewire behandelt interessante Themen, hat gut informierte Schreiber und kaut nicht nur Infos wieder, die man an anderer Stelle schon mehrfach gelesen hat.

3. Einfach mal abmelden

Gönnen Sie sich doch mal eine halbe Stunde Zeit und durchfosten Ihren Posteingang, um alle Newsletter abzubestellen, die Sie sowieso fast nie lesen. Wir kamen auf die stattliche Zahl von 41 Abmeldungen und haben auch noch einige RSS-Feeds dem Orkus übergeben. Und da Sie in Zukunft wesentlich weniger Zeit brauchen werden, um ungelesene Mails zu löschen, können Sie diese gleich sinnvoll investieren. Freunden Sie sich doch schon einmal mit dem Thema Ad Verification an. Denn dieses wird unter Garantie eines der Huftiere sein, die 2011 mit lauten Begleitgeräuschen durchs Onlinedorf getrieben werden.

In diesem Sinne: Klartext wünscht eine schöne Adventsszeit.

P.S.: Sollten Sie Ihren Rechner zuhause gemeinsam mit Ihren Lieben nutzen, so aktivieren Sie zum Weihnachtsshopping am besten den Pornomodus des Browsers. Falls Sie das unterlassen, bestehen gute Chancen, dass die Lebensabschnittsgefährtin das online bestellte Nachtwams oder der Gatte das edle Schuhwerk bereits vor dem Auspacken auf vielen Retargeting-Bannern bewundern darf.

Kennen Sie den „Dummen Paket Dienst“? Nun, dann wird es aber Zeit, denn der wird gerade in der Weihnachtszeit auch ihre Post transportieren. Und da kann es schon mal Scherben geben. Dies ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn ihr Geschenk a) zerbrechlich ist und b) der gute Herr vom Paketservice mit der fragilen Fracht so umgeht, wie er Auto fährt. Auf den Punkt gebracht, lässt sich festhalten: Man kann bar jedweder Bildung und räumlichen Vorstellungsvermögens versuchen, einen gefühlt 2,50 Meter hohen Mercedes Sprinter  in eine Tiefgarage zu stopfen. Es wird einem aber von keinem Gesetz der Welt (noch nicht mal von einem amerikanischen Bundesgesetz) vorgeschrieben, und man ist folglich nicht dazu verpflichtet. Es gibt natürlich auch Grenzgänger, die bewußt die Gefahr suchen und nicht eher ruhen, bis das Kind in den Brunnen gefallen und der Bus durch das Tor gefahren ist.

IMG00030-20101129-1217

Immerhin stellte sich eine gewisse Selbsterkenntnis ein, als das Schild „Haus der Kommunikation“ in ein „Haus der Karamboulage“ umfunktioniert wurde. Nachteilig für unseren Bruchpiloten wirkte sich allerdings die Wetterlage aus, denn Gefrierfachtemperatur + Niederschlag ergibt Schnee, der plattgefahren gerne den Aggregatszustand „eisig“ annimmt. Somit  lässt sich der träge Lastenesel auch nicht mehr wie geschnitten Brot aus der misslichen Lage bugsieren.

Nach einer 30-minütigen Blockade der Tiefgarage, einer Streueinlage unserer fassungslosen Hausmeister und einigen Beinahe-Kollisionen mit dem Tor, konnte der Drahtseilakt aber letztlich noch glimpflich beendet werden. Übrig bleiben eine Rechnung der Firma Serviceplan für ein neues Schild (war aber eh nicht mehr CI-konform) und natürlich die Rechnung der Firma mediascale:

Arbeitsausfall für ca. 15 gaffende Mitarbeiter für rund 20 min: 500€ pauschal

Scheibenreinigung zur Beseitigung der Nasenabdrücke: 50€ pauschal

Einmal richtig in die Scheiße reiten und zurück: unbezahlbar!

Es hört sich an wie der Traum eines jeden Marketingverantwortlichen: Jeder Interessent sagt mir, was er will, und ich mache jedem ein Angebot genau passend zu seinen individuellen Bedürfnissen. Im Tante Emma Laden um die Ecke sicherlich schnell umgesetzt, aber wie schaffe ich das mit 500.000 Newsletterempfängern? Oder anders gesagt: Wie ernte ich jetzt die Früchte der Profilierung?

Im ersten Teil ging es darum, wie und zu welchen Gelegenheiten man ein Profil für die Empfänger von Newsletter-Kommunikation am besten generiert. Im zweiten Teil wenden wir uns nun der Fragestellung zu, wie man die Profilinformationen nutzen kann und welche Herausforderungen es hierbei zu lösen gilt.

Zu Frage zwei: Wie nutzt man eine Profilierung für eine effizientere und relevantere Newsletter-Kommunikation?

In der Regel ist die zentrale Herausforderung zweigeteilt.  Denn sie hat sowohl eine technische, als auch eine konzeptionelle Seite.

Technisch dreht es sich vor allem darum, für die unterschiedlichen Informationswünsche der Newsletter-Abonnenten die entsprechenden Informationen bzw. Angebote überhaupt parat zu haben und sie im Newsletter anzeigen zu können. Konventionelle E-Mail-Tools versagen an dieser Stelle, denn eine Vielzahl von Produkten kann dort nicht dynamisch integriert werden. Im Beispiel des Reiseportals aus dem ersten Teil dieses Artikels müssen zum Beispiel über 1000 tagesaktuelle Angebote jeden Tag gesammelt und für eine Integration aufbereitet werden. Das bedeutet in der Regel, dass man externe Datenbanken und Schnittstellen benötigt, um alle passenden Angebote überhaupt verfügbar halten zu können. Wir lösen dies mit einem eigenen „Dynamischen-Newsletter-Tool“, das über Schnittstellen tief ins Back-End des jeweiligen Kunden eingreift, sich von dort für alle denkbaren Wünsche die entsprechenden Informationen oder Angebote holt, danach grafisch zusammensetzt, und dann dem E-Mail-Tool entsprechend der Profilinformation eines einzelnen Empfängers passend bereitstellt.

Da dies technisch erst zum Zeitpunkt des Öffnens des Newsletters erfolgt, entsteht ein angenehmer Nebeneffekt: Wenn gewünscht, sind im Newsletter nur tatsächlich verfügbare Angebote enthalten, obwohl der Mailversand vielleicht schon einige Tage vorher erfolgt ist. Ein unschlagbarer Vorteil, wenn zum Beispiel bei Schuhen eine entsprechende Größe schnell vergriffen sein kann und man nicht ständig enttäuschte Interessenten haben möchte.

Voraussetzung für eine dynamische Angebotserstellung ist natürlich, dass zu jedem relevanten Angebot alle notwendigen Informationen, Preise, Bilder usw. vorliegen. Besonders bezüglich des Bildmaterials ist dies nicht immer selbstverständlich. In einigen Fällen, zum Beispiel für die Branchen Reise und Telekommunikation, halten wir inzwischen eigene externe Bilddatenbanken vor, um Angebote auch entsprechend bebildern zu können.

Konzeptionell hängen praktisch alle Herausforderungen mit der Automatisierung einer profilorientierten Newsletter-Kommunikation zusammen. Ohne Automatisierung keine dynamische Angebotserstellung. Und ohne dynamische Angebotserstellung keine individuellen Angebote. Denn niemand kann für jeden Interessenten von Hand einzelne Angebote zusammenstellen.

Sicherlich kann sich jeder gut vorstellen, dass beispielsweise der Entscheidungsprozess, welche drei Damenmäntel in einem aktuellen Newsletter gezeigt werden sollen, relativ komplex ist. Egal, ob dies bewusst oder unbewusst geschieht. Die Frage ist nur, ob und wenn ja, nach welcher Regel sich dies automatisiert abbilden lässt? Sollen die drei billigsten Mäntel angezeigt werden? Die drei beliebtesten? Die drei neuesten? Oder die drei renditestärksten? Keine dieser Regeln ist für sich betrachtet auch nur annähernd in der Lage, befriedigende Ergebnisse zu liefern. Die Kunst liegt in der Kombination. Nach unseren Erfahrungen sind mehrere, aufeinander folgende Abfragen dieser Art sogar in schwierigeren Umfeldern wie Mode durch aus in der Lage, sinnvolle Ergebnisse zu liefern.

Aber auch wenn die Produktauswahl sachlich richtig ist, sind manchmal nicht alle Probleme gelöst. Nur weil ein Damenmantel für sich alleine betrachtet schön aussieht, muss das für denselben Damenmantel in einer Reihe mit zwei weiteren Damenmänteln im Newsletter nicht gelten. Und da Newsletter bei weitem nicht so ein flüchtiges Werbemedium sind wie zum Beispiel Banner, sind hier Darstellungsprobleme auch bei weitem nicht so trivial wie bei anderen Medien. In der Regel stehen aber im Back-End sogenannte „Shopmerkmale“ zur Verfügung, die helfen die Auswahl sinnvoll einzuschränken und Grundfehler zu vermeiden.

Unsere Erfahrungen zeigen – wie schon im ersten Teil dieses Blogs angedeutet – fast immer eines: Nicht eine Vielzahl von Profileigenschaften führt zum Erfolg, sondern wenige, sinnvoll ausgesuchte Wahlmöglichkeiten. Und diese wenigen Eigenschaften müssen dann mit weiteren Merkmalen kombiniert werden, um relevante und sinnvolle Angebote für Newsletter zu erhalten. Ein Kriterium wie „Farbe“ bei Mode, oder „Dauer“ bei Reise wird niemals eine sinnvolle Abfrage für eine Profilierung sein, kann aber enorm helfen, eine Angebotsauswahl und -darstellung sinnvoll und richtig aussehen zu lassen.

Leider ist es an dieser Stelle nicht mal annähernd möglich, das Thema Profilierung in Newslettern umfassend darzustellen, aber eine Bemerkung muss zum Schluss noch sein: Der Profilierung gehört eindeutig die Zukunft, und sie lohnt sich bereits heute in immer mehr Fällen. Viele Marketingverantwortliche haben sicher grundsätzlich schon dann ein besseres Gefühl, wenn sie Interessenten passendere Informationen oder Angebote anbieten können, ohne dass gleich monetäre Interessen das vorrangige Ziel dabei wären. Aber auch in einer harten Cost per Order-Betrachtung schneiden alle unsere profilbasierten Newsletter dramatisch besser ab als ohne Profilierung.

Ich denke, diese Ernte kann man doch mal mit einem Dankesfest feiern! Und wann immer Sie möchten, feiern Sie mit ;-)

Mit einer Kollegin durfte ich mir vergangene Woche eine Fortbildungsreihe in München zu Gemüte führen. Die heutige Blogüberschrift unterscheidet sich nur wenig vom Titel der Veranstaltung. Wie nicht anders zu erwarten war, bot der Tag Licht und Schatten. Das Erheiternde sei hier zuerst erwähnt, schließlich heißt der Veranstalter dieser Tournee „Smile“.  Da die dunkle Seite um einiges humoriger zu beschreiben ist, hebe ich sie mir noch ein wenig auf.  Ich kündige dies absichtlich so deutlich an, damit Sie auch wirklich bis zum Ende lesen und nicht nur wieder die ersten Zeilen überfliegen und danach zu den Boulevardseiten mit den Klickstrecken aus dem Hause Axel Springer o.ä. wechseln.

Ein Lichtblick war, dass die Mischung der Vorträge in Bezug auf ihren Anspruch sehr gelungen war. Bei vielen Basics beschäftigt man sich ja als Zuhörer naturgemäß eher mit dem Blackberry. Aber dieses Mal waren viele Informationen dabei, die mir so – zum Beispiel aus dem Bereich Newsletter-Marketing – nicht bekannt waren. Vor allem Norbert Rom von Adrom möchte ich hervorheben, der u.a. sehr anschaulich über Spam-Traps und Adress-Sabotage referierte. Auch Themen wie Webcontrolling, die einen als Agentur nicht unbedingt betreffen, wurden sehr kurzweilig präsentiert. Da die Themen in Blöcken vorgestellt wurden, ergaben sich lustige Konstellationen. So berichtete Mitbewerber X vor Konkurrent Y, und es waren nicht immer zwangsläufig die gleichen Zahlen, die sich an die Wand beamten. Die Spamquote aller verschickten Mails schwankt somit zwischen 87 und 97 Prozent; aber letzten Endes macht das den Junk-Ordner auch nicht mehr fett.

Kommen wir nun zu den Kuriositäten der Veranstaltung: Der Hauptpreis geht nicht an einen speziellen Referenten, zu viele standen zur Auswahl. Man hätte bedenkenlos einen Preis vergeben können für die überflüssigsten Umschreibungen und Handlungsempfehlungen. Da war die Dame, die vom „Social Butterfly“ sprach, der ja ein besonders wichtiger Multiplikor sei und gleichzeitig deckungsgleich mit dem „Social Botschafter“ oder dem „Social Hub“. Bei so viel Neologismus und Expedition ins Tierreich hätte ich den „Social Rammler“ oder aber die „Social Eintagsfliege“ noch vorschlagen wollen. Auch wurde uns gefühlte 125 Mal erklärt, dass man „testen“, „testen“, „testen“ solle, worauf von alleine vermutlich keiner gekommen wäre.

Ungeschlagen bleibt aber der Moderator des illustren Präsentationszirkels. Dieser schaffte es mit seiner einfühlsamen Art sofort, das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Gleich zu Beginn hob er hervor, wie scheiße das Wetter in München doch sei und dass er sich glücklich schätze, hier nicht mehr wohnen zu müssen, weil Hamburg ja sowieso viel schöner sei. Damit war die Nord-Süd-Verbrüderung gelungen. Wenn die Kollegen in Korea über so viel Diplomatie verfügten, bräuchten sie keine Granaten, sondern Wattebäuschchen. Während der Veranstaltung bezeichnete der Diskussionsleiter dann das Publikum als trägen Haufen, was er daran festmachte, dass sich einem nach einem Vortrag, der nicht unbedingt Spannung im Konzentrat geboten hatte, keine Fragen aufdrängten. Abgerundet hat der Moderator den Tag mit seiner Expertise zu Social Media: Man könne sich vor, in oder hinter den Zug werfen, und momentan habe er das Gefühl, die meisten würden sich erfrischend vor den Zug werfen. Schön, wenn man mitten in der Novemberdepression die Sprache der Branche so zielsicher trifft.  Derart großes Fingerspitzengefühl könnte für internationale Abrüstungsgespräche durchaus ein belebendes Element sein. Vielleicht sollte man das einfach mal  „testen“, „testen“, „testen“.

1 2 11